Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 1867
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Dusaria (Δουσάρια). Spiele zu Ehren des Gottes Dusares. Sie wurden im 3. Jhdt. in Bostra (Kaisermünzen mit der Aufschrift Ἄκτια Δουσάρια oder einfach Δουσάρια) und in dem westlich von dieser Stadt gelegenen Adraha [Edrei] (Ἀδραηνῶν Δουσάρια) gefeiert (Eckhel Doct. Num. III 500ff. Mionnet V 577ff. nr. 5. 6. 18. 32ff. Head HN 686). Die Typen dieser Münzen (Kelter, Krug auf einem Tisch) scheinen zu beweisen, dass das Fest zur Zeit der Weinlese begangen wurde, da Dusares (s. d.) dem Dionysos gleichgestellt wurde. Dies wird durch eine Inschrift dieser Gegend bestätigt (Le Bas-Waddington 2370), nach der ἡ ἑορτὴ τῶν Σοαδηνῶν (Soada oder Dionysias) ἄγεται τῷ θεῷ (Dusares) Δώου λ’. d. h. Ende August. Über eine angebliche Münze von Germe mit der Legende Δυσαρια (sic) vgl. Drexler Ztschr. f. Numism. XIII 31 nr. 11. Clermont-Ganneau (Recueil archéol. orient. IV 298ff.) hat neuerdings bewiesen, dass die D. ein pentaeterisches Fest waren, welches in denselben Jahren wie die Olympiaden gefeiert wurde. Es scheint, dass in diesen Jahren, etwa wie in den Sabbatbjahren der Juden, ein Teil der Ernte unter die Armen ausgeteilt wurde.