Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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medische Stadt, deren Name sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat
Band I,2 (1894) S. 1698 (IA)–1704 (IA)
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Aluaka (Ἀλουάκα, Ἀλούακα), Stadt im nordwestlichen Medien, in 80° 40’ Länge und 40° 30’ Breite (Ptol. VI 2, 10), deren Name sich bis auf den heutigen Tag erhalten hat, als Benennung des zur türkischen Provinz (vilâjät) Hakkârî (so genannt nach dem dort wohnenden grossen Kurdenstamm) gehörigen Bezirks (sanğaq, livâ) Albâq (Monteith Journ. Roy. Geogr. Soc. London III 51f. Ali Baug; Eli Smith Researches of Smith and Dwight in Armenia II 218 Anm. Albâgh, auf der Karte Albagh; Willock Journ. Roy. Asiat. Soc. Great Britain and Ireland I 135 Albâgh [1699] Shiel Journ. Roy. Geogr. Soc. London VIII 57 Elbâq; Referate von diesen bei Ritter Erdkunde v. Asien IX 641ff. 674; Ainsworth Journ. Roy. Geogr. Soc. London XI 35. 57; Travels and Researches in Asia Minor, Mesopotamia, Chaldea and Armenia II 286. 296 Albaq, Albak, auf der Karte Albakh; Referat bei Ritter a. a. O. XI 600. 639ff.; Layard Discoveries in Nineveh and Babylon 382 Al Bagh, auf der Karte El Baugh; vgl. auch Ḥâğğî Khalîfa Ğihân-numâ i. e. descriptio mundi, ed. Constantinop. 1732, 419f., franz. Übers. bei Charmoy Chèref-Nâmeh trad. 174. 177). Die Armenier, in deren Gebiet vordem diese Landschaft lag, unterscheiden zwei verschiedene Albâq, einen nördlicheren, zur Provinz (aškharh) Vaspurakan gehörigen Gau (gavar) Gross-Albâq (arm. Aḷbak Mets) und einen südlicheren, der zur Provinz Korčaikc gehört, Klein-Albâq (arm. Pcokcr Aḷbak); vgl. die dem Moses von Khorene zugeschriebene Geographie aus dem 7. Jhdt. n. Chr. (ed. Patkanow Text 19, russ. Übers. 47f.; Werke des Moses v. Khorene ed. Veneta 608f.) und Lukas Jnğiğean Beschreibung von Alt-Armenien, armenisch, Zusammenstellung von Angaben armenischer Schriftsteller über Gross-Albâq 206ff., über Klein-Albâq 148f.; St. Martin Mémoires sur l’Arménie I 177f. ganz ungenügend. Klein-Albâq war die Gegend um Ğûlâmärg (bei den Engländern auch Ğûlâmerik, armen. Ğlmar und Ğḷmar, syr. Ğûlâmark und Ğulmar bei G. Hoffmann Auszüge aus syrischen Akten persischer Märtyrer 230), wie aus den Angaben des armenischen Historikers Thôma Artsruni (um 900 n. Chr.) hervorgeht (ed. Constantinop. 1852, 58. 270. Brosset Collection d’Historiens Arméniens I 47. 194), da nach ihm die Burgen Ğlmar und Sring (dieses letztere auch als Gauname erwähnt, syr. Qalcâ dh Seringâ bei A. Grant The Nestorians 83; nach Ritter Erdkunde v. Asien XI 629 vielleicht Syrini, nordwestlich von Ğûlâmärg, auf Ainsworths Karte in Journ. Roy. Geogr. Soc. London XI und Travels and Researches II; s. auch H. Kieperts Karte von Georgien, Armenien und Kurdistan, 1854, zu Ritters Erdkunde; später, auf Karte von Armenien, Kurdistan u. Azerbeidschan, 1858, anders, nämlich südöstlich von Ğûlâmärg) in Klein-Albâq gelegen haben. Es wird also im allgemeinen dem jetzigen Gebirgsgau und dem nestorianischen Bistum (G. Hoffmann a. a. O. 204f.) Ğûlâmärg entsprochen haben, von dessen Umfang sich eine annähernde Vorstellung durch die von Ainsworth (Journ. Roy. Geogr. Soc. London XI 35; Travels and Researches II 285f., s. auch Ritter Erdk. v. Asien XI 599) gegebene Liste der dazu gehörigen nestorianischen Dörfer gewinnen lässt. Eine zu grosse Ausdehnung giebt Ališan (Geogr. v. Gross-Armenien, armen. 