Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 1911–1912
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Echelidai (Ἐχελίδαι), Örtlichkeit in der seichten Mündungsebene des attischen Kephisos (bei Steph. Byz. s. v. und Etym. M. s. Ἔχελος gewiß irrig als δῆμος τῆς Ἀττικῆς bezeichnet). In E., dessen Name von dem ,Sumpfe‘ (ἕλος) abgeleitet wurde, lag neben einem Heroon des Eponymos Echelos der athenische Hippodrom (Etym. M. a. a. O. und s. Ἐν Ἐχελιδῶν. Hesych. s. Ἐν Ἐχελιδῶν; vgl. Xenoph. Hipparch. 3, 1. 10; bei Steph. Byz. a. a. O. ist von den ,gymnischen Agonen an den Panathenaeen‘ die Rede). Die nähere Lokalisierung von E. blieb lange schwankend, da die Angabe des Steph. Byz. μεταξὺ Πειραιέως καὶ τοῦ τετρακώμου Ἡρακλέίου in die Richtung der Meerenge von Salamis zu deuten schien, wo ein Herakleion mehrfach bei Gelegenheit der Seeschlacht erwähnt wird. Aber gegen diese Combination (Leake’s) entscheidet jetzt vor allem der im J. 1893 ca. 600 m nördlich vom heutigen Seebade Neu-Phaleron, nahe bei dem Zuge der südlichen ,langen Mauer‘ gemachte Fund eines schönen, sehr stattlichen Votivreliefs (Athen, Mitt. XVIII 212. Ἐφημ. ἀρχ. 1893, 129 Taf. 9. 10. Amer. Journ. of arch. 1894, 202ff. Roschers Myth. Lex. III 559f.), dessen eine Seite ,Echelos‘ und ,Basile‘ nach dem Vorbilde von Pelops und Hippodameia zu Wagen und somit gewiß die sonst nicht überlieferte Stiftungslegende des Hippodroms darstellt (ein Parallelmonument aus Rhodos im Berliner Museum, attischer, der Zeit des Parthenonfrieses nahestehender Arbeit erwähnt R. Kekule von Stradonitz S.-Ber. Akad. Berl. 1903. 558). Von dieser für ihren Zweck äußerst [1912] günstig gelegenen Örtlichkeit aus lag also das τετράκωμον Ἡράκλειον nordöstlich, d. h. wirklich im Centrum der vier verbündeten Gaue Thymaitadai, Peiraieus, Xypete und Phaleron. Vgl. Milchhöfer Text z. d. Kart. v. Att. VII–VIII 29ff. und A. Wilhelm Ἐφημ. ἀρχ. 1902, 138ff., der das Herakleion sehr ansprechend mit dem Herakles ἐν Ἐλαιεῖ verbindet und bei dem heutigen Kirchlein des Hag. Ioannis ὁ Ῥέντης im Ölwalde sucht.