ADB:Victors, Jan

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Victors, Jan“ von Hermann Arthur Lier in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 40 (1896), S. 399–400, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Victors,_Jan&oldid=- (Version vom 29. November 2020, 17:58 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Vianen, Paulus van
Nächster>>>
Viehoff, Heinrich
Band 40 (1896), S. 399–400 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Jan Victors in der Wikipedia
GND-Nummer 135892295
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|40|399|400|Victors, Jan|Hermann Arthur Lier|ADB:Victors, Jan}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=135892295}}    

Victors **): Jan V. (auch Victor, Fictoor genannt), Maler, wurde im J. 1620 zu Amsterdam geboren und verheirathete sich dort im J. 1642. Im J. 1662 wurde er Hauseigenthümer. Zum letzten Male wird er im J. 1672 als lebend erwähnt. Er war ein Schüler Rembrandt’s, dessen Werkstätte er, nach seinen Bildern zu schließen, in den Jahren 1635–1640 besucht haben mag. In enger Anlehnung an Rembrandt malte er lebensgroße Figuren nach [400] dem alten Testament oder auch kleinere Genrescenen, in denen er sich freier bewegte, sowie eine Anzahl von Bildnissen. Das älteste datirte Gemälde von seiner Hand ist „die Enthaltsamkeit des Scipio“ in der Eremitage zu St. Petersburg und „das ein Fenster öffnende Mädchen“ im Louvre. Am deutlichsten tritt der Einfluß Rembrandt’s in dem Bilde des Braunschweiger Museums vom J. 1642, das „Esther und Haman“ darstellt, hervor. Aus demselben Jahr stammt der „Tod Davids“ in der Kopenhagener Galerie. In chronologischer Reihenfolge schließen sich an „Hanna übergibt ihren Sohn Samuel dem Priester Eli“ in der Berliner Galerie (1645) und „Josef als Traumdeuter“, sowie das „Ferkelschlachten“ im Rijks-Museum zu Amsterdam. Je länger V. arbeitete, desto trockener wurde er, wie man das aus seinen Bildern in München („Tobias mit seiner Familie“, 1651), Dresden („Die Findung Mosis“ und „Die Findung des Bechers in Benjamin’s Sack“, beide 1653 gemalt) und in Braunschweig („Salbung David’s durch Salomo“) deutlich erkennen kