Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Donati, Vitaliano
Band: 3 (1858), ab Seite: 356. (Quelle)
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Donay, Joseph[BN 1] (Feldcaplan, geb. zu Schlanders in Tyrol 4. Mai 1782, gest. zu St. Pauls ebenda 1826). Besuchte das Gymnasium in Meran, trat in den Kapuziner-Orden, den er aber bald verließ, studirte dann in Rom die Theologie, und erhielt daselbst 26. Dec. 1805 die heil. Weihen. Später erhielt er eine Pfründe zu Loretto, die ihm aber ungerechter Weise wieder entzogen wurde. Im J. 1809 in seiner Heimat, ergriff er die Sache des Vaterlandes, zog mit den Schaaren der Landesvertheidiger in der Eigenschaft als Feldcaplan und spielte überhaupt in jenen Tagen eine bedeutende und einflußreiche Rolle und wurde bei mehreren wichtigen Anlässen, unter andern von Hofer dazu erwählt, dem Vicekönige die Unterwerfung des Landes zu überbringen, welchen Auftrags er sich glücklich entledigte. Von dieser Zeit an war er entschiedener Gegner jeder Volksbewaffnung, predigte überall laut dawider, als sie am 15. Nov. neuerlich eingeleitet worden, so daß er verhaftet, als Landesverräther angeklagt und vor den Obercommandanten Hofer gestellt wurde, der ihn darüber hart anließ und in Haft hielt. Als aber die Franzosen vorrückten, flohen seine und Sieberers (s. d.) Wächter, der mit ihm zugleich gefangen gehalten wurde, und Donay wurde frei. Jetzt konnte er von dem französischen General Baraguay d’Hilliers Schonung für das Land erbitten, was ihm auch gelang. Staffler in dem unten bezeichneten Werke weist Hormayrs Beschuldigung, daß Hofer von Donay verrathen worden, welche auch in andere Werke überging, entschieden zurück, beweist aus Acten Donay’s Unschuld und nennt Hofers Verräther den Passeirer Franz Raffl[WS 1], wobei er alle einzelnen Nebenumstände dieses Verrathes genau beschreibt. Später (1814) faßte Donay den Plan, die Tyroler Geschichte von 1809 nach eigenen Erlebnissen zu bearbeiten; doch kam dies nicht zur Ausführung, Hofrath von Roschmann nahm D. die Papiere ab und wies ihm das Kapuziner-Kloster in Innsbruck zum Aufenthalte an. Im J. 1823 begründete er ein Privatinstitut zu wissenschaftlichem und musikalischem Unterrichte, welches sich schon 1825 auflöste. Dann begab er sich, bereits leidend, zu seinem Freunde Ladurner, Pfarrer von St. Pauls, wo er auch bald darauf starb. D. besaß eine glänzende Beredsamkeit, war der italienischen und französischen Sprache mächtig, auch [357] wissenschaftlich gebildet und wurde deßhalb in jenen denkwürdigen Tagen zu Missionen verwendet, deren Erwähnung gemacht worden ist.

Staffler (Joh. Jakob), Das deutsche Tyrol und Vorarlberg, topographisch ... (Innsbruck 1847, Fel. Rauch, 8°.) I. Bd. S. 720 u. f., 838, 946. – II. Bd. S. 576. – Innsbrucker Zeitung 1810, Nr. 36. – [Wiese, L.] Leben des Sandwirths Andreas Hofer ... (Leipzig 1839) der III. Bd. 2. Abtheil. der „Gallerie der Helden“ S. 190 [beschuldigt D. gleichfalls des Verrathes an Hofer]. – Rosen. Eine Zeitschrift f. d. geb. Welt (Leipzig, Leo, 4°.) Red. von Robert Heller. I. Jahrg. 1838, Nr. 136: „Capellan Donay.“ Gedicht von Adolph Bube [wird die unerwiesene, von Hormayr aufgebrachte Beschuldigung, Donay sei der Verräther Andreas Hofers, in gebundener Rede behandelt].

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Donay, Joseph, irrig Donei [Bd. III, S. 356].
    Presse 1865, Nr. 338, im Feuilleton: „Zwei Tiroler aus dem Jahre 1809“ [mit interessanten Details über diesen fälschlich des Verrathes Andreas Hofer’s an die Franzosen beschuldigten Tiroler]. [Band 24, S. 392]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Joseph Raffl.