Textdaten
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Autor: Otto Sommerstorff
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Titel: Liebes-Idyll
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 338–339
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
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Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons = Google-USA*
Kurzbeschreibung:
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Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu
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[338]

Liebes-Idyll.

Im Park sitzt Kunigunde
Mit Eduard allein –
Am hohen Himmelsrunde
Erglänzt des Mondes Schein.

5
Die Blätter rings erbeben

Im linden Abendhauch –
Er spricht: »Mein teures Leben,
O sag’, liebst du mich auch?«

Es duftet süss der Flieder,

10
So sinnberückend nah –

Sie schlägt die Augen nieder
Und flüstert »Ja, ach ja!«

[339]

Der Nachtigallen Schlagen
Tönt durch den stillen Park –

15
Er spricht nach ein’gem Zagen:

»Dann – leih’ mir hundert Mark!«

Sie springt in jähem Grimme
Von ihrem Sitz empor
Und spricht mit heis’rer Stimme:

20
»Wie kommen Sie mir vor!« …


Er drauf: »Warum denn grollen,
Mein Lieb, was fällt dir ein?
Sieh dort den Mond, den vollen,
Mit seinem Silberschein,

25
Schaust du ihm nicht voll Wonne

Ins leuchtende Gesicht? …
Auch er hat seine Sonne
Und – pumpt von ihr sein Licht!«


Otto Sommerstorff.