23) dem Gau Klein-Albâq, wenn er es ausser Ğûlâmärg auch noch dem neueren Bezirk Albâq gleichsetzt. Gross-Albâq dagegen wird das Gebiet um Baš-Qalca gewesen sein, dessen nördlichster Teil, wo sich die Wasserscheide der nach dem kaspischen Meere, dem Urmiasee und dem persischen Meerbusen fliessenden Gewässer befindet, den Namen Sär-Albâq, d. h. ,Albâq-Anfang‘, oder auch ‚Albâq-Ende‘, führt (Ainsworth Journ. Roy. Geogr. Soc. London XI 58 Sar al Bâgh, Travels and Researches II 296 Sir [1700] Albak ‚head of Albak‘, d. i. ,Albak-Kopf‘; bei Sandreczki Reise nach Mosul und durch Kurdistan nach Urumia III 51 wird Sar Albagh al-Pass bezeichnet). Ihm scheint im Grossen und Ganzen das nestorianische Bistum Albâk, sowie der heutige türkische Bezirk dieses Namens, der aus dem früheren Gau (nâhijä i Albâq) des kurdischen Fürstentums (ijálät) Hakkâri hervorgegangen ist (s. Scheref-Nameh ou Histoire des Kourdes par Scheref, prince de Bidlis, ed. Véliaminof-Zernof I 97. 102f. 106. 301; franz. Übers. v. Charmoy I 2, 122. 128f. 132. II 1, 159), zu entsprechen. Ališan (a. a. O.) verzeichnet als modernes Äquivalent des alten Gaus Gross-Albâq ausser Sär-Albâq noch Qara-Qojunlu. Was für ein Ort oder Distrikt dieses Namens gemeint sei, wird jedoch nicht angegeben und lässt sich nicht ermitteln; ausgeschlossen wegen der Lage und Entfernung ist der zwischen Aras (Araxes) und Akh-Čai ‚Weisser Fluss‘ gelegene Distrikt Qara-Qojunlu in der persischen Provinz Âzärbâîğân (Media Atropatene), der überdies von Ališan (a. a. O.) mit dem Gau Čvašṛot der armenischen Provinz Vaspurakan identificiert wird. Nach allediesem wird man nicht fehl greifen, wenn man Albâq als die alte Bezeichnung des hohen Gebirgsthales betrachtet, in dem die Quellen und der Oberlauf des grossen Zâb (Lykos) liegen. Auch die Trennung desselben in zwei Teile ist gewissermassen schon durch die Natur des Flusslaufes vorgezeichnet, der zuerst eine generell nord-südliche Richtung hat und sich dann plötzlich nach Südwesten wendet. Den nord-südlichen Abschnitt des Flussthales scheint Gross-Albâq, den von Nordosten nach Südwesten gerichteten Klein-Albâq umfasst zu haben, so dass die alte Gaugrenze zwischen beiden in der Nähe der Flussbiegung gelegen hätte. Damit ist im allgemeinen der Umfang des Gebietes bezeichnet, auf das, nach den vorhandenen, sehr spärlichen Daten, der Name Albâq angewendet worden ist. Die Stadt, welche Ptolemaios unter dem Namen A. aufführt, war zweifellos die mit der Landschaft gleichnamige Hauptstadt derselben; vielleicht war auch, wie dies öfters geschieht, der Name der Landschaft auf ihre Hauptstadt übertragen worden; so gebraucht auch Monteith (Journ. Roy. Geogr. Soc. London III 52), mit Recht oder Unrecht, den Namen des Bezirks für Burg und Stadt von Baš-Qalca, und ebenso steht auf der Karte zu Eli Smith Researches of Smith and Dwight in Armenia Albagh als Name einer Stadt. Vermutlich lag A. in Gross-Albâq, in der Nähe von Baš-Qalca (d. i. ,Burg des Anfangs‘; vielleicht ist das türkische baš ,Kopf, Anfang‘, auch ,Ende‘ hier Übersetzung des pers. sär, als Abkürzung von Sär-Albâq, also ,die Burg von Albâq-Anfang oder -Ende‘; Ainsworth Travels and Researches II 288 the Castle at the Headwaters of the Zab, ,die Burg an den Quellwässern des Zâb‘; nach Monteith a. a. O. 57 unter 38° 2' 1" nördl. Breite; in einer Seehöhe von 7818 engl. Fuss = 2383 Meter nach Layard Discoveries in Nineveh and Babylon 382 Anm.), dem Hauptorte des heutigen Bezirks Albâq (Layard a. a. O. 382). Vermittelst der Positionen des Ptolemaios das Resultat zu einem bestimmteren machen zu wollen, wäre zur Zeit vergeblich; denn für Morunda (Ptol. VI 2, 9), die jetzige Stadt Märänd [1701] im nördlichen