Album der Schlösser und Rittergüter im Königreiche Sachsen IV. Section/H11

Heft 10 des Erzgebirgischer Kreis Album der Rittergüter und Schlösser im Königreiche Sachsen von Gustav Adolf Poenicke
Heft 11 der Section Erzgebirgischer Kreis
Heft 12 des Erzgebirgischer Kreis
Die Beschreibungen sind auch als Einzeltexte verfügbar unter:
  1. Purschenstein (Fortsetzung)
  2. Geyersberg
  3. Lichtenstein
  4. Pfaffroda


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Purschenstein.
(Fortsetzung.)


Mehrere Jäger, welche die Aufsicht in diesen Waldungen führen, stehen unter dem Forstschreiber und dem Rentbeamten.

Die Jagd, die sehr bedeutend ist, wurde Purschenstein erst im Jahre 1814 verliehen.

Ein ferneres Zubehör des Gutes sind eine grössere Menge kleinerer Teiche, sowie die grosse untere Mühle in Neuhausen.

Die Zahl der Mühlen ist überhaupt auf der Herrschaft sehr gross, denn schon vor dreissig Jahren gab es auf dem ganzen Gebiete 28 Mahlmühlen.

Die Oekonomie, die in neuerer Zeit sehr bedeutend verbessert und daher auch im Ertrage erhöht worden ist, wird von 5 verschiedenen Orten, theils pachtweise, theils in eigenem Betriebe, versehen; diese Orte sind: 1) das Schloss, d. h. die bei demselben liegenden Wirthschaftsgebäude; 2) das grosse Vorwerk oder der Zuckerhof, ½ Stunde nördlich von dem Schlosse gelegen; 3) das neue Vorwerk, ¼ Stunde von Sayda; 4) das Vorwerk oder der Hof in Heydersdorf, der von Purschenstein beinahe eine Stunde entfernt liegt; 5) das Bad bei Heidelberg (oder Einsiedel), welches jedoch nur geringe Oekonomie hat, die gewöhnlich zusammen mit der von Heydersdorf verpachtet wird.

Als integrirende Theile der Oekonomie müssen die Brauerei und die Brennerei erwähnt werden, sowie zwei Kalköfen, die eine Viertelstunde nördlich von dem Gute liegen und deren Erzeugniss grösstentheils zur Verbesserung des Bodens bestimmt ist.

Das Schloss Purschenstein ist 1¼ Stunde von der böhmischen Grenze entfernt, und liegt 2 Stunden ostnordöstlich von Katharinenberg, 7 Stunden südlich von Freiberg, 1⅛ Stunde südlich von Sayda, 2 Stunden ostnordöstlich von Olbernhau, unter 50° 40⅔’ der Breite und 31° 75’ der Länge, gegen 1700 Fuss über der Meeresfläche. Es ist, wie bereits oben erwähnt, eines der ältesten in ganz Sachsen, obgleich man ihm dies in seiner jetzigen Beschaffenheit nicht mehr ansieht, denn mehrmals eingeäschert, niedergebrannt, wieder aufgebaut und wieder zerstört, ist es gegenwärtig ein neueres Gebäude, dessen älteste Theile nicht über das 16. Jahrhundert zurückgehen.

Es hat ein grosses Hauptgebäude mit zwei Seitenflügeln und drei kleinere Nebengebäude. Das Hauptgebäude, der älteste Theil, ist drei Etagen hoch und 12 Fenster breit. Es mangelt demselben zwar an Symetrie, indess mag es immerhin seiner Zeit als Prachtbau betrachtet worden sein. Die Seitenflügel, jeder 35 Ellen lang, aber von sehr geringer Tiefe, sind erst im vorigen Jahrhundert angebaut worden; der nördliche enthält sehr schön möblirte Zimmer, der südliche die Schlosskapelle, die zugleich als Archiv dient. Sie ist ganz als kleine Kirche eingerichtet, mit Logen und zwei Emporkirchen und sehr freundlich decorirt. Sie hat 9 Fenster, welche durch zwei Etagen gehen.

Der Berg, auf dem das Schloss steht, ist ein aus grauem Granit bestehendes Vorgebirge. Er steigt von der rechten Seite des Flöhethales sanft an, senkt sich aber auf den drei andern Seiten schroff ab, und seinen höchsten Gipfel krönt das Schloss.

Der Pastor von Neuhausen muss auf Verlangen der Herrschaft in dieser Kirche den Gottesdienst halten, ist dazu jedoch nur an Wochentagen verpflichtet. Uebrigens wird er ausser am Johannistage, nur in grossen Zwischenräumen an diese Pflicht gemahnt, für deren Erfüllung er eine regelmässige Zulage erhält und überdies den Titel als Schlossprediger führt. Erbauer dieser Kapelle war 1789 der damalige Besitzer von Purschenstein, Geheimerath, General-Postmeister und Johanniterritter Adam Rudolph von Schönberg. Eine aus älterer Zeit stammende, und seitdem zu anderen Zwecken verwendete Schlosskapelle war baufällig geworden. Von eben diesem Erbauer wurde auch im Schlossgarten eine Familiengruft errichtet.

Unter der Kapelle befindet sich das Wasserhaus, in welches das Wasser durch ein Kunstwerk gehoben wird, und der Thurm hat eine Schlaguhr. Ausser dem Kapellenthurme hat das Schloss auch einen neuen Thurm, sowie einen dritten, dessen unterer Theil uralt und wahrscheinlich das einzige Ueberbleibsel von der ursprünglichen Begründung des Schlosses ist. Er wurde in seinem obern Theile renovirt, und hat eine Höhe von 70 Ellen. Alle drei Thürme geben dem Schlosse aus der Ferne ein stattliches und imposantes Ansehen; in der Nähe wird dies freilich dadurch vermindert, dass das Schloss mit Schindeln gedeckt ist.

Am 30. August 1800 wurde das Schloss von einem Blitzstrahle getroffen, der, ohne zu zünden, eine gewaltige Zerstörung in einer Menge von Zimmern anrichtete und mehrere Personen betäubte, von denen die eine in Folge dessen taub blieb. Um vor grösserem Unglück durch solch einen himmlischen Boten für die Zukunft bewahrt zu sein, liess der damalige Besitzer das Schloss 1801 mit einem Blitzableiter versehen, der den Feuerzungen, die etwa Lust hätten, auf das Schloss zu stürzen, zur Abwehr sechs Fangspitzen entgegenstreckt.

Das Schloss wird durch einen tiefen Graben von dem Schlossgarten getrennt, der sehr gefällig angelegt ist, und durch ein grosses Treibhaus [82] geschmückt wird, welches in einem obern Stockwerke mehrere Zimmer und einen grossen altmodisch decorirten Saal hat.

