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Artikel „Wenzel, Joseph“ von Julius Pagel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 41 (1896), S. 738–739, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Wenzel,_Joseph&oldid=- (Version vom 29. Januar 2020, 11:30 Uhr UTC)
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Wenzel: Joseph W., Arzt, wurde am 7. März 1768 in Mainz geboren. Er begann hierselbst 1783 zunächst Theologie zu studiren, ging dann zur Medicin über, erlangte an einem Tage mit seinem Bruder Karl (s. d.) 1791 mit der Dissertation: „De ossium arthriticorum indole“ die medicinische Doctorwürde, einer Schrift, die später in Frank’s „Delectus opusculorum medicinae antehac in diversis Germaniae academiis editorum“ (Vol. XII, Pavia 1792) Wiederabdruck fand, wurde sogleich zum Assessor der medicinischen Facultät ernannt und machte dann in Gemeinschaft mit seinem schon genannten Bruder eine größere wissenschaftliche Reise nach Baiern, Oesterreich und Italien. 1794 ließ er sich in Mainz als Arzt nieder, beschäftigte sich jedoch nebenher auch wissenschaftlich und stellte (wiederum im Verein mit seinem Bruder) vergleichend anatomische Untersuchungen über das Gehirn an. 1802 veranlaßte er die Gründung einer medicinischen Gesellschaft in Mainz, zunächst speciell zum Zweck einer Sammelforschung über Epilepsie, wurde in demselben Jahre Adjunct an der Entbindungsanstalt, publicirte zusammen mit Ruf und Wittmann als Resultat der intendirten Forschungen: „Galvanische und elektrische Versuche an Menschen- und Thierkörpern, angestellt von der medicinischen Privatgesellschaft in Mainz“ (1803), erhielt 1804 die Professur der Anatomie und Physiologie an der medicinischen Facultät, starb aber bereits am 8. April 1806. Außer den bereits genannten Schriften übersetzte er J. F. Ackermann „Ueber die körperliche Verschiedenheit des Mannes vom Weibe außer den Geschlechtstheilen“ (Frankfurt am M. 1788) aus dem Lateinischen, ferner zusammen mit seinem Bruder: J. P. Weidmann, „Ueber den Mißbrauch des glühenden Eisens, um Knochenstücke abzusondern, aus dem Lateinischen mit Zusätzen“ (ebd. mit 8 Kupfern), verfaßte ferner: „Ueber den Cretinismus“ (Wien 1802); „Prodromus eines Werks über das Hirn des Menschen und der Thiere“ (Tübingen 1804); „Bemerkungen über die Hirnwassersucht“ (ebd. 1806); „Bemerkungen über die Structur der ausgewachsenen Schwung- und Schweiffedern“ (ebd. 1807); „Beobachtungen über den Hirnanhang fallsüchtiger Personen. Nach seinem Tode herausgegeben von K. Wenzel, nebst [739] einer kurzen Lebensbeschreibung des Verfassers von Dr. S. Ch. Lucae“ (Mainz 1810) mit 10 Kupfern, sowie verschiedene Aufsätze in Hufeland’s Journal, Arnemann’s Magazin und anderen Zeitschriften.

Biogr. Lex. VI, 241.