BLKÖ:Somogyi (Csizmazia), Alexander

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Sommerfeld, Wilhelm
Band: 35 (1877), ab Seite: 292. (Quelle)
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Somogyi (Csizmazia), Alexander (Schriftsteller, geb. zu Farkasd im Neutraer Comitate Ungarns am 4. November 1772, Todesjahr unbekannt). Sohn adeliger und reformirter Eltern. Somogyi trat später zur römisch-katholischen Kirche über. Seine Studien beendete er in Preßburg und Losoncz. Dann trat er bei der königlichen Tafel in den öffentlichen Dienst, der ihm [293] jedoch wenig zu schaffen machte, da er sich meist mit Oekonomie beschäftigte und als Verwalter, n. A. als Generalbevollmächtigter der Freiherrnfamilie Podmaniczki abwechselnd in Pesth und Tiszaföld im Heveser Comitate lebte. Für schöngeistige Literatur zeigte er frühzeitig Interesse und betheiligte sich 1805 gemeinschaftlich mit Karl Farkas an dem bei Landerer in Ofen erschienenen belletristischen Blatte „Mulatságok“, d. i. Unterhaltungen, welches theils Originalien, theils Uebersetzungen schöngeistiger Werke in Prosa und gebundener Rede brachte. Eine Uebersetzung der Gleichnisse von Karoline Pichler, welche unter dem Titel: „Hasonlatosságai“ (Pesth 1807, Institoris) herauskam, fand ihrer glücklichen Wiedergabe wegen günstige Aufnahme. Nach Anderen soll Somogyi’s Frau, Barbara, eine geborene Kelemen, die Uebersetzerin sein. Seit dem Jahre 1820 widmete sich S. fast ausschließlich literarischen Unternehmungen, so wirkte er seit 1821 als Mitarbeiter bei dem von Stephan Kulcsár [Bd. XIII, S. 354] begründeten Blatte „Hazai s külföldi tudósitások“, d. i. In- und ausländische Nachrichten, welches er nach Kulcsár’s 1828 erfolgtem Tode bis 1831 selbst fortführte. Außer verschiedenen kleineren Aufsätzen und Abhandlungen, einer unvollendet gebliebenen praktischen Grammatik der ungarischen Sprache gab S. noch das folgende größere Werk: „Deutumogerek vagy a magyaroknak ős-elei“, d. i. Die Ahnen der ungarischen Nation (Ofen 1826, Landerer, mit 2 Karten) heraus. Eine andere, an Stephan Horváth [Bd. IX, S. 324] für die von demselben 1825 veröffentlichten: „Rajzolatok a magyar nemzet legrégibb történeteiből“, d. i. Schilderungen aus der ältesten Geschichte der ungarischen Nation, geschickte historische Abhandlung ist in Verlust gerathen. Wann Alexander S. gestorben, geben die ungarischen Quellen nicht an. Ueber seinen Sohn Karl vergleiche die besondere Lebensskizze S. 294.

Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich, 8°.), I. Theil, S. 419.