Âzärbâîğân, das von Ptolemaios oder Marinos von Tyros deutlich demselben Routier entnommen ist wie A., und das den geeigneten Ausgangspunkt für eine genauere Localisierung dieses letzteren bildet, ist die ptolemaeische Längenangabe nicht mit der genügenden Sicherheit festgestellt, um Schlüsse darauf zu bauen (s. u. Morunda). Überraschend ist, dass bei Ptolemaios Albâq-A. zu Medien, genauer Media Atropatene, gerechnet wird, und nicht, wie man zunächst erwarten sollte, zu Armenien, wozu es später immer gehört hat. Interessant ist es daher, dass sich bei dem armenischen Historiker Thôma Artsruni (ed. Constantinop. 1852,58. Brosset Collection d’Historiens Arméniens I 47) die Überlieferung findet, dass im Gau Albak Nachkommen Ašdahak des Meders (armenisch Ašdahak Mar), also Meder, gewohnt hätten, was vielleicht in einer früheren, dauernden oder auch nur zeitweiligen Zugehörigkeit zu Media Atropatene seine Erklärung findet. Da es sich um ein Gebiet handelt, über das wir aus dem Altertum nur ganz wenige, zusammenhanglose Angaben besitzen, so mag auch eine kühnere Combination, durch die eine völlig vereinzelte Notiz zu anderweitig bekannten Thatsachen in Beziehung gebracht wird, hier ihren Platz finden. In einer aus den Commentarien des Dellius stammenden Stelle des Strabon (XI 523, frg. 11 bei W. Fabricius Theophanes v. Mytilene u. Quintus Dellius als Quellen d. Geogr. d. Strabon 233) wird die Landschaft Συμβάκη erwähnt, die von den Armeniern den atropatenischen Medern entrissen, von diesen aber dann jenen wieder abgenommen worden war. Wahrscheinlich ist dieses letztere im J. 33 v. Chr. geschehen, infolge des Bündnisses zwischen Antonius und Artavasdes (s. d.), dem Könige des atropatenischen Mediens (v. v. Gutschmid Geschichte Irans 101, dem Fabricius a. a. O. 22. 233 folgt). Symbake wird sonst nirgends wieder genannt; ein Versuch, es zu identificieren, ist bisher nicht gemacht. Zunächst spricht die grössere Wahrscheinlichkeit dafür, dass es an der Westgrenze, nicht an der durch den Aras (Araxes) gebildeten Nordgrenze von Media Atropatene lag. Dann würde aber die Bemerkung über Symbake vortrefflich auf den nördlichen Teil von Albâq, also auf den Gau Gross-Albâq, passen; und es erscheint keineswegs undenkbar, dass der ganz unbekannte Name Ἀλβάκη allmählich in Συμβάκη) corrumpiert worden ist (Näheres u. Symbake). Trifft diese Combination wirklich das Richtige, dann stammt wahrscheinlich das Itinerar, aus dem Ptolemaios oder schon vor ihm Marinos von Tyros Namen und Lage der medischen Stadt A. entnommen haben, aus der Zeit nach 33 v. Chr.; es enthielt den Namen in der lautlich etwas genaueren Wiedergabe Ἀλουάκα, d. i. *Albhâka. Das Verdienst, darauf hingewiesen zu haben, dass A. dem neueren Albâq entspricht, gebührt Ritter (Erdk. v. Asien XI 639). Ihm folgte H. Kiepert (M.-Ber. Akad. Berl. 1859, 200f.; Lehrbuch d. alt. Geographie 80), der aber die Identification in nicht zu billigender Weise erweitert hat, indem er auch den von Ptolemaios (VI 1, 2) überlieferten Landschaftsnamen Ἀῤῥαπαχῖτις (s. d.) heranzog und Albâq gleichsetzte (zuerst auf der Karte von Armenien, Kurdistan und Azerbeidschan, 1858). Dazu fügte er dann noch die in den Inschriften der assyrischen [1702] Könige wiederholt erwähnte Stadt und Provinz Arrapha (Ar-rap-ḥa, Arba-ḥa), deren Statthalter bei den Assyrern mit zu den Eponymen gehörten, und deren Name ein ansprechendes Mittelglied zwischen Arrapachitis und Albâq abzugeben scheint. Trotzdem Th. Nöldeke (Untersuch. z. Kritik d. alt. Testaments 151; ZDMG XXXVI 182), Lagarde (Armenische Studien 8), Schrader (Keilinschriften u. Geschichtsforschung 163. 