Das Schloss, welches schon im 13. Jahrhundert mehrfach genannt wird, soll der Sage nach von einem böhmischen Ritter, Namens Borso von Riesenburg (Rysinborg), erbaut worden sein. Einige leiten davon den Namen Purschenstein ab, während Andere aus dem Namen Pyrsenstein (Jagdschloss) den Purschenstein in älterer Zeit ebenfalls führte, einen andern Ursprung herleiten wollen. Indess verdient die Annahme, dass Borso von Rysinborg der Erbauer, oder wenigstens einer der ersten Besitzer von Purschenstein gewesen sei, allerdings viel Glauben; denn die Kaufurkunde eines Grundstückes in Dittersdorf legt dem Käufer die Verpflichtung auf, an das Kloster Osseg bei Riesenburg (Dux) in Böhmen eine Wachskerze zu entrichten; ferner heisst ein Weg, der durch den Wald gegen die Grenze führt, noch jetzt der Riesenburger Weg, es lässt sich daher kaum bezweifeln, dass Purschenstein in irgend einer näheren Verbindung mit der Riesenburg stand, deren in der Nähe von Osseg, in dem Saatzer Kreise Böhmens, 2 Stunden von Purschenstein gelegene Ruine noch jetzt von ihrer ehemaligen Grösse zeugt. Auch ist es erwiesen, dass die Familie Rysinborg oder Riesenburg längere Zeit hindurch, und schon im 13. Jahrhunderte, im Besitz von Purschenstein war.

Gegen die Annahme, dass jener Borsse oder Borso der Erbauer gewesen sei, streiten aber die Angaben Kreysigs, dass schon vor den Rysinborgs ein anderes böhmisches Rittergeschlecht, die von Schlanke, im Besitz von Purschenstein gewesen sein soll.

Die erste vollkommen zuverlässige Nachricht über Purschenstein findet sich bei Gelegenheit der Streitigkeiten Heinrichs des Erlauchten über die böhmische Erbfolge. Heinrich wird hier nehmlich dafür, dass er seine Ansprüche auf die Allodialerbschaft des Herzogs von Oesterreich aufgab, von Ottokar von Böhmen durch Purschenstein und Sayda, welche damals der Krone Böhmen gehörten, entschädigt. Dies war im Jahre 1250; indess muss bald wieder eine Aenderung eingetreten sein, von der die Geschichte nichts erwähnt, denn 1289 wurden Purschenstein und Sayda, letzteres damals wichtige böhmische Grenzfestung und wichtige Handelsstadt, als Besitz der Familie von Rysinborg, abermals an den Markgrafen von Meissen abgetreten.

Im 14. Jahrhundert kam die Familie Schönberg in den Besitz der Herrschaft Purschenstein und der Stadt Sayda, verkaufte die Herrschaft aber bald wieder, und es wechselten darauf im Besitz mehrmals die Geschlechter; denn 1324 wird ein Herr von Berga oder Bergau als Besitzer genannt, dann wieder ein Rysenburg; darauf seit 1351 der Meissener Burggraf Meinherr mit seinen Vettern, bis endlich 1429 Seyfried von Schönberg mit Purschenstein und Sayda belehnt wurde, worauf die Herrschaft ununterbrochen in dem Besitze seines Geschlechtes blieb.

Die Schönberge, von denen ein Hauptast der Purschensteinsche ist, von welchem mehrere Seitenzweige entsprossten, besassen ausser Purschenstein zu verschiedenen Zeiten auch noch die wichtigen Herrschaften Stollberg, Frauenstein, Sachsenburg, Kriebenstein u. a. und obgleich das Geschlecht noch jetzt hochangesehen und reich begütert ist, so stand es dennoch im 16. Jahrhundert in seiner höchsten Blüthe.

Purschenstein war noch 1463 mit Pfaffroda combinirt, und im Besitz der Brüder Bernhardt und Caspar von Schönberg; Ersterer war Statthalter (Gouverneur) in Dresden, und Letzterer Landvoigt und Marschall des Herzogs Albrecht, mit dem er in das gelobte Land zog, wobei er auf der Rückreise auf der Insel Rhodus starb.

Nach der Behauptung eines übrigens nicht sehr zuverlässigen Schriftstellers (Albinus) soll es einst, (aber wann?) auch Burggrafen von Purschenstein und Sayda gegeben haben, und Purschenstein schon 1299 unter den Orten genannt worden sein, welche Markgraf Friederich dem Könige Wenzel von Böhmen zum Kauf oder Tausch anbot. Eben diese Quelle nennt auch als nächstfolgende Besitzer die Herren von Bergaw, während Andere sie Staremberg nennen.

Auch diese Angabe ist übrigens nicht ganz ohne Grund, denn im Altenburger Archiv befindet sich ein Dokument, durch welches Otto von Berga ein früheres bestätigt, wonach Otto und Otto von Berga Purschenstein und Sayda an den Markgrafen von Meissen versetzten, und sich breit erklärten, es auf Verlangen an die von Schönberg übergeben zu wollen.

Ebenfalls in dem Altenburger Archive befindet sich auch ein anderes Dokument eines Asche (Ascanius) von Schönberg auf Purschenstein. 1369 war erwiesener Besitzer von Purschenstein Caspar von Schönberg und es wird dadurch die Glaubwürdigkeit jenes Dokumentes von 1351 sehr in Zweifel gestellt.

Abgesehen von der Geschichte der Herrschaft Purschenstein ist auch die des Schlosses nicht ohne mannigfache Ereignisse und Schicksale.

Am 6. August 1638 wurde Purschenstein (und Neuhausen) von einem beutesüchtigen Haufen Kroaten, dem sich mehrere junge Bürger aus Brix in Böhmen angeschlossen hatten, überfallen und ausgeplündert. Nachdem die wilde Horde viel Schandthaten verübt hatte, zog sie mit reicher Beute und das gestohlene Vieh vor sich hertreibend, wieder ab. Doch im Walde bei Einsiedel griff der Förster Georg Kaden, der mehrere beherzte Leute um sich gesammelt hatte, sie unerwartet an, um ihnen die Beute wieder abzujagen. Aber der Tapfere fiel, von mehreren Kugeln getroffen, und seine Gefährten ergriffen die Flucht.

In den Jahren 1640 und 1641 erhielt Purschenstein ebenfalls Besuche feindlicher Truppen und litt durch dieselben grössern oder geringeren Schaden.

Im Jahre 1643 wurde es abermals überfallen, diesmal durch die schwedischen Truppen unter General Wittenberger, die einen grossen Theil der Wirthschaftsgebäude niederbrannten und eine Besatzung von 40 Mann in das Schloss legten. Diese geringe Besatzung hatte im Januar eine förmliche Belagerung der Kaiserlichen unter dem Rittmeister Spohr auszuhalten, aber sie wehrte sich so tapfer, dass die Angreifer wieder abziehen mussten, wobei sie aus Rache die noch stehen gebliebenen Wirthschaftsgebäude und die Schösserei niederbrannten.

Im Januar 1646 diente das Schloss Purschenstein als Zufluchtsstätte [83] für viele Unglückliche, die vor den Schweden unter Wrangel geflüchtet waren. Für den ersten Augenblick entging es zwar einem Angriffe, allein auf der Rückkehr statteten die Schweden am 17. Januar einen Besuch ab, und steckten das obere Gebäude des Schlosses in Brand.

