Hauptmenü öffnen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Hermann Jäger
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Der Pflanzenschmuck der Wohnungen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 17, S. 282–284
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1875
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[282]
Der Pflanzenschmuck der Wohnungen.


Die Liebe zu den Blumen – so nennen wir nach allgemeinem Gebrauch alle Zimmerpflanzen – ist, wie wohl Jedem aus Erfahrung bekannt, unter allen Ständen verbreitet. Die Blumenzucht beginnt in den schwach erhellten Räumen der Kellerwohnung, entwickelt sich zu prächtigen Decorationen in der sogenannten Bel-Etage und steigt hinauf bis zum Dachstübchen, wo die arme Näherin oder der gering besoldete kleine Beamte seine Wohnung sucht. Sie blüht in der Stadt wie auf dem Lande. Allerdings ist sie besonders in Kreisen heimisch, wo das Gemüthsleben gepflegt wird. Rohe, nur nach gemeinem Sinnesgenuß strebende Menschen pflegen keine Blumen.

Aber die Freude an den Blumen zeigt sich auf verschiedene Weise. Die Einen wollen mit den Pflanzen nur ihre Wohnung schmücken und stellen sie in die Classe der übrigen todten Zimmerdecorationen. Die Andern lieben sie um ihrer selbst willen und erfreuen sich ihrer Schönheit, ohne viel an die Verschönerung zu denken. Bei den Ersteren sind die Blumen blos Mittel – Decorationen, – bei den Zweiten Selbstzweck. Auf welcher Seite die bessern Erfolge zu suchen sind, brauche ich nicht zu sagen. Wer die Blumen den todten Schmuckgegenständen gleichstellt, wird auch stets nur todte haben. Schon dieser Verdruß sollte dazu bestimmen, sich der Blumen mehr anzunehmen, selbst wo der Verlust an Geld nicht im geringsten in Betracht kommt. Ist es nicht für Jeden ein schmerzliches Begegniß, Blumen, also lebende Wesen, die am Tage vorher strahlten und dufteten, verdorrt und unrettbar verloren zu sehen?

Man muß den Pflanzen mit Liebe zugethan sein. Aber die Liebe muß sich durch die That, durch liebevolle Pflege bethätigen. Und doch, wie selten wird das erkannt!

Bei den so ungemein verschiedenen Verhältnissen in Bezug auf Einrichtung und Hülfsmittel, bei der großen Menge von Pflanzen, welche jetzt Bewohner der Zimmer geworden sind, ist es schwer, zur Pflege der Blumen mehr als allgemeine Vorschriften zu geben. Hierauf soll sich meine heutige Darstellung beschränken. Das Einzelne möge dann der freundliche Leser in Fachschriften nachlesen, und mit gutem Gewissen kann ich mein eigenes, mit vielen Abbildungen versehenes kleines Werk „Die Zimmer- und Hausgärtnerei“ hierzu empfehlen.

Die Zucht der Blumen in den Wohnräumen bringt manche Schwierigkeiten mit sich, welche der Gärtner nicht kennt, daher viele Ausnahmen in der Behandlung. Dabei stellt sich aber die überraschende und für Blumenfreunde erfreuliche Wahrnehmung heraus, daß manche Pflanzen im Zimmer sich schöner entwickeln, als in Gewächshäusern, wo man ihnen die beste Behandlung angedeihen läßt. Ich nenne als solche den sogenannten Gummibaum (Ficus elastica), den Kaffeebaum, den chinesischen wohlriechenden Oelbaum (Olea oder Osmanthus fragrans), Curculigo (da von hundert Pflanzen für neunzig keine deutschen Namen vorhanden sind, auch nicht gemacht werden können, so müssen sich Blumenfreunde an den Gebrauch fremder Namen gewöhnen), Dracaena heliconiaefolia und robusta, die immergrüne Kletterpflanze Cissus antarcticus, Cyclamen (das sogenannte Alpenveilchen), die lebendig gebärende Graslilie Chlorophytum Sternbergianum oder Cordyline vivipara (die Calla). Der Grund dieser Erscheinung liegt einestheils in der mehr trockenen Luft, welche viele Pflanzen, analog den Standorten in ihrem Vaterlande, bedürfen, welche ihnen aber im Gewächshause nicht zu Theil werden kann, anderntheils aber darin, daß sie einzeln stehen, sich frei ausbreiten können und nicht von Ungeziefer leiden, wenigstens leicht davon gereinigt werden können. Die beliebte Calla blüht im Zimmer, immer in einem mit Wasser angefüllten Untersatze stehend, fast das ganze Jahr, bei den Gärtnern nur im Winter. Das erwähnte Chlorophytum steht im Zimmer frei auf einem hohen Ständer, und die neuen durch Fäden an der Mutter befestigten, bewurzelten Pflanzen hängen nach allen Seiten herab und werden nicht gestört, was im Glashause nicht angeht. Das Alpenveilchen, in seinen natürlichen Standorten, den höheren Gebirgen, monatelang mit Schnee bedeckt, blüht nur einmal, entweder im Frühlinge, wie das persische und die südeuropäischen Arten, oder im Sommer, wie das deutsche Alpenveilchen, und die Gärtner geben den Pflanzen einige Monate trockene Ruhezeit. Im Zimmer dagegen, in einem ganz unnatürlichen Zustande, tränkt man sie immer durch Untersätze, und sie blühen fast das ganze Jahr.

