Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Cicero, M. Großvater des Redners
Band VII A,1 (1939) S. 824
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27) M. Tullius Cicero, Großvater des Redners, in Arpinum. Sein Leben erstreckte sich ungefähr innerhalb derselben Zeitgrenzen wie das seines berühmt gewordenen Landsmanns C. Marius, zwischen 598 = 156 und 668 = 86. Er war verheiratet mit einer Gratidia, deren Familie nach einer andern Seite mit der des Marius verwandt war (o. Bd. VII S. 1840. XIV S. 1825), und zeugte mit ihr zwei Söhne, M. Nr. 28 und L. Nr. 25. Er bewohnte ein bescheidenes Bauernhaus auf seinem Gute bei Arpinum, das dann in den Besitz seines älteren Sohnes und weiter seines ältesten Enkels überging (Cic. leg. II 3; vgl. leg. agr. III 8: meus paternus avitusque fundus Arpinas). Dieser berichtet von ihm zwei charakteristische Züge, die ihn als einen Mann von altem Schrot und Korn kennzeichnen. Der eine ist der entschiedene Widerstand, den er seinem eigenen Schwager M. Gratidius entgegensetzte, als dieser nach dem Vorbild der römischen Leges tabellariae die geheime Abstimmung auch in dem eigenen Municipium einführen wollte, wofür Cicero die lebhafte Anerkennung des M. Aemilius Scaurus in seinem Consulat von 639 = 115 erntete (Cic. leg. III 36: isto animo atque virtute). Der andere Zug ist die im Geist des alten Cato getane Äußerung: nostros homines similes esse Syrorum venalium; ut quisque optime Graece sciret esse nequissimum; sie wird von Cic. de or. II 265 im J. 662 = 92 dem C. Caesar Strabo in den Mund gelegt als Ausspruch des M. Cicero senex, huius viri optimi, nostri familiaris (d. h. Nr. 28), pater. Senex braucht keineswegs ein besonders hohes Alter zu bezeichnen, sondern erklärt sich schon durch den Gegensatz zu dem im Mannesalter stehenden Sohne (s. auch Herm. LXXI 224f., 3); ob der Vater noch als lebend zu denken ist, kann zweifelhaft scheinen; Ciceros, des Enkels, Geburt im J. 648 = 106 hatte er erlebt, doch spricht dieser in eigener Person nur davon (leg. II 3) und sonst nicht so, als ob er sich des Großvaters erinnerte; die Episode leg. III 36 liegt ja weit vor seiner eigenen Geburt und wird von seinem jüngern Bruder Q. erwähnt.