Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Oder Scrofula, Beiname d. arretin. Töpfers A. Vibius
Band II A,1 (1921) S. 907
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2) Scrofa oder vielmehr wohl Scrofula war Beiname des Arretinischen Töpfers A. Vibius, den die Marken der in seiner Fabrik hergestellten Ware meist lediglich mit letzteren Namen (auch bloß Vibius) nennen, manchmal mit Zusatz figul(us). Wenn der Beiname S. zugefügt wird, ist er stets abgekürzt, und zwar: Scrof., oder Scro. oder Scr. oder Sc. (CIL XI 6700, 766. 767 c. XV 5756 b–g. XII 5686, 930. XIII 10009, 292. 293. II 4970, 551. 552. VIII Suppl. 22645, 401; herzustellen auch Ephem. epigr. VIII p. 490 nr. 262, 13), vereinzelt Scrofu CIL XV 5756 a, und Scrofh. (so!), CIL XI 6700, 766 a. Manchmal ist A. Vibius aber nur Scrof., unter Weglassung seines Nomen und Praenomen, genannt, CIL XI 6700, 769 c: Diome. Scrof., ebd. 771: Primu. Scrof., Bonn. Jahrb. CII 157 (Neuss): Eicar. Scrof., vgl. auch CIL XV 5559: Scro. [Diome(des), Primu(s), Eicar. = Icar(us) gehörten zur Familia des S als unfreie Fabrikarbeiter]. Die Abkürzung Scrofu. fordert Ergänzung zu Scrofu(la), abweichend von der gewöhnlich angenommenen Ergänzung Scrof(a). Verbreitungsgebiet des Sigillata-Geschirrs von A. Vibius S.: Mittelitalien und Rom, auch Tarent, Catania auf Sizilien (CIL XI. XV. IX. X. Eph. epigr. VIII p. 69), Narbonensis (CIL XII), Tres Galliae mit den beiden Germanien (CIL XIII. Bonn. Jahrb. CI 21. CII 157), Hispanien (CIL II, meist Tarraco; Eph. epigr. VIII p. 490, Saguntum), Nordafrika (CIL VIII Suppl., Karthago), Donauländer (CIL III 12014, 152: Virunum, auch 584?). Auf frühe Zeit weist das noch schwarzfarbige Gefäß CIL XV 5756 c. – Ihm Bonn. Jahrb. CII 122. Oxé ebd. 140, 4. 146. 147. 157.

[Keune. ]