Ich erwähne solche Thatsachen, um die Schwierigkeiten, welche sich dem Gedeihen der Zimmerpflanzen entgegenstellen, nicht in einem allzu düsteren Lichte erscheinen zu lassen. Dieser Schwierigkeiten sind gar viele: Mangel an hinreichendem Licht und ungeeignete Wärme, unreine, oft durch Gas verdorbene Luft etc. In jedem bewohnten Zimmer ist nur am Fenster ein durchaus heller Standort, und wenn man den Pflanzen die meisten Fenster einräumen will, was jedenfalls die Behaglichkeit der Wohnung stört, so haben sie doch immer nur seitliches, einseitiges Licht. Die Wohnzimmerwärme ist nicht für alle Blumen ungeeignet, wie schon aus den gegebenen Beispielen hervorgeht, aber für sehr viele. Es bieten aber Nebenzimmer und weniger warme Räume Gelegenheit, ihnen eine günstige Temperatur zu verschaffen. Leider sinkt diese durch Nachlässigkeit in kalten Wintern oft tiefer, als Pflanzen ertragen können. Am schlimmsten ist die schlechte Beschaffenheit der Luft. Dieselbe ist zeitweise mit Staub und Ruß (von Oefen und Beleuchtung) erfüllt, zuweilen zugig, vor allem für die meisten Blumen zu trocken. Man muß die Pflanzen vor diesen feindlichen Einflüssen möglichst schützen und die Arten derselben speciell im Hinblick auf den ihnen bestimmten Standort auswählen. Lichtmangel, trockne Luft, hohe und tiefe Wärme etc. vertragen zwar nur wenige, aber doch einige schöne Pflanzen, welche alles Ungemach ohne merklichen Schaden besiegen, wenn man ihnen im Sommer eine Erholungspflege giebt. Ich nenne z. B. die grüne und bunte Aspidistra elatior (Plectogyne variegata), einige Drachenpalmen oder Dracänen Dracaena rubra, congesta, paniculata etc.), den sogenannten kleinen Gummibaum (Ficus[WS 1] australis), den japanesischen Spindelbaum (Evonymus japonicus), Pittosporum Tobira etc. Hierher gehört auch theilweise der Epheu, wenn er oft genug gewaschen und angefeuchtet wird; auch einige Fächerpalmen vertragen bei sonst guter Behandlung viel.

Als Schutz für die Blumen ist zu empfehlen das Belegen des Fußbodens mit Wachstuch- oder anderen Teppichen, Anstrich desselben mit Oelfarbe, Fußbodenlack oder Wachs, weil in Folge dessen das trockene Reinigen – gefährlich wegen des [283] Staubes – wegfällt, ferner das Verhängen der Pflanzen mit leichten Tüchern beim Reinigen der Zimmer und bei Zugluft, welche stets Staub verursacht, und das Anbringen von Schutzwänden nach Art „spanischer Wände“.

Zu den gebräuchlichen Schutzmitteln gehört das Stellen der Blumen hinter Doppelfenster und in Fensterglashäuschen und Glaskästen. Für die Glaskästen vor den Fenstern und im Zimmer bedarf es einer genauen Auswahl, denn in erstere gehören licht- und luftbedürftige, in letztere aber feuchte Luft und Wärme liebende oder vertragende Pflanzen. Diese bedeckten Blumentische können sich bei bemittelten Pflanzenfreunden aber auch wohl zu kleinen Wintergärten erweitern. Mein genanntes Buch, noch mehr mein „Frauengarten“ (Gartenbuch für Damen) enthält verschiedene Abbildungen davon. Gegen die sehr schädlichen Einflüsse des Leuchtgases, nicht des Lichtes, sondern des Kohlenoxydgases und die ausströmenden Rußtheile müssen besondere Maßregeln getroffen werden, indem man die Röhren durch Oelfarbenanstrich dichter machen, alle Hähne fest verschließen und auf das Genaueste einpassen läßt. Trotzdem gedeihen eine Menge schöner Pflanzen, z. B. die Begonien oder Schiefblätter, nicht in Zimmern, wo Gas gebrannt wird, denn es strömt doch immer etwas Kohlenoxyd aus. Die nothwendige Luftfeuchtigkeit, welche in stark geheizten Räumen auch den Menschen so wohl thut, wird besser durch bei und zwischen den Pflanzen aufgehängte nasse Schwämme, als durch im Ofen aufgestellte Wassergefäße hergestellt, denn vom Ofen strömen die Wasserdünste sogleich aufwärts und verdichten sich an den Fenstern zu Wasser.

