Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,1 (1903), Sp. 655–656
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Diobolon (διώβολον), athenische Silbermünze im Gewichte von 1,45 g., im Werte von 2 Obolen oder 1/3 Drachme = 0,26 Mark. Aristoph. und Theopompos (der Komiker) bei Poll. IX 63f. Alexis bei Athen. III 117 D. Poll. IX 62f. Suid. s. διώβολον, vgl. mit δραχμή). ἓξ ὀβολῶν. Hultsch Metrol.² 210f. 235. Das Gepräge zeigte auf der Vorderseite, wie bei den übrigen Silbermünzen [656] Athens, den behelmten Kopf der Pallas nach rechts, auf der Rückseite zwei einander anblickende Eulen. Später vereinfachte man den Typus der Rückseite, indem man einer nach rechts blickenden Eule einen doppelten Körper gab. Nach Alexanders Tode hörte die Ausprägung des D. in Silber auf; ob es unter den Typen der späteren Kupferprägung miterhalten ist, bedarf noch der Erörterung. Poole Catalogue of Greek Coins, Attica nr. 90. 174–179. Head HN 313. Hultsch Metrol. 219f. Die Nachricht bei Poll. IX 63, dass das attische D. das Antlitz des Zeus (auf der Vorderseite) und eine Eule (auf der Rückseite) geführt habe, scheint auf einem Irrtum zu beruhen, denn die Silber-D. zeigen regelmässig den Pallaskopf, und unter den Kupfermünzen kommen zwar in der Zeit von 220–83 Serien mit Zeuskopf vor, unter denen vielleicht auch D. sich befinden; allein diese zeigen auf der Rückseite andere Symbole als die Eule, Poole a. a. O. nr. 582–584. 602–607. 642f. Als Zeichen des D. wird in dem Tractat περὶ σημείων καὶ χαρακτήρων τῶν ἐν ταῖς συσταθμίαις (Metrol. Script. I 226, 10) Pauly-Wissowa V,1 0656.jpg, d. i. die Verdoppelung des Oboloszeichens, angeführt; auch andere Zeichen des Obolos werden, zu je zweien neben oder über einander gestellt, als δύο ὀβολοί erklärt, können also auch vorkommendenfalls ein D. bedeuten (Hultsch Metrol. 144; Metrol. script. I 171).