Während des siebenjährigen Krieges standen im Januar des Jahres 1760 die kaiserlichen Vorposten in Purschenstein und dessen nächster Umgegend, und spielten der bedrängten Besitzung arg mit; seitdem aber blieb Purschenstein von dergleichen ungebetenen und[WS 1] unwillkommenen Gästen verschont. Das Feuer jedoch suchte Purschenstein am 6. Januar 1841 heim; es brannten die Wirthschaftsgebäude nieder, die darauf durch schönere neue ersetzt wurden.

Der Besitzer von Purschenstein ist Collator der sämmtlichen Pfarr- und Schulstellen der Herrschaft, und zwar über beide Pfarrämter, das Rectorat und das Cantorat zu Sayda, über die Pfarrstellen zu Neuhausen, Cämmerswalde, Clausnitz und Deutschneudorf, über das neuere Diakonat zu Neuhausen und endlich über 9 Landschullehrerstellen. Sämmtliche Paroechien gehören zur Frauensteiner Adjunctur der Inspection Freiberg.

Der Ort Purschenstein besteht aus mehreren Häusergruppen‚ die an der Freibergisch-Böhmischen Strasse liegen und an einem kleinen Bache, dessen Thal ziemlich tief und in der untern Hälfte, d. h. gegen das Schloss zu, recht angenehm ist. Der Ort, dessen Bewohner keinen Hufenbesitz haben, ist gut gebaut und hat meistens grosse und nette Häuser. Seine Bewohner, die keine eigene Gemeinde bilden, halten sich zu der von Neuhausen, wohin sie auch zur Kirche gehen.

A.     




Geyersberg.
bei Geyer.


Geyer liegt in der Nähe einer nicht geringen Anzahl Städte (Thum, Ehrenfriedersdorf, Annaberg, Schlettau, Zwönitz u. s. w.) und einer an Dörfern armen, waldigen, rauhen und sehr coupirten Gebirgsgegend, an einem kleinen Bache, welcher der Geyerbach oder Mühlenbach genannt wird und westlich im Walde entspringt. Dem Bach trennt den Knochenberg, an welchen sich die obersten Häuser des Städtchens lehnen, vom Geyerschen Walde und speist dabei das, dreiachtel Stunde von hier entfernte‚ Vitriolwerk. Der Bach rinnt südöstlich durch die Stadt, bildet unter ihr einen hübschen, engen Waldgrund und mündet nach fünfviertelstündigem Laufe am oberen Ende von Tanneberg. Unter den nahen Bergen sind die bemerkenswerthesten die nördlich ansteigende Höhe des Freiwaldes mit dem Greifensteine, das Pochmännel, der Galgenberg, östlich der Schlegelsberg, der Geyersberg, südöstlich der Tanneberger Knochen‚ südlich der Siegerstein und die Fuchssteine und westlich der Petersknochen. Besonders interessant ist der Schlegelsberg[WS 2], der von mehreren Seiten sich kegelförmig erhebt, sehr hoch ist und einen mächtigen, schönbewaldeten Felsen trägt. Südlich verbindet sich mit der Stadt das Oertchen Siebenhöfe, welches sehr zerstreut liegt und wo sich die schöne, sogenannte Geyersche Spinnfabrik befindet. Der Geyersche Wald, (2250 Acker 61 □Ruthen)‚ der sich eine Viertelstunde vom Orte im Westen, am meisten aber in nordwestlicher Richtung, verbreitet, besteht nur aus Nadelholz. Fernsichten über die Umgegend hat man gegen Süden auf dem Roscherwalde und gegen Süd und Südost von einer Anhöhe am Geyersberge, die bis jetzt das sogenannte Schächerhäuslein trug, welches wahrscheinlich die Station eines ehemaligen Wallfahrtsortes bildete. Man erblickt hier ausser der Mildenauer, Annaberger und Bärensteiner Umgegend selbst einige böhmische Berggipfel. Ein herrlicher Punkt ist auch der romantisch gelegene Geyersberg mit seiner mächtigen, aus der Tiefe der Binge hervorragenden Felsengruppe.

In grauer Vorzeit, wo das Markgrafthum Meissen noch wenig Umfang hatte und die bedeutendsten Dynastieen ihr Besitzthum ziemlich willkührlich in unbebaute Distrikte hinausdehnten, vergrösserte auch die Familie Waldenburg ihr Gebiet nach dem oberen Erzgebirge hin, da die Entdeckung des Freiberger Bergsegens (1168) zu weiteren bergmännischen Nachforschungen in dieser Gegend Veranlassung gab. Unter den Ortschaften welche dadurch ihre Entstehung erlangten befand sich ohne Zweifel auch Geyer, obgleich die erste Urkunde, welche des damaligen Dorfes gedenkt, nur vom Jahre 1407 herrührt. Die Volkssage erzählt über Geyers Entstehung, ein hier horstender Geier habe auf dem Edelhofe zu Tanneberg soviel Federvieh getödtet, dass man auszog ihn zu erlegen, bei welcher Gelegenheit die Jäger zu Tage liegende Zinngraupen fanden und sich hier ansiedelten. Schon 1377 schlossen die Herren von Waldenburg zu Wolkenstein einen Vertrag mit dem Landesherrn über die Bergwerke zu Ehrenfriedersdorf und in einem ähnlichen Vertrage, dem schon genannten von 1407, behielten sie sich vor, dass eine halbe Meile von Ehrenfriedersdorf, Geyer (der gyer) und Thum kein Jahrmarkt gestattet werden solle. Im Jahre 1439 verpfändete Heinrich von Waldenburg dem Münzmeister Liborius Senfleben zu Freiberg, dessen Bruder Conraden und Stephan Glasbergern die Bergorte (Dörfer) Geyer, Thum und Ehrenfriedersdorf nebst Scharfenstein und dem Gebiete bis an die Grenzen von Schellenberg, Stollberg und Grünhain auf sechs Jahre für die Summe von 9240 Gulden, wobei der Kurfürst sich den völligen Ankauf vorbehielt, insofern die Einlösung in den nächsten fünf und einem halben Jahren nicht erfolgte, wir finden jedoch die genannten Orte schon 1443 [84] in des Kurfürsten Besitz, dem sie auch bei der Landestheilung verblieben. Bis zum Jahre 1476 stand Geyer unter dem Amtmann zu Scharfenstein, wo der Hauptmann Heinrich von Schönberg über beide Orte bestellt wurde und 1483 erscheinen Geyer, Ehrenfriedersdorf und Thum in einer Zollrechnung zu einem Amte vereinigt. Bei der 1485 erfolgten Landestheilung zwischen Kurfürst Ernst und Herzog Albrecht blieben Geyer, Wolkenstein, Ehrenfriedersdorf, Thum, Zschopau, Freiberg und andere Bergstädte in beider Fürsten gemeinschaftlichem Besitz, jedoch 1499 wurden Freiberg, Wolkenstein nebst ihren Schlössern und Städten, also auch Geyer, Heinrich dem Frommen zu Theil, der 1505 die Huldigung empfing. Seit jener Zeit ist Geyer stets im Besitz der Meissnischen Regenten geblieben.