Wir wollen nun die Standorte betrachten, welche den Zimmerpflanzen geboten werden müssen. Das Fenster ist der beste Standort für kleine, lichtbedürftige Pflanzen. In den meisten Wohnungen ist es der einzige für Blumen benutzte Platz. Aber hier ist wenig und schmaler Raum, auch machen viele Blumen das Zimmer dunkel und unbehaglich. Man sollte wenigstens die Hälfte der Fenster frei lassen. Wo in starken Mauern ein Doppelfenster angebracht wird, gewinnt man schon mehr Platz, und die Blumen halten sich darin frischer und länger. Manche Winterblumen, z. B. Maiblumen, Veilchen, Chinaprimeln, vertragen den freien Stand im Wohnzimmerfenster nur kurze Zeit. Größere, ausgebreitete Pflanzen mit harten Blättern, welche weniger Lichtbedürfniß haben, stellt man auf Blumentische, höhere auf den Fußboden, sehr breite, z. B. Fächerpalmen verschiedener Art, auf besondere Ständer, welche zur Seite von Schreibtischen, Sophas etc. aufgestellt werden. Leider sind guteingerichtete Blumentische nicht häufig, indem sie meist zu klein sind und einen zu schrägen Rand haben, auch bald bedenkliche Neigungen zeigen. Noch seltener findet man praktische Blumenständer für Einzelnpflanzen.

Gegenwärtig sind die geschnitzten Ständer sehr in Gebrauch, aber wenig brauchbar, da ein Luxustopf darauf gehört, der gar keinen Halt hat und dem Gedeihen der Pflanze hinderlich ist. Besser sind korbartige Gestelle, in welchen der Topf verdeckt aufgestellt wird. Man kann dieselben mit Epheu begrünen. Ist das Zimmer hell und geräumig, so dürfen höhere Pflanzen neben dem Sopha, Schreibtische, in Ecken aufgestellt werden, im Sommer um den Ofen und vor das Kamin. Auch auf Schränken, Kommoden, Schreibtischen etc. sieht man oft Pflanzen geschmackvoll angebracht; es kann darin aber leicht des Guten zu viel gethan werden, sodaß der Aufenthalt durch Ueberfüllung drückend wird. Reizend sind Pflanzen auf Consolen, entweder frei oder mit verdeckten Töpfen. Die Consolenpflanzen hängen bald zierlich herab, bald breiten sie sich an den Wänden aus, um leere Flächen zu decken, oder sie umrahmen als Schlingpflanzen Bilder, Spiegel, Büsten, Statuetten etc.

Zur Aufstellung an nicht ganz hellen Plätzen wähle man immergrüne Pflanzen mit glatten, steifen Blättern. Im Sommer stelle man den größten Theil der Pflanzen im Freien auf, die kleinen vor dem Fenster und auf dem Blumenbrette, die größeren auf dem Balkon, in offenen Galerien, im Dachgarten, im Hofe[1] oder – was natürlich am besten ist – im Garten. Glücklich der Pflanzenfreund, dessen Wohnung einen an das Wohnzimmer stoßenden Erker oder ein Thurmzimmer aufzuweisen hat, denn er kann es oft ganz den Blumen einräumen, während das Wohnzimmer nur den wirklich verschönernden Schmuck behält. Wird dieser Ausbau durch Glasthüren geschlossen, welche aber zeitweise offen bleiben, so halten sich darin die Blumen frisch und blühen viel länger.

