Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen: Knauthayn

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Titel: Knauthayn
Untertitel:
aus: Leipziger Kreis, in: Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen. Band I, Seite 9–10
Herausgeber: Gustav Adolf Poenicke
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Erscheinungsdatum: 1860
Verlag: Expedition des Albums Sächsischer Rittergüter und Schlösser
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Commons = SLUB Dresden
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Knauthayn.




Am Rande der breiten, angenehmen, buschigen Wiesenau der Elster, zwei Stunden südlich von Leipzig, liegt Knauthayn, ein freundliches Dorf mit ansehnlichem Ritttergute und einem der schönsten, auf den Grundfesten der alten Burg errichteten, Privatschlösser Sachsens. Es wurde erst im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts von dem Vorfahren des jetzigen Besitzers, des wirklichen Geheimenraths und ausserordentlichen Gesandten, auch bevollmächtigten Ministers Hrn. Grafen Carl Adolph von Hohenthal erbaut, hat im Grundrisse die Gestalt eines H und ist mit einem herrlichen Garten umgeben.

Seinen Namen verdankt Knauthayn jedenfalls, wie mehrere ähnlich benannte Orte dieses Bezirks, seinen ersten Besitzern, aus dem Geschlechte der Knaut oder Knuth, einem reichen, stolzen Adelsgeschlecht, welches oft, selbst mit dem Landesherrn in Fehde lag; von ihnen wird Thymo oder Dietrich schon 1289 genannt. 1304 waren Carl und Albert Ritter; den letzteren liess Friedrich mit der gebissenen Wange 1316 enthaupten. Bis in die Mitte des 15. Jahrhunderts sind die Nachrichten über die einzelnen Besitzer von Knauthayn sehr mangelhaft; in dieser Zeit kam es an die von Pflugk, und wird Nickel Pflugk der Eiserne als erster [10] Besitzer aus diesem Geschlechte genannt, er war ein tapferer General Friedrichs des Sanftmüthigen, der ihn, als er nebst Kunz von Kaufungen gefangen ward, mit 4000 Gülden loskaufte, gleiches aber dem Kunz von Kaufungen abschlug, weshalb dieser den Raub der Prinzen beschloss und ausführte. Im Jahre 1558 kam Knauthayn durch Heirath auf kurze Zeit an den Schneeberger Berghauptmann Wolf von Schönberg, im selbigen Jahrhundert abermals durch Heirath an die von Dieskau, von denen es im Jahre 1753 nebst dem Rittergute Lauer an die Freiherren, jetzigen Grafen von Hohenthal verkauft wurde.

Bei Gelegenheit der Völkerschlacht zu Leipzig hielt der damalige russische, später preussische General von Thielemann (ein geborner Sachse) in der Pachterwohnung des Knauthayner Schlosses mit dem östreichischen General Giulay am 15. Octbr. Kriegsrath und brach von dort zu dem berühmten Gefechte von Wachau auf. Der Ort selbst wurde von den hin- und herziehenden Truppen hart genug mitgenommen und mehr als einmal flüchteten die Einwohner, die mit Contributionen sehr bedrückt wurden und das Geld zu Hunderten in einem Tage zusammen bringen mussten. Am 19. October zog sich die Flucht der polnischen Uhlanen in furchtbarer Eile durch das Dorf und wenig fehlte, so wäre es bei dieser Gelegenheit noch in Brand gesteckt worden.

Zu dem Gute, dessen Gebäude theilweise in Knautnaundorf liegen, gehören, einschliesslich des dazugehörigen Rittergutes Lauer und der Grundstücke in Knautnaundorf, 508 Acker Feld, 298 Acker Wiesen und Gärten, 414 Acker Wald, Hutweg und Teiche, grösstentheils vorzüglicher Boden.