Die Sage behauptet, dass Geyer vor Jahrhunderten bedeutend grösser gewesen sei als jetzt, indem es damals sechshundert Häuser zählte, während zur Zeit nur vierhundert mit 3800 Einwohnern vorhanden sind. Als die Hussiten in den Jahren 1428 und 1429 in der Umgegend hausten und die benachbarten Ortschaften verwüsteten, mag auch Geyer von ihnen nicht verschont geblieben sein, obgleich keine Nachricht aus jener Zeit vorhanden ist. Noch vor wenigen Jahren zeigte man in der hiesigen Hauptkirche alte Bolzen, wie sie im Hussitenkriege gebraucht wurden, welche seit jener Schreckenszeit hier aufbewahrt waren. Zum grössten Wohlstande gelangte Geyer zu Ende des funfzehnten Jahrhunderts, wo durch einen (1496) zu Schneeberg ausgebrochenen Tumult eine grosse Anzahl Bergleute sich hierher wandten, denn man hatte eben den Annaberger Silberreichthum entdeckt und die dasigen Bergleute schmolzen zu Geyer das gewonnene Silber und kauften hier ihre Lebensbedürfnisse. In diesem Jahre erbaute der Rath zu Geyer das alte, erst vor Kurzem abgebrochene Rathhaus, denn die Stadt vergrösserte sich zusehends, sodass 1510 bereits wieder 273 Häuser vorhanden waren, indem damals der sogenannte Häuerstein, der nach dem nordwestlich gelegenen Knochen führt, angebaut wurde. Bald aber betraf Geyer mannigfaches Unglück. So grassirte 1568 hier eine schreckliche Pest, in deren Folge fast hundert Häuser gänzlich leer standen, und 1599 stürzte wiederum eine Seuche Hunderte in das Grab. Entsetzlich waren auch die Gräuel und Verwüstungen, welche Geyer durch den dreissigjährigen Krieg erlitt. Am 8. August 1632 wurde der alte Zehntner Hannemann von den Kaiserlichen zu Tode gemartert und der Viertelsmeister Putzscher vor seiner Hausthür niedergeschossen; zugleich hauste eine schreckliche Pest. Am 10. April 1639 kamen die Schweden nach Geyer, wobei der hiesige Pastor Hollenhagen der Stadt ausserordentliche Dienste leistete, indem er als vormaliger Schwedischer Feldprediger seine alten Kriegskameraden zu ungewöhnlicher Milde zu stimmen wusste. Näherten sich kaiserliche Truppen, so zog der Pastor mit seiner anvertrauten Heerde in die dichte Waldung und die Frauen nahmen ihre Klöppelsäcke mit, da sie, auf Baumstämmen sitzend, fleissig fortarbeiteten.

Der dreissigjährige Krieg hatte Geyer ungemein heruntergebracht, aber noch weitere Unglücksfälle harrten des Städtchens. Die Pest tödtete 1680 über dreihundert Menschen, und 1761 war die hiesige Gegend mit Soldaten überschwemmt, welche auch Geyer besetzten und 3000 Thaler Brandschatzung erpressten. Entsetzlich für das ganze sächsische Erzgebirge war das Jahr 1772 mit seiner unerhörten Theuerung, die Tausenden das Leben raubte. In Geyer starben 423 Menschen theils am Typhus theils aus Hunger. Die Nahrung der Armen bestand aus Heu und Krautstrünken. Ein Hagelschlag vernichtete 1822 die hiesigen Fluren, 1823 verzehrte der Blitz zwei Häuser, 1830 herrschte ein Nervenfieber und 1840 verbrannten abermals zwei Häuser. Auch in der neuesten Zeit grassirte in Geyer ein furchtbarer Typhus.

Die Hauptgewerbe der hiesigen Einwohnerschaft sind Fabrikarbeit, Spitzenklöppeln und Bergbau, doch ist letzterer nicht mehr so bedeutend als bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts. In den ältesten Zeiten baute man hier auf Silber und Kupfer, worüber aus den Jahren 1405 bis 1580 noch viele urkundliche Nachweise da sind; auch sprechen dafür die noch vor Kurzem massenhaft vorhandenen Halden, welche grösstentheils eingeebnet oder zum Strassenbau verwendet wurden. Das in und bei dem Birkberge gefundene Silber und Kupfer machte man 1442 in Geyer zu Gute und verlehnte auch hier die dortigen Gruben; nach 1471 schmelzte man auch das Silber der Bärensteiner Gruben in Geyer. Eine Silberzehntenrechnung von 1487 spricht über den Bezirk Geyer, Rückerswalde und Schreckenberg. Dies Alles giebt eine Vorstellung von dem ausgedehnten Gebiete des früheren hiesigen Bergamts. Im Jahre 1466 finden sich in Geyer Kupfer- und Silberbergbau-Gewerken aus Chemnitz, Zwickau und Nürnberg; das damals sich erhebende Schneeberg aber entzog dem hiesigen Bergbau viele Arbeiter, ebenso die Entstehung Annabergs und der Gruben zu Joachimsthal, und Buchholz. Zu Annaberg legten Leute aus Geyer die ersten Häuser an und der erste Rath daselbst bestand fast aus lauter Eingewanderten. Geyer erlitt durch Annabergs Erbauung unersetzliche Verluste. Zu neuer Blüthe gelangte es 1496 durch die eingewanderten Schneeberger, und 1501 legte der reiche Bergherr und Besitzer von Wiesa, Johann Friedrich, das benachbarte Wiesenbad an und errichtete daselbst ein Badehaus. Das hiesige Zinnbergwerk erscheint 1521‚ wiewohl die ungeheuren Weitungen im Innern des Geyersberges auf ein weit höheres Alter des Zinnbaues deuten. Den Bau betrieben die sogenannten Zinnherren zu Geyer, Ehrenfriedersdorf und Thum; das Zinn aber war besser und theurer wie das zu Altenberg. – Herzog Georg erlaubte 1539 das Zinn allhier zu schmelzen und ein Schmelzhaus zu bauen‚ während man bisher in Ehrenfriedersdorf hatte schmelzen müssen, 1556 bestanden hier zwei Brauhäuser, die ihre sämmtlichen Gebräude in der Stadt verwertheten; 1563 bis 1567 erbaute man den hiesigen hohen Wachthurm, hauptsächlich zum Stundenschlag für die Bergarbeiter; 1564 entstand das hiesige Arsenikwerk, indem damals Kurfürst August dem Besitzer des Geyerschen Giftbrennofens, Hieronymus Zürich, ein Privilegium ertheilte. Da die Fabrikation ein Geheimniss blieb war die hiesige Arsenikhütte bis 1770 die einzige Europas. Im Jahre 1630 wurde das hiesige Schwefelwerk errichtet, wozu man Nicolaus Kuhn ans Ellnbogen herbeirief; 1697 stritt das Arsenikwerk mit den Zinnbaugewerken wegen des Giftmehls; 1704 stürzte das Zinnstockwerk des Geyersberges [85] zusammen, was sich mehrmals wiederholte, wodurch der immer tiefer ausgeweitete Berg die ungeheure Binge erhielt, welche nur noch in Altenberg ihres Gleichen hat; 1743 stand der hiesige Bergbau in grosser Blüthe und der damalige Zehntner. Am Ende gab den reinen Ueberschuss der Geyerschen Zinnstockgrube auf 2000 Thaler an; 1803 erfolgte ein neuer Einsturz am Geyersberg der zwei Bergleuten das Leben raubte. – So viel vom hiesigen Bergbau!