164. 167 Anm.; die Keilinschriften u. d. alte Testament 112), Dillmann (Genesis6 195), Friedr. Delitzsch (Wo lag das Paradies 125), E. Meyer (Geschichte d. Altertums I 418), Tiele (Babylonisch-assyrische Geschichte I 62. 74. II 497) der Combination Kieperts zugestimmt haben, so ist sie doch als entschieden verfehlt zurückzuweisen. Was zunächst die Gleichsetzung von Arrapachitis und Albâq (Aluaka) anbetrifft, so lässt sich die überlieferte Lage von Arrapachitis mit derjenigen von Albâq in keiner Weise vereinigen. Ptolemaios, der einzige, durch den wir von Arrapachitis wissen, setzt es zwischen Armenien (παρὰ τὴν Ἀρμενίαν) und Adiabene (ἡ μεταξὺ τῆς Ἀῤῥαπαχίτιδος καὶ τῶν Γαραμαίων Ἀδιαβηνή). Danach musste es zwischen dem grossen Zâb (Lykos), der Adiabene (s. d., syr. Ḥdhaijabh) nach Norden zu begrenzt, und den kurdischen Bergen, genauer der al-Khair-Kette, nördlich der Stadt Aqra, liegen; vom Tigris war es wahrscheinlich durch die Landschaft Kalachene (s. d.) getrennt, so dass man sich als Westgrenze das Ğabal al-Maqlûb-Gebirge oder den Khâzir (Ghâzir)-Fluss, den Bumodus der Alten, denken könnte (das Nähere unter Arrapachitis). Auf den blossen Namensanklang hin sich über die Angaben des Ptolemaios, an die wir uns zunächst, in Ermanglung einer jeden andern Nachricht, halten müssen, einfach hinwegzusetzen, oder aber die Nordgrenze von Assyrien um mehr als einen Breitengrad nach Norden hin zu verschieben, wie dies Kiepert thut, und Arrapachitis nach Albâq zu verlegen, ist unzulässig. Soll wirklich eine Correctur der ptolemaeischen Angaben vorgenommen werden, so wird sie nur nach einer anderen Richtung hin erfolgen können. Ganz unwahrscheinlich wäre auch die Annahme, dass Albâq Gesamtbezeichnung für die Uferlandschaft des grossen Zâb von dessen Quelle bis zu seiner Einmündung in den Tigris gewesen sei. Landschaftsnamen pflegen eine beschränktere Geltung zu haben; in diesem Falle kennen wir für die Gegend zwischen Albâq und dem ptolemaeischen Arrapachitis eine ganze Reihe von Gaunamen, teils aus der Liste der Gaue von Korčaikc in der dem Moses von Khorene zugeschriebenen Geographie (ed. Patkanow, Text 18f.; russ. Übers. 46f.; Werke d. Moses v. Khorene ed. Veneta 608), teils aus den Aufzählungen syrischer Bistümer (z. B. bei G. Hoffmann Auszüge a. syr. Akt. pers. Märtyrer 204f.), die sich offenbar in ihrem Umfang und ihrer Benennung an die alten Gebirgsgaue angeschlossen haben. Hinsichtlich der Identificierung der assyrischen Stadt und Provinz Arrapḥa mit Albâq, welcher die Assyriologen (s. die oben angeführten Stellen der Werke von Schrader, Friedr. Delitzsch und Tiele) bis vor kurzem fast ausnahmslos zugestimmt haben — nur Delattre (Le Peuple et l’Empire des Mèdes 118, 3) bezweifelt ihre Richtigkeit —, kann hier nur kurz hervorgehoben werden, [1703] dass nichts für eine so nördliche Lage jener assyrischen Stadt und Provinz spricht, dass eine unbefangene Betrachtung der Thatsachen vielmehr mit Notwendigkeit auf eine viel südlichere Gegend führt. Neuerdings ist auch H. Winckler (Geschichte Babyloniens u. Assyriens 207. 