BLKÖ:Passy, Joseph

Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 21 (1870), ab Seite: 332. (Quelle)
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3. Anton’s dritter Bruder Joseph Passy (geb. zu Wien 4. September 1786, gest. ebenda 31. August 1820) erlernte im väterlichen Hause die Handlung, bei welcher Beschäftigung sein hochfliegender Geist keine Befriedigung fand. Bei seinem empfänglichen Sinn für schöne Literatur und namentlich für das Theater gab er das Handlungsgeschäft auf und wurde Schauspieler. Er begann seine theatralische Laufbahn in Prag. Als er aber – ungeachtet ihm eine schöne äußere Erscheinung sehr zu Statten kam – doch nicht durchzudringen vermochte und er mit der Mittelmäßigkeit sich nicht begnügen wollte, verließ [333] er das Theater, kehrte nach Wien zurück, wo er dann bei dem k. k. Bücher-Revisionsamte eine Anstellung erhielt. Er starb nach langem Lungenleiden im Alter von 33 Jahren. Joseph P. hat einige poetische und dramatische Arbeiten veröffentlicht: „Thebas[WS 1]; eine Tragödie mit Chor in fünf Acten“ (Wien und Triest 1805); – „Die Riesenschlacht; ein Gedicht“ (Wien 1811, Geistinger, gr. 12°.); – „Titus Manlius Torquatus; eine Tragödie“, wovon nach Kayser’s „Bücher-Katalog“, Abtheilung „Schauspiele“, in einem Jahre (1816) zwei Ausgaben, eine bei Schaumburg u. Comp. in 8°., eine zweite bei Wallishausser in gr. 8“. erschienen sein sollen. Ein Jahr vor seinem Tode gab er das „Taschenbuch des Scherzes und der Satyre für das Jahr 1819“ (Prag und Wien 1818, Haas, 12°., mit K. K.) heraus. Ein Moriz Kornfeld hat ihm in Gräffer’s „Conversationsblatt“ 1820, Bd. III, S. 1035, einen poetischen Nachruf: „Ein Blümchen auf Joseph P.’s Grab“ gewidmet.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Thebes.