In Geyer befinden sich ein Rittergut, Geyersberg genannt, und zwei Freihöfe, der Schützenhof und Preusserhof, auch war vormals hier noch ein dritter Freihof, der Fuchshof.

Das Rittergut Geyersberg liegt auf einem niedrigen Vorsprunge des Geyersberges, nahe bei der Hauptkirche, hat ein hübsches Herrenhaus und treffliche Wirthschaftsgebäude. Bis zur Mitte des sechszehnten Jahrhunderts war das Gut nur ein gewöhnliches Stadtgut, das 1510 Caspar Tylen gehörte und 1535 von Christoph Schnee auf Tanneberg gegen sein, hier am Markte gelegenes Wohnhaus eingetauscht und zu einem Freihofe erhoben wurde, der bereits 1564 ein Rittergut genannt wird. Um das Jahr 1565 erbte Geyersberg Schnees Schwiegersohn, Heinrich von Etzdorf, Amtmann zu Coburg, von dem es Hieronymus Lotter kaufte, der schon früher den Preusserhof an sich gebracht hatte. Dieser Hieronymus Lotter war Bürgermeister zu Leipzig und ein berühmter Baumeister, von dessen Tüchtigkeit noch seine Werke, die Schlösser Augustusburg und Pleissenburg, sowie die Rathhäuser zu Leipzig und Pegau zeugen. Lotter kaufte drei an das Rittergut stossende Häuser, brach sie nebst dem alten Wohngebäude ab und führte an deren Stelle das noch jezt stehende ansehnliche Herrenhaus auf. Er starb hierselbst 1580, nachdem er das Jahr vorher sein Geyersbergisches Bergwerk hatte verpfänden müssen, in einem Alter von 83 Jahren und hinterliess zwei Söhne, Hieronymus und Albrecht, welche, tief verschuldet, das Gut 1599 an den böhmischen Edelmann von Stammbach auf Tanneberg verkauften, doch muss dieser es sogleich wieder veräussert haben, da noch in demselben Jahre Anna Bucherin als Besitzerin erscheint. Felix von Brizen besass Geyersberg 1678 und Ruschke von Brizen 1698, Georg Erasmus von Hartitzsch 1705 und der Oberstlieutnant Gottlob Sigismund von Hass bis 1740. Dieser Herr scheint bei seinen Zeitgenossen für einen unmenschlichen Christen gegolten zu haben, denn noch zeigt man im Herrenhause zu Geyersberg ein Zimmer, wo der Oberstlieutnant aus reinem Glaubenshass einem lebenden Türken die Haut abgezogen haben soll. Des Herrn von Hass Schwiegersohn, der Hauptmann Joseph Heinrich von Reitzenstein, erbte Geyersberg 1741 und nach ihm erhielt das Gut (1768) der Amtshauptmann Julius Heinrich von Schütz, nach dessen 1765 erfolgtem Tode es an den Kreiskriegskommissar von Petrikowsky gelangte, der 1781 starb, worauf Geyersberg sub hasta an Georg Thierfelder kam. Dessen Tochter, Eva Dorothea, erbte das Gut 1815 und vermählte sich mit einem Herrn Schulze, dessen Sohn, Herr Friedrich August Schulze, Geyersberg seit 1836 besitzt.

Der Schützenhof wurde bereits 1466 einer hiesigen Silberbaugewerkschaft bestätigt, und 1484 erhielt die Lehn darüber der Chemnitzer Bürger Ulrich Schütz, dessen Sohne, Gregor Schütz, Kurfürst Friedrich 1510 zur Beförderung des Bergwerks und des Zehnten die Lehn erneute. Wolf Schütz, des vorigen Sohn, erbte den Freihof 1559 und wird 1573 als Zehntner genannt. Dessen Wittwe Ursula überliess die Besitzung Hans Unwirth, und 1580 Montags nach Dreikönigstag erhielt es Gregor Unwirth, Kammermeister, von des Vorigen Erben in Lehn. Ihm folgte 1601 Georg von Hartitzsch und 1602 dessen Wittwe Florentine. Am 11. Juni 1612 wurde Hans Unwirth auf Förstel damit belehnt, der zugleich Herr auf Wiesa und Gregor Unwirths Sohn war. Anna von Milkau auf Wiesa besass den Schützenhof 1648 und ihr folgte am 14. März 1649 ihre Tochter Anna Margarethe von Vitzthum, bereits 1657 gehörte jedoch die Besitzung wieder Hans Unwirth. Die ferneren Eigenthümer des Schützenhofes waren Christian Kronberg, Dr. Taubner, Gottfried Taubner, Hans Caspar Taubner, dann dessen Wittwe und Geschwister, Gottlieb König, Christoph Hempel, Christian Tölkner, Gotthelf Bauer, Frau von Elterlein und endlich Herr Schaarschmidt.

Der Preusserhof gehört der Gewerkschaft des hiesigen Vitriolwerks, deren Faktor hier wohnt. Im Jahre 1510 besass den Preusserhof Friedrich Lintacher und nach ihm sein Sohn Friedrich, zu dessen Vermögen 1530 Concurs ausbrach, bei welcher Gelegenheit der Herr des Schützenhofes, Gregor Schütz, den Preusserhof für seinen Sohn Wolf erkaufte. Christoph Bauer, Gregors Oheim, Zehntner zu Annaberg kaufte den Hof 1538 und überliess ihn 1560 dem schon erwähnten Baumeister Hieronymus Lotter, von dessen Söhnen ihn 1563 Hans Friedrich erwarb, der 1570 auch Wiesa besass. Wolf Blasebalgk, der folgende Besitzer, verfiel 1570 in Concurs und der Hof kam an den Hauptmann Hans Preusser, dann an Conrad Heinrich Preusser, seinen Sohn und endlich an Hans Preusser. Von dieser Familie hat der Hof seinen Namen. Magister Balthasar Büttner erhielt die Besitzung 1613 und 1681 gehörte selbige dem Oberförster Pfeifer, worauf ihn die Gewerkschaft an sich brachte.

Der dritte Freihof, Fuchshof genannt, ist jetzt ein gewöhnliches Bürgerhaus, welches 1510 Lorenz Kostell, dann Lorenz Röling gehörte, der 1543 in Geyer Stadtrichter war und 1551 starb. Sein Sohn Georg Röling erkaufte 1555 vom Rathe den sogenannten Mörderteich und viele Feldstücken am Geyersberge. Er war 1553 und 1558 ebenfalls Stadtrichter und starb 1586, wo ihm Hans Fuchs, Bürger in Leipzig folgte, der dem Hofe den Namen gab, 1617 aber in Concurs verfiel, worauf die Besitzung an der Barbara Harrer Erben in Dresden kam, welche dieselbe an Siegismund Thrainer verkauften. Fernere Besitzer des Fuchshofes, der aber schon zu Thrainers Zeit nur als ein gewöhnliches Bürgerhaus betrachtet wurde, waren Maria Weigerin bis 1648, Sigismund Siegel bis 1681, Abraham Siegel bis 1728, Sophie Dorothea Siegel bis 1730, Sophie Eberhardt bis 1755, Inspector Hempel bis 1775, Friedrich Beyer bis 1787, Esaias Ficker aus Kühnhaide bis 1830, dessen Sohn bis 1834, des Letzteren Wittwe bis 1843 und endlich Herr Friedrich Feig.

