Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Stadt der westlichen Lokrer, grenzt an Phokis, mit Sparta verbündet
Band III,2 (1899) Sp. 20372038
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Chalaion (Χάλαιον, Inschr. Χάλειον), Stadt der westlichen Lokrer in der innersten Bucht des krisaischen Golfes, wo ihr Gebiet an Phokis grenzte, zu welcher Landschaft Plin. n. h. IV 7 es irrtümlich zieht, Hekat. frg. 83. Steph. Byz. Ptol. III 14 (15), 3 (Χαλεός). Geraume Zeit vor 455 v. Chr. gingen Ansiedler aus Ch. unter Antiphatas nach Naupaktos, wohin später solche aus dem östlichen Lokris folgten, IGA 321 (Collitz Dialektinschr. 1478). E. Meyer Forschungen 291ff. Busolt Gr. Gesch. III 1, 300f. Etwas jünger, etwa 440–430 v. Chr., ist der Staatsvertrag mit Oiantheia, der Nachbarstadt von Ch. an der lokrischen Küste, IGA 322 (Collitz 1479. Hicks Gr. Hist. Inscr. 31), E. Meyer a. a. O. 307ff. Im peloponnesischen Kriege leistete Ch. mit andern Lokrern den Spartanern unter Eurylochos gegen Naupaktos Gefolge (426 v. Chr.), Thuk. III 101, 2. Aus späterer Zeit stammt das Proxeniedecret für Kleogenes aus Aigion, CIG 1567 (Z. 6f. ἔδοξε τᾶι πό|λει ἐν ἐννόμωι ἐκκλησίαι) und die Freilassungsurkunde CIG 1607 (Z. 1 Ἄρχον[τος] μὲν ἐγ Χαλείωι Ἀλεξίνου, μηνὸς Καρείου u. s. w.), aus welcher auf die nahen Beziehungen zu Amphissa, der nördlichen Nachbarstadt von Ch., für welche dieses zugleich der natürliche Hafen war, ein Licht fällt; dem dort unter CIG 1594 erwähnten Ἀπόλλων νασιώτας scheint in Ch. ein Tempel gewidmet gewesen zu sein. Der Hafen, den IGA 322 und Plin. a. a. O. ausdrücklich erwähnen, diente bis zur Gegenwart als Landeplatz für Salona (Amphissa), deshalb früher als Scala von Salona bezeichnet, jetzt Itea (Ἰτέα) genannt und Station der Dampfschiffe. Einige Altertümer, besonders Reste eines antiken Hafendammes, sollen dort noch sichtbar sein. Leake North. Gr. II 594f. Bursian Geogr. I 150. [Erzh. Ludwig Salvator] Eine Spazierfahrt im Golfe von Korinth (Prag 1876) 52–58 (mit Ansichten und Karte). [2038] Mediterranean Pilot III 330. Admiralitätskarte nr. 1600.

Nachträge und Berichtigungen

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Band S III (1918) Sp. 242243
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S. 2037, 30 zum Art. Chalaion:

Über das Ethnikon, das auf sehr vielen delphischen Inschriften vorkommt, vgl. Dittenberger Herm. XLI 169. Zu den berühmten Inschriften [243] vgl. jetzt Dittenbergers vortrefflichen Kommentar IG IX 1, 333 und 334, und R. Meister S.-Ber. Akad. Leipz. 1895, 272ff. 1896, 19ff.

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Band S XII (1970) Sp. 148
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[Obwohl der Verfasser des Artikels noch nicht über 70 Jahre verstorben ist († 1975), ist der Artikel gemeinfrei, da er – soweit wie hier angezeigt – keine Schöpfungshöhe aufweist. Näheres dazu unter w:Schöpfungshöhe. Bist du anderer Meinung, nutze bitte die Diskussionsseite dieses Artikels.]
S. 2037f. zum Art. Chalaion:

Ch. liegt nicht beim heutigen Itea, sondern ist das heutige Galaxidi, woher auch die Inschriften stammen, L. Lerat Le site du port locrien de Chaleion et le problème de Kirrha, Rev. ét. gr. LVI (1943) XIIf.; Bull. hell. LXX (1946) 335f.: Les Locriens de l’ouest I. IV. VII. 23ff. 150ff. 198ff. 229. II oft (s. Index) (neue umfassende Gesamtbehandlung). E. Kirsten bei A. Philippson Die griech. Landschaften I 383 A. 2. 387. 721. Cl. Vatin La Convention Chaleion-Tritéa, Bull. hell. XCII (1968) 29ff. In der delphischen Thearodokenliste Bull. hell. XLV (1921) 10, II 17. 23, IV 69. Neuere Ausgrabungen und Funde: Ἀρχ. Δελτ. VI 1920/21 (1923), παρά. 149. Bull. hell. LXIV/V (1940/41), 246f. LXXV (1951) 142. Arch. Anz. LVII (1942) 138f.