215) zu einer solchen Auffassung gelangt und hat, unter Zurückweisung der Identificierung von Arrapḥa mit Arrapachitis, das aber auch er noch für die Landschaft am Oberlauf des grossen Zâb hält, die assyrische Provinz Arrapḥa in die Gegend jenseits des kleinen Zâb (Kapros), vielleicht sogar des Diyâlâ (Gyndes), verlegt. Eine südliche Lage von Arrapḥa stimmt aber in so auffallender Weise mit derjenigen der Stadt Ἄῤῥαπα (s. d.) überein, die Ptolemaios (VI 1, 6) südöstlich von Arbela ansetzt, dass an der Identität beider nicht zu zweifeln ist. Dann wäre aber auch zu erwägen, ob nicht ein Zusammenhang zwischen Arrapa und der Landschaft Arrapachitis angenommen werden muss, der allerdings eine Berichtigung der von Ptolemaios für diese letztere gegebenen Grenzbestimmungen zur Folge haben würde, aber in einer ganz anderen, als der von Kiepert vorgenommenen Weise (s. unter Arrapachitis). Hat nun auch die Gleichsetzung von Arrapḥa mit Albâq-A. zurückgewiesen werden müssen, so lässt sich ein anderer von den Assyrern überlieferter Stadt- und Landesname vielleicht mit mehr Recht damit in Verbindung bringen. Der assyrische König Ašur-nâṣir-abal (885—860 v. Chr.) nennt in dem Bericht über seinen in das J. 880 fallenden Feldzug in Armenien (Na-i-ri) auch Arbakki (Ar-ba(-ak)-ki) in dem Lande Kirḥi (Annalen- oder Platteninschrift II 112, Keilinschriftl. Biblioth. I 90), dann die von ihm eroberten Festungen von Arbakki, Iiaia und Salaniba (I-ia-ia Sa-la-ni-ba maḥâzâ-ni dannûti ša Ar-ba(-ak)-ki, ebd. 116, Keilinschriftl. Bibliothek a. a. O), endlich erwähnt er es in einer Aufzählung von Ländern (Monolithinschrift 49, Keilinschr. Bibl. I 92 Anm.), deren Städte er erobert hat, als (mâtu) Ar-ba-ki. Da nun das Land Kirḥi, zu dem er Arbakki rechnet, im Osten an das Land Kirruri (Kir-ru-ri) grenzte (s. Ašur-nâṣir-abals Annaleninschr. I 58f., Keilinschr. Bibl. I 62), dieses aber nach Schraders Auseinandersetzungen (Keilinschrift. u. Geschichtsforschung 163; s. auch Tiele Babylonisch-Assyrische Geschichte I 180) in der Ebene westlich vom Urmia-See gelegen hat, so muss aller Wahrscheinlichkeit nach Kirḥi das Gebiet von Albâq mitumfasst haben. Dann liegt aber nichts näher, als das zu Kirḥi gehörige Arbakki mit Albâq-A. zu identificieren. Eine Erklärung des Namens A. zu versuchen ist unthunlich, da ganz unsicher ist, welcher Sprache es ursprünglich angehörte. Als Material für spätere Combinationen mögen einige anklingende iranische Orts- und Personennamen zusammengestellt werden: Ἀρβάκα, Stadt in Arachosien (Ptolem. VI 20, 4); Ἀρβούα, Stadt in der Persis (Ptolem. VI 4, 5); Ἀρβάκας, Name eines Satrapen von Medien, in der nicht von Xenophon selbst herrührenden Aufzählung von Satrapen, Anab. VII 8, 25, und das damit identische Ἀρβάκης, Name eines Feldherrn des Artaxerxes Mnemon (Xenoph. Anab. I 7, 12), sowie eines medischen Feldherrn (Diodor. II 24f. aus Ktesias); derselbe Name findet sich [1704] schon in der von George Smith (Assyrian Discoveries 288f. Winckler Keilschrifttexte Sargons II 44 B) veröffentlichten Liste medischer Häuptlinge, die dem assyrischen Könige Sargon im J. 715 Tribut zahlten, Ar-ba-ku ša(mâtu) Ar-na-sia; vgl. auch Ἀρπο- in dem îrânischen Namen des mythischen Skythenkönigs Ἀρπόξαϊς (Herod. IV 5f.) und Ἀλφα- in dem Personennamen Ἀλφασάτης (Inschrift von Bîsutûn CIG 4674).

Nachträge und Berichtigungen

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Band S I (1903) S. 65 (EL)
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S. 1698ff. zum Art. Aluaka:

Die von Andreas vorgeschlagene Identification von A. mit dem Arbaki der Keilinschriften (s. dazu jetzt auch Streck Ztschr. f. Assyriol. XIII 98) wird von Šanda Untersuch. z. Kd. d. alt. Orients 12 = Mitt. d. vorderasiat. Gesellsch. VII 28 verworfen und a. a. O. 10 (bezw. 26) eine Gleichung Arbaki = κάστρον Ἀριβάχιον des Georg. Cypr. 938 aufgestellt.

[Streck. ]
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Band R (1980) S. 23
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Aluaka

Med. Stadt. (L) S I.