RE:Mithridates 11

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XV,2 (1932), Sp. [1932 2162]–[1932 2163]
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11) M. V. Euergetes, ca, 150–120, wohl Sohn M.’ IV. Da M. VI. in Sinope geboren wurde (Strab. XII 545), hat Reinach 36 wohl mit Recht geschlossen, daß sein Vater seine Residenz nach Sinope verlegt hatte, wo er der hellenischen Kultur näher war als in Amaseia. Seine griechenfreundliche Gesinnung bewies er durch die Stiftung von Weihgeschenken nach Delos: Syll. or. 366 = CIG 2276. 2277. Die Inschrift bei Durrbach Choix d’inscr. de Délos 100 bringt eine Ehrung für einen τῶν τιμομένοων φίλων des Königs. Nach Strab. X 477 suchte er ein tüchtiges Söldnerheer zu schaffen und sandte häufig seinen Feldherrn Dorylaos, einen seiner φίλοι, nach Hellas, Thrakien und Kreta. Seinen Pflichten gegen die Römer als Freund und Bundesgenosse kam er gewissenhaft nach; im dritten punischen Kriege schickte er Truppen und Schiffe: Appian. Mithr. 10, und bei der Niederwerfung des Aufstandes des Aristonikos (133–129) in Pergamon wirkten pontische Truppen mit: Strab. XIV 646. Iustin. XXXVII 1, 2. Eutrop. IV 20. Oros. V 10, 2. Beim Verteilen der Beute erhoben M. und Nikomedes II. von Bithynien Anspruch auf Großphrygien. M. berief sich auf die Schenkung Seleukos’ II. Kallinikos. Der Consul M.’ Aquilius schlug das Land dem Meistbietenden, d h. M., zu. Doch der Handel wurde in Rom angefochten und die Zuteilung an M. schließlich durch C. Gracchus verhindert: Appian. Mithr. 11. Iustin. XXXVIII 45. Gell. noct. att XI 10. Auch sonst suchte M. seine Herrschaft auszubreiten. Phrygien hatte für ihn nur Wert, wenn er Paphlagonien und Galatien gewann (Ed. Meyer 82). Er wußte den König Pylaimenes von Paphlagonien dazu zu bewegen, daß er ihn zum Erben einsetzte: Iustin. XXXVII 4, 5. XXXVIII 7, 10. Darauf besetzte er Kappadokien, wo Wirren ausgebrochen waren: Appian. Mithr. 10, und sicherte sich hier durch die Heirat seiner Tochter Laodike [2163] mit dem König Ariarathes Epiphanes maßgebenden Einfluß: Iustin. XXXVIII 1,1. Wahrscheinlich hat er auch Phrygien besetzt, ohne die endgültige Entscheidung des Senats abzuwarten. Die Inschrift Reinach Mithr. Eup. Anhang nr. 4 = Viereck Sermo Graecus nr. 29 ist zu zerstört, um daraus Schlüsse ziehen zu können. Gegen 120 v. Chr. wurde M. in Sinope von seinen φίλοι, wohl auf Anstiften seines Weibes, ermordet; das Testament teilte die Herrschaft zwischen der Königin und den beiden Söhnen: Strab. X 477. Iustin. XXXVII 1, 6. Memn. 30. Vgl. Reinach Mithr. Eup. 36ff.