Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,2 (1905), Sp. 1595–1596
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Dosara, (Δώσαρα), Ortschaft im Gebiet der indischen Kokonagai, eine Abteilung der Muṇḍa, [1596] Ptolem. VII 1, 77; neben den Küstenorten Coropatina, Garafana und Antiochia Tharmata vermerkt, Geogr. Rav. p. 41, 16. Eine Landschaft Δωσαρηνή kennt der Peripl. mar. Erythr. 62 nördlich von Maisolia gegen den Unterlauf des Ganges; sie lieferte Elfenbein, ἐλέφαντα τὸν Δωσαρηνόν; einen Bergzug verzeichnet in dieser Gegend die Tab. Peut. mit den Worten in his locis elefanti nascuntur, gemeint ist das Bergland Sinha bhûmî im nördlichen Orissa am Nordostende der Gondwânaplatte. Hier entspringt nach Ptolem. VII 1, 17. 40 der Fluss Δωσάρων, d. i. die Kulyâ. oder Vaitaraṇî ,die schwer überschreitbare‘, welche zwischen dem Tyndis (jetzt Brâhmaṇî) und Adamas. (Suvarṇa-rêkhâ) in den gangetiscben Golf mündet. In der Basis D. könnte allenfalls eine Colonie des brahmanischen Daçârha, der zehnfach würdigen', erkannt werden; gewöhnlich vergleicht man, jedoch mit Unrecht, die arische Tribus Daçârṇa (abzuleiten von daça ,zehn‘ und ṛṇa ,Feste‘ oder auch von arṇa ,Flut‘), welche tief westlich im Inlande an der Vetravatî (jetzt Betwâ), einem südlichen Zufluss der Yamunâ zwischen dem Čambal und der Kêna, den Vorort Vidiçâ innehatte (im Bereich von Čânderî 24° 42’ Nord, 78° 11’ Ost); so nach Kalidâsas Mêghadûta v. 25. 26, wozu auch die Angaben im Mahâbbârata, Višṇu-purâṇa und bei Varâha-Mihira stimmen; die prakritsche Form müsste Dasanna lauten, wo noch jetzt ein Nebenfluss der Betwâ den Namen Dhasân führt (Quelle in 23° 30’ Nord 78° 32’ Ost). Der von den Griechen gegründete Ort D. gehört jedoch in das Gebiet von Kaṭak in Orissa, wo sich jetzt allerdings keine Spur dieses Namens nachweisen lässt.