Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VI,1 (1907), Sp. 245
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Epopeus (Ἐπωπεύς). Der Name ist zusammengesetzt aus ἐπί ‚auf‘ und ὀπ ‚sehen‘, bedeutet also ‚den, der alles überblickt‘. Das Wort ist Hypokoristikon zu Epopetes, Epoptes und ähnlichen Beinamen des Zeus an verschiedenen Orten (vgl. Usener Rh. Mus. LIII 1898, 343), und als Syllektros des Zeus erscheint E. in der Sage (s. u.). Andererseits kommen Beinamen wie Epopsios, Epoptes auch bei Apollon vor, Artemis-Hekate heißt Lycophr. 1176 ἐπωπίς, und den Helios nennt Aisch. Choeph. 985 πάντα ἐπoπτεύων. E. ist in der Genealogie als Nachkomme an Helios angeschlossen und hat seinerseits wieder einen Sohn Titanios. Es ist somit wahrscheinlich, daß E. ursprünglich eine selbständige Gottheit war, die in der Folge teils an Zeus, teils an Apollon-Helios angenähert wurde. Man geht wohl zu weit, wenn man E. mit Zeus oder Apollon-Helios direkt identifiziert. Als Gott des Frühlings faßte ihn Schröder De Sphinge 11. Nach anderer Auffassung wäre E. der Eponyme von Epope-Akrokorinth, Fick-Bechtel Griech. Pers.-Nam.² 420. Dem steht entgegen, daß E. in Korinth selbst eigentlich gar nicht hervortritt.