Auf dem Thurme der Hauptkirche St. Nicolai in Geyer, welche in der Mitte des funfzehnten Jahrhunderts, wahrscheinlich an der Stelle eines früheren von den Hussiten zerstörten Gotteshauses erbaut wurde, hängt die bekannte Glocke, welche 1455 bei dem Sturmlauten wegen [86] des Altenburger Prinzenraubes zersprang und später mit einer Abbildung der Befreiung des Prinzen Albrecht, auf Kosten des Kurfürsten, hergestellt wurde, 1535 aber wiederum zersprang und 1539 umgegossen worden ist. Es befinden sich auf ihr die Brustbilder Herzog Heinrichs des Frommen und sechs anderer Personen. An der Nikolaikirche lehrte von 1639 bis 1650 der originelle Pfarrer Hollenhagen, von dem schon erwähnt wurde, dass er Schwedischer Feldprediger gewesen war und dadurch der Stadt manchen guten Dienst leistete. Durch Kriegsunruhen und Seuchen waren des Pfarrers Einkünfte dergestalt zurückgeblieben, dass er eine Forderung von 3285 Gulden an die Gemeinde stellte, wobei auch baare Darlehen sich befanden. Da man ihm keine Zahlung leistete, glaubte sich Hollenhagen berechtigt, das Malz- und Brauhaus zu verschliessen und die Rathsgefälle selbst einzunehmen. So kam es zu einem langwierigen Processe, der zu Gunsten des Pfarrers ausfiel und der Gemeinde 100 Thaler Kosten verursachte, die ihm auch Wald und Brauhaus verpfänden musste. Der übermässige Holzschlag, welchen der Pastor wegen der niedrigen Holzpreise zu seiner Bezahlung vornehmen liess, führte eine Beschränkung desselben auf ein gewisses Quantum herbei. Jetzt schimpfte Hollenhagen auf Consistorium, Ephorus und Stadtrath so rücksichtslos, dass man ihn removirte, worauf er die Kirchenkelche an sich nahm und die Kanzel mit Gewalt erzwingen wollte, so dass man ihn in der Nacht zu verhaften suchte, welcher Gefahr der Pfarrer durch die Flucht nach Leipzig entging; hier aber legte man ihn in Ketten und brachte ihn nach Dresden, wo er jedoch bald aus dem Kerker entkam. Er starb 1663 zu Berlin.

Hollenhagens Geschichte ist hauptsächlich deshalb von Interesse, weil darin ganz eigenthümliche Anschuldigungen vorkommen. So soll er einen goldenen mit Edelsteinen besetzten Kelch den Juden für 172 Thaler verkauft haben und der alte Küster behauptete, dass von einem mit Perlen gestickten Messgewande hundert Perlen fehlten, welche sich in des Pfarrers Besitze befänden. Ferner wird erzählt, Hollenhagen habe sämmtliche Privilegien und Urkunden der Stadt und der Kirche auf dem Marktplatze zusammengetragen, sie angezündet und sei dann mit einer Trommel lärmend um das Feuer herumgesprungen. Diese Beschuldigungen sind offenbar übertrieben. Neuerdings aufgefundene Nachrichten enthalten ein Zeugniss von 1644, worin zwei Rathsherren, vier Stadtälteste, fünfundachtzig Bürger und der Zehntner mit ihres Pfarrherrn Amt und Wandel volle Zufriedenheit aussprechen, und es dankbar rühmen, dass er die Stadt oft vor den Soldaten beschützt mit eigener Lebensgefahr. Ebenso rühmt der Bergmeister Blumenhöfer in einem Attestat von 1646 seine freigebige Beförderung des Bergbaus und dass er 572 Thlr. 17 Gr. 69½ Pf. Recess auf seinen Zechen habe. Ohne Zweifel hatte Hollenhagen viele Feinde, die wahrscheinlich durch die Aufbringung der oben erwähnten hundert Thaler noch mehr gereizt ihn unbillig schmähten. Auf jeden Fall besass der Pfarrer einige Soldatenmanieren, die ihn rasch und wohl auch etwas rücksichtslos handeln liessen, als er, bis zum Aeussersten getrieben, sich in Besitz des Seinigen bringen wollte.

Eingepfarrt nach Geyer sind das Rittergut Geyersberg, der Schützenhof, die Häuser des Pochwaldes, das Roschersche Vorwerk, das Vitriolwerk, das Chausseehaus an der Zwönitzer Strasse und das Haus an der Mühlleite. In Geier befindet sich auch noch eine Hospitalkirche.

O. M.     




Lichtenstein.


Die Herrschaft Lichtenstein, unstreitig eine der ältesten Schönburgischen Besitzungen, grenzt nördlich an die Herrschaften Waldenburg und Glauchau, östlich an die Aemter Stollberg, Grünhain und das Gericht Oelsnitz, südlich an die niedere Grafschaft Hartenstein und westlich an die Aemter Wildenfels und Zwickau. Die grösste Länge derselben beträgt in der Richtung von Westen nach Osten drei und eine halbe Stunden, die Breite von Süden nach Norden hingegen kaum zwei Stunden. Berge und Anhöhen sind: der Schlossberg, Chemnitzer Berg, Galgenberg und Mülsnerberg bei Lichtenstein; namentlich aber geniesst man eine herrliche Aussicht in das Voigtland und die westlichen Gegenden von dem Pfaffenberge bei Ernstthal. Die bemerkenswerthesten Waldungen befinden sich zwischen Gersdorf, Hohndorf und Bernsdorf, auch ist das Mühlholz und der Eisenberg zwischen Kuhschnappel und Russdorf zu erwähnen. Der Neudörfler Wald und das Burgholz liegen südwestlich von Callnberg, der Stadtwald zwischen Lichtenstein und Bernsdorf und der Streitwald zwischen Lössnitz und Stollberg. – Der vorzüglichste Bach ist die sogenannte Lungwitz, welche sich mit dem Erlbach, dem Gersdorfer Bach, Bernsdorfer Bach und der Rödlitz vereinigt und oft über ihre Ufer tritt, sowie der Mülsner Bach, der, wie auch die Lungwitz, in die Mulde fällt. Der Boden der Herrschaft Lichtenstein ist bergig und war vormals sehr bewaldet, jetzt sind die Thäler und Ebenen fruchtbar und trefflich zum Feldbau geeignet. Auf den Dörfern wohnen viele Strumpfwirker.

