RE:Iulius 341

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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L. I. Marinus, cos. suff. im J. 93 n. Chr.
Band X,1 (1918) Sp. 670
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341) L. Iulius Marinus (der Name läßt sich aus der Nomenklatur seines Sohnes L. Iulius L. f. Fabia Marinus Caecilius Simplex (Nr. 342) und aus dem unten angeführten Militärdiplom erschließen) war vermutlich ein Nachkomme (Enkel ?) des unter Tiberius getöteten Iulius Marinus (Nr. 339). Ob er aus der alten Sabinerstadt Cures stammte, wie Stech (Klio Beih. X 163) vermutet, ist recht zweifelhaft (daß seinem Sohne in Cures eine Statue errichtet wurde, kann darin seinen Grund haben, daß die Familie in dieser Gegend begütert war, oder es können sich zur Zeit, da der jüngere Marinus Curator der via Tiburtina war, Beziehungen zu den Ortschaften an den Nachbarstraßen ergeben haben). Marinus verwaltete als (praetorischer) Proconsul die Provinz Pontus und Bithynien, in welche ihn sein Sohn als (gleichfalls bereits praetorischer) Legat begleitete (CIL IX 4965). Nach der Ämterlaufbahn des Sohnes zu schließen, gehört der Proconsulat spätestens in das J. 89/90, gewiß nicht erheblich früher (s. Nr. 342). Bald nachher wird I. zum Consulat (als suffectus) gelangt sein. Er dürfte in der letzten Regierungszeit Domitians – gleich seinem Sohne – vom Kaiser Zurücksetzung erfahren haben. Unter Nerva begegnet er in einem von Anfang Januar 97 datierten Militärdiplom als (consularischer) Legat von Moesia inferior (sub Iulio Mar[ino], wie Weiß wohl richtig ergänzt, Österr. Jahrh. XV 1912 Bbl. 277). Vermutlich hatte der greise Herrscher den offenbar ebenfalls schon in vorgerücktem Alter stehenden Marinus gleich nach seinem Regierungsantritt an die Spitze dieser Provinz gestellt (im J. 99 war bereits Q. Pomponius Rufus an seine Stelle getreten, CIL III p. 1970f.). Die Nomenklatur seines Sohnes läßt vielleicht den Schluß zu, daß I. mit einer Tochter des Cn. Caecilius Simplex, Consuls im J. 69 (s. o. Bd. III S. 1233 Nr. 118), vermählt war (vgl. Nr. 165).