Die mit Glas bedeckten Vorrichtungen für Blumen sind eine Art bedeckter Blumentische oder Blumenglasschränke. In ersteren finden nur niedrige, in letzteren auch höhere Blumen Platz. Je tiefer am Boden diese Pflanzenbehälter aufgestellt sind, desto besser die Beleuchtung. Hier sind die Pflanzen gegen Staub und trockene Luft gesichert, und es gedeihen darin auch die schönen Farnkräuter und Farnmoose (Lycopodien), welche im geheizten Zimmer offen nicht zu erhalten sind. Wer lebhafte Gerüche nicht vertragen kann, stelle die stark duftenden Blumen ebenfalls in den Glasverschluß. Will man sich des Duftes erfreuen, so genügt ein kurzes Oeffnen, um die gefesselten Blumengeister ausströmen zu lassen. Aber es gedeihen viele Blumen nicht unter Glasverschluß. Daher bedarf es einer besonderen Auswahl, welche sich größtentheils auf Warmhauspflanzen beschränkt. Stehen die Blumen ohne Töpfe zwischen und auf Felsgebilden von Tufftein oder Virginkork, so nennt man solche Aufstellungen ein Terrarium (im Gegensatze zu Aquarium). Man benutzt hierzu kleine Pflanzen ohne Blumen, aber mit besonders schönen Formen und Blättern. Der Glasschrank kann auch ein nach innen erweitertes Doppelfenster sein, welches vor dem nach außen erweiterten viele Vorzüge hat. Hierzu gehört aber ein vielfenstriges Zimmer, denn diese Einrichtung verdunkelt den betreffenden Raum. Man kann darin, sowie in jeder schrankartigen Einrichtung, mit Leichtigkeit einen Springbrunnen anbringen, in welchem natürlich Goldfischchen nicht fehlen dürfen. – Außerhalb des Wohnzimmers, Prunkzimmers und des Salons finden wir den Blumenschmuck selten. Und doch ist es so schön und so leicht, auch große Vorsäle, weite Treppen und Treppenhäuser mit Grün zu schmücken, was zugleich den Vortheil hat, große Pflanzen, welche man als Gartenzierde braucht, zu überwintern. Tritt strenge Kälte ein, so bringt man sie kurze Zeit in den Keller. In nordischen Gegenden werden übrigens Häuser, in denen auch die Gänge und Treppen geheizt werden, bekanntlich immer häufiger.

Soviel über die Bedingungen, die bei Aufstellung von Blumen zu beachten sind. Ueber die Behandlung und Auswahl derselben jetzt etwas mitzutheilen, verbietet mir heute der Mangel an Raum.

Von größter Wichtigkeit für die ganze Zimmerblumenzucht ist der Ankauf der Blumen und deren Gewöhnung an den neuen Standort. Je größer die Verschiedenheit zwischen Treibhäusern und Wohnräumen ist, desto größer sind die Nachtheile des Ueberganges von dem einem Raume in den anderen. Dort feuchte Wärme, Licht von allen Seiten, reine Luft – hier trockene Hitze, Staub, Zugluft. Wer Pflanzen nicht zu einer besonderen Gelegenheit kauft, sondern für dauernd, kaufe sie im Frühjahre oder zeitig im Sommer, nie im Herbste. Sie werden dann sich leichter, weil ganz allmählich, an den Wechsel gewöhnen. Er kaufe junge, jedoch nicht zu schwache Pflanzen, da sich diese besser gewöhnen. Es ist jedoch der Ausdruck „stark“ sehr vieldeutig, und man würde sich sehr wundern, wenn man, nachdem man eine starke Palme bestellt hat, eine mächtige Kiste und eine Rechnung von fünfundzwanzig Thalern oder mehr bekäme. Kauft man in der Winterzeit Blumen, so beachte man, wo sie beim Gärtner gestanden haben, ob in einem nicht zu warmen Glashause, oder im Treibhause, vielleicht im noch heißeren und feuchteren Treibkasten. In letzterem Falle müssen sie nicht nur auf dem Transport nach dem Hause besser gegen Kälte verwahrt, sondern auch anfangs durch Papier oder gewebte Stoffe gegen die trockene Wärme geschützt werden. Läßt man bei Kälte Blumen holen, so gebe man dem Besorgenden genaue Vorschrift zur Verwahrung und die nöthige Bedeckung, sonst machen es sich Dienende oft bequem und bringen die Blumen unverwahrt. Auch gut verwahrte Blumen müssen zum Uebergang erst einige Minuten in einer kühleren Temperatur stehen. Am meisten Vorsicht verlangen getriebene Blumen, als Maiblumen, Veilchen, Hyacinthen, Rosen etc. Pflanzen, welche das ganze Jahr im Zimmer stehen können, lasse man darin, denn durch das Aufstellen im Freien oder zeitweilige Pension bei dem Gärtner

[284] gehen die Vortheile der Angewöhnung wieder verloren. So gewöhnen sich und blühen Camellien leicht im Zimmer, wenn sie immer darin bleiben, werfen aber meist die Knospen ab, wenn man sie nur im Winter in das Zimmer bringt. Von den prächtigen Dracänen verlieren bald nach dem Ankaufe mehrere großblättrige Arten im Zimmer die Blätter und scheinen unrettbar verloren. Pflegt man sie aber sorgfältig, so bilden sich erst kleine, dann immer größere Blätter, und zuletzt kann man sie zu so üppigen Pflanzen heranziehen, wie im Gewächshause.
H. Jäger.

  1. Siehe Gartenlaube von 1873, Nr. 23, „Der Garten auf dem Hause“, sowie von 1865, Nr. 22, „Der Lustgarten im Hofe“.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Fitus