Die Herrschaft Lichtenstein wird schon im zwölften Jahrhundert als Reichslehn, seit 1212 aber als böhmisches Lehn erwähnt, bis sie durch den Recess von 1740 in den sächsischen Lehnsverband überging. Den Namen Lichtenstein nennt zuerst eine Urkunde von 1212, wo Kaiser [87] Friedrich II. den König Ottokar von Böhmen nebst anderen Besitzungen auch das Schloss Lichtenstein nebst Zubehör überliess. Diese Burg findet sich in späterer Zeit auch bisweilen unter dem Namen Pyrsenstein und Pirschenstein. Im Jahre 1534 fiel die Herrschaft an die obere Linie der Familie von Schönburg und als 1702 in derselben eine brüderliche Theilung stattfand, bildete sich die Lichtensteiner Linie, welche jedoch 1750 mit dem Grafen Wilhelm Heinrich von Schönburg erlosch, worauf die Herrschaft an die Steinsche und Hartensteinsche Linie gemeinschaftlich, und nach Absterben der letzteren im Jahre 1786 an den einzigen, von den 1702 entstandenen Zweigen übrig gebliebenen Lehnserben, den Fürsten Otto Carl Friedrich von Schönburg gelangte. Die Söhne dieses Fürsten beschlossen im Jahre 1813 eine Theilung, bei welcher zu der Herrschaft Lichtenstein geschlagen wurden: Die Städte Lichtenstein und Callnberg, die Dörfer Gersdorf, Bernsdorf, Hohndorf, Mülsen, St. Micheln, Stangendorf und Streitwald (auch Neudörfchen genannt), ein Theil von Oberlungwitz und Mülsen St. Jacob, die Dörfer Rödlitz und Neudörfel, Ortmannsdorf, Schönburgischen Antheils Russdorf und Kuhschnappel.

Das hochgelegene stattliche Schloss wurde im Jahre 1538, wo ein Brand das alte Gebäu vernichtete, von Grund aus neu erbaut. Dasselbe war der Wittwensitz der Gemahlin des im Jahre 1800 im kräftigsten Mannesalter verschiedenen Fürsten Otto Carl Friedrich von Schönburg, dessen Hülle in einem Souterrain des Schlosses beigesetzt wurde. Zur Zeit befindet sich in dem Schlosse das fürstliche Justizamt, in dem höher gelegenen Vorwerke aber das Rentamt.

Die Stadt Lichtenstein zählt etwa vierhundert Häuser, mit dreitausend Einwohnern, die sich hauptsächlich mit Manufakturarbeiten und zum Theil mit Ackerbau beschäftigen. Nach den vielen in und bei der Stadt befindlichen Felsenkellern zu urtheilen muss hier in früherer Zeit auch die Bierbrauerei von Erheblichkeit gewesen sein. Zu der Stadt gehören das westlich von Lichtenstein erbaute Rümpfgut mit einem eleganten Sommerhause und das nördlich von hier befindliche, an der Strasse nach Waldenburg gelegene Schellergut, fünf Mahlmühlen, zwei Bretmühlen und eine Papiermühle. Der diese Mühlen treibende Rödlitzer Bach trennt die Stadt von Callnberg und enthielt früher viele und schöne Forellen.

Die Stadt Lichtenstein ist in den Jahren 1519, 1598, 1610, 1632, 1630, 1755 und 1771 von bedeutenden Feuersbrünsten heimgesucht worden. Im Jahre 1306 fand bei Lichtenstein ein Gefecht statt, in welchem Markgraf Friedrich der Gebissene Friedrichen von Schönburg und dessen Bundesgenossen gänzlich aufs Haupt schlug. Die Kriege des siebzehnten, achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts waren ebenfalls mit grossen Nachtheilen und Beschwerden für Lichtenstein verbunden. Seit 1632 hat die Stadt einen Wochenmarkt, und ausserdem besitzt sie einige Jahrmärkte.

Die hiesige Stadtkirche war früher dem heiligen Laurentius geweiht und brannte 1771 nebst allen öffentlichen Gebäuden und siebzig Bürgerhäusern nieder. In der neuerbauten Kirche befindet sich ein treffliches, vom Hofmaler Vogel herrührendes Altarbild, die Scene enthaltend wo Christus seinen Jüngern ein Kind als Muster vorstellt. Herrlich ist namentlich die Figur des Petrus dargestellt. Zum Modell des Kindes wählte der Künstler den damals im Kindesalter stehenden jetzt regierenden Fürsten Otto Victor. Zu den öffentlichen Gebäuden gehört auch die uralte Hospitalkirche zum heiligen Kreuz. Lichtenstein war ehemals der Sitz des im zehnten Jahrhundert gestifteten, bischöflich Naumburgischen Dekanats trans Muldam, zu welchem dreissig Pfarren gehörten. – In dem östlich von der Stadt, an der Strasse nach Chemnitz hin, liegenden sogenannten Stadtwalde liess der verstorbene Fürst eine sich vierfach kreuzende Allee anlegen und den Weg ebnen. Auf dem höchsten Punkte des Berges hatte man früher eine köstliche Aussicht von einer Spitzsäule, die im Jahre 1800 ein Orkan niederstürzte. Filial von Lichtenstein ist Rödlitz, das Küchengut des Schlosses. Eingepfarrt nach Lichtenstein ist Hohndorf.

O. M.     




Pfaffroda.


Pfaffroda liegt eine Stunde von Sayda und ebenso weit von Olbernhau, 1900 Pariser Fuss über dem Meeresspiegel in einem offenen, nicht allzutiefen Grunde und erstreckt sich von Süden nach Norden bis zu einer freien Höhe hinaus. Das Dorf ist von einer Chaussee durchschnitten, die Freiberg mit Olbernhau verbindet und umschlossen von kleineren Baumgruppen und mit Waldungen bedeckten Höhen. Die Umgegend ist ausserordentlich angenehm, hauptsächlich bieten der nahe Schaafhübel, die westlichen Höhepunkte nach Hallbach und die nördlichen nach Dörnthal hin treffliche Fernsichten. Sehr angenehme Parthieen bilden die Ufer des Bielabaches, der an den südlichen Gebirgswänden bei Sayda entspringt, durch mehrere andere Gewässer, namentlich den Pfaffrodaer Dorfbach und das Mittelwasser verstärkt wird und nach dreistündigem jähen Laufe bei Blumenau in die Flöhe einmündet. Auf dem linken Ufer der Biela liegt ein liebliches Thal, die Hölle genannt. Die Biela windet sich in rascher Fluth dahin, ist reich an Forellen und enthielt sonst Perlmuscheln und Goldkörner. In Pfaffroda befinden sich einhundertzehn Hausnummern, darunter die herrschaftliche Mühle, das Lehngericht‚ der Gasthof, einige Bauergüter‚ die Scharfrichterei und eine Ziegelei, mit [88] mehr als achthundert Einwohnern, grösstentheils Ackerbauer, Professionisten und Handarbeiter. Pfaffroda bildet mit Dörnthal, Dittmannsdorf, Schönfeld, Oberneuschönberg, Kleinneuschönberg, Niederneuschönberg, Renckersdorf, Hutha, Hallbach, Zethau und Helbigsdorf die alte Schönberg’sche Herrschaft Pfaffroda, mit einem Flächenraume von mehr als einer Quadratmeile und achttausend Einwohnern.

