Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Brandeiß

Topographia Germaniae
Brandeiß (heute: Brandýs nad Labem, Tschechien)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 13.
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Das Schloss Brandeys in Böhme
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Brandeiß.

Ein vornehmes Königliches Schloß / und entweder ein Städtlein / oder ein Marcktflecken / dabey / an der Elb / gegen alten Buntzlau über / und in der Gegend von Prag gelegen; welches Schloß Boleslaus, der Grimmige zugenant / Hertzog in Böheim / erbauet hat. Anno 1631. bekamen diesen Ort die Chur-Sächsischen. Anno 1639. den 19/29. Maji / hat der Schwedische Feld-Marschall Banner / als ihme ein Bauer einen Furt gewiesen / mit seiner Reuterey bey Brandeiß durch die Elb gesetzt / und sich dieses Orts und Passes bemächtiget. Als er hernach Anno 1640. flüchtigen Fuß wieder auß Böheim gesetzt / hat er allhie zu Brandeiß die Mühlen in Brand stecken / und die Brücke verderben lassen. Das Schloß allda hat auch angesteckt werden sollen; ist aber erbeten und erhalten worden / welches die Käiserlichen alsbald besetzt haben. Es wurden den abziehenden Schweden die Croaten nachgeschickt / welche drey auß Brandeiß gezogene Stücke / sampt zugehöriger Munition ertappt / und das Geläyt darbey nidergemacht; wie in dem IV. Theil deß Europäischen Schauplatzes / f. 111. und 383. stehet. Anno 1648. bekam Brandeiß der Schwedische General Wittenberg in seine Gewalt.

Es ist auch ein Brandeiß / im König-Grätzer Cräiß / an der Orlitz / nahend Chocznie; Böhmisch Trieba / Schampach / Bamberg / Austii / Kostelitz und Lititz.