RE:Drakontides 2

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 1663–1664
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2) Athener, Λεωγόρου Θοραιεύς (der volle {{Seite|1664 Name nach der überzeugenden Darlegung von Stahl Rh. Mus. XL 439ff.); nur mit dem Demotikon IG I 179, 20ff., wogegen Müller-Strübing Aristophanes und die histor. Kritik 597ff. Δρακοντί[δῃ Βατῆθεν ergänzte, da er an die Identification mit Nr. 1 dachte. Er ist wahrscheinlich mit dem Epistaten in dem Beschluss über Chalkis IG I Suppl. 27 a (aus 446/5) eins, da dieser aus der Phyle Antiochis genommen war, zu welcher der Demos Θοραί gehörte (Stahl a. a. O. 443). Dann war er Strateg und Mitbefehlshaber der zweiten Flottenabteilung, welche im Herbste 433 den Korkyraeern zu Hülfe gesandt wurde (IG I 179. Thuc. I 51, 4, wo eine Textverderbnis vorliegt, vgl. Niese Herm. XIV 429. Stahl a. a. O.). Ohne Zweifel ist er auch derselbe, welcher im Sommer 430 den Antrag stellte, der Rat möge gegen Perikles eine Untersuchung einleiten (Plut. Per. 32 und H. Swoboda Herm. XXVIII 536ff.), was dessen Absetzung und Process zur Folge hatte; seine teilweise von Hagnon zu Fall gebrachten Vorschläge zeigen ihn als erbitterten Gegner des Perikles, der in der feindseligsten Weise vorging (Herm. XXVIII 582ff.). Ob er dabei zu den Reactionären oder zur extrem radicalen Partei gehörte, kann nicht mit Bestimmtheit entschieden werden; doch ist bei der damaligen Strömung der öffentlichen Meinung das letztere wahrscheinlicher. Die Anspielung des Aristophanes in den Wespen 157 trifft eher diesen D. als den folgenden und lässt schliessen, dass er 422 in einen wichtigen Process verwickelt war (Droysen Übersetzung des Aristophanes³ I 259).