Das hiesige bedeutende Rittergut zeichnet sich namentlich durch seine herrlichen Waldungen aus, die theils mit Nadelholz, theils mit Buchen und Erlen bestanden sind. Der gesammte Wald dehnt sich von Südost nach Nordwest über anderthalb Stunden hin und ist an manchen Stellen drei Viertelstunden breit. Es wird von den Fluren der Ortschaften Nieder- und Kleinneuschönberg, Hallbach, Pfaffroda, Schönfeld, Heidersdorf, der Zechhäuser, Oberneuschönberg und Olbernhau begrenzt.

Das Schloss zu Pfaffroda liegt auf einem etwas schroff ansteigenden Hügel, der südlich mit Gebüsch und Bäumen bewachsen ist. Auf der südlichen, sechszehn Fenster breiten, Seite des Schlosses sind noch einige aus dem Mittelalter herrührende Mauerstücken vorhanden und an dem Vereinigungspunkte der beiden Flügel erhebt sich ein stattlicher Thurm. Die beiden Flügel des Schlosses bilden mit den Wirthschaftsgebäuden einen geräumigen Hof, nach welchem zwei gewölbte Thore führen. Das Schloss hat sehr moderne Einrichtung und sein Inneres enthält einen herrlichen Gartensaal, einen Waffensaal der eine grosse Anzahl von Seltenheiten birgt, ein reiches Münzkabinet und eine Bibliothek. Die Brauerei, Schäferei, zwei grosse Scheunen, Schuppen und die Gärtnerwohnung liegen ausserhalb des inneren Hofraumes. Die ansehnliche Reitbahn erbaute 1772 der Kammerherr von Schönberg. – Von den beiden Gärten zeichnet sich besonders der südlich gelegene durch seine hübschen Anlagen aus, auch enthält er Treibbeete, ein Gewächshaus und einen Park, der an den kleinen Schlossteich mit einer Insel stösst und sich in das Gebüsch bei der Schneidemühle verliert. Von den beiden schönen Lindenalleen führt eine nach Dörnthal, die andere steht an dem Damme des grossen Teiches im Bielaer Grunde.

Pfaffroda ist eine alte Besitzung der Familie von Schönberg, gehörte aber in frühester Zeit zum Kloster Ossegk in Böhmen, dem der Ort wol auch gleich dem nahen Dörnthal seine Entstehung verdankt, doch lässt sich nicht bestimmen in welchem Jahrhundert die Gründung stattfand und wann das Gut an die Familie Schönberg gelangte. Dasselbe war bis 1648 ein Bestandtheil der Herrschaft Purschenstein, wo es Caspar von Schönberg aus dem Hause Mittelfrohna nebst Dörnthal von Caspar Heinrich von Schönberg auf Purschenstein an sich brachte. Der neue Besitzer erbaute das noch jetzt stehende Schloss und wurde Gründer der Schönberg-Pfaffrodaer Linie, auch begleitete er hohe Staatswürden als kurfürstlicher Kammerherr, Berghauptmann und Amtshauptmann. Als ein sehr frommer Herr nahm Caspar von Schönberg 1658 eine Anzahl aus Böhmen vertriebener Protestanten auf und gestattete ihnen, sich auf seinem Grund und Boden anzusiedeln, wodurch die Dörfer Ober- und Niederneuschönberg entstanden, während fast zu gleicher Zeit Kleinneuschönberg durch sächsische Colonisten gegründet wurde. Wolf Rudolf von Schönberg, des Vorigen Sohn, war Geheimrath, verlor seine drei Söhne und starb 1735, eine Wittwe hinterlassend. Dadurch kam die Herrschaft Pfaffroda an Gotthelf Friedrich von Schönberg auf Tannenhain, Trebitz und Lauterbach und von ihm an den königlich sächsischer Kammerherrn, auch Gensd’armeriechef und Feuerkommissarius Curt Heinrich von Schönberg, der als wohlthätiger und menschenfreundlicher Herr noch in gesegnetem Andenken steht. Er war ein grosser Freund der Wissenschaften und dabei ein tüchtiger Tonkünstler. Sein Tod erfolgte am 29. September 1843 zu Teplitz und die Herrschaft Pfaffroda gelangte an Herrn Joachim von Schönberg, der sie noch jetzt besitzt.

Die Schicksale Pfaifroda’s waren mannigfaltig und namentlich im dreissigjährigen Kriege wurde es von den Kaiserlichen und den Schweden um die Wette gebrandschatzt, wobei 1632 die Kroaten auch den hiesigen Pfarrer Homilius tödtlich verletzten, so dass er bald darauf starb, auch brannten sie die Kirche nebst mehreren Häusern und das Schloss nieder. Der Schwedenkrieg zu Anfang des vorigen Jahrhunderts, der siebenjährige Krieg und sogenannte einjährige Krieg trafen die Gegend ebenfalls sehr hart und 1813 wohnte der König Murat von Neapel sammt seinem Gefolge einige Tage auf dem Schlosse Pfaffroda, in dessen Nähe verschiedene leichte Gefechte und Plänkeleien stattfanden. Die in Sachsens Geschichte unerhörten Hungerjahre von 1770 bis 1773 und von 1815 bis 1817 empfanden die hiesigen Armen weit weniger als Tausende anderer Unglücklichen, da die damaligen Besitzer der Herrschaft durch die zweckmässigsten Anstalten und Bauten (den Reitstall), sowie durch Vertheilung von Brod und Holz unendlich viel Gutes thaten und die Noth der armen Leute nach Kräften milderten.

Die Kirche zu Pfaffroda, wohin auch Schönfeld eingepfarrt ist, wurde, nach ihrer Zerstörung durch eine Feuersbrunst, 1645 wieder aufgebaut und seit dieser Zeit wenig verändert. Sie besitzt einen interessanten Ablassbrief vom Jahre 1480, den Caspar von Schönberg auf Frauenstein und Pfaffroda bei einer Reise nach Rom vom Papste Sixtus IV. für die hiesige Kirche erbat. Derselbe wird im Archive des Schlosses aufbewahrt und enthält noch sechs, freilich schadhafte, Siegel der Cardinäle welche ihn ausstellten. Der Bischof von Meissen fügte den gegebenen hundert Ablasstagen durch ein Postscriptum noch vierzig Tage bei. Filial der Kirche zu Pfaffroda ist Hallbach mit den eingepfarrten Dörfern Hutha, Renkersdorf, und Antheilen von Niederneuschönberg und Kleinneuschönberg. Die Pfaffrodaer Kirche besitzt eine Silbermannsche Orgel mit vierzehn klingenden Stimmen. – Am obern Ende des Dorfes befindet sich ein besonderer Friedhof mit einer gefälligen und geräumigen Todtenkapelle, deren Bau dreihundert Thaler kostete. Hier werden nur die Verstorbenen des obereren Ortstheils beerdigt.

O. M.     



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Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: ud
  2. Vorlage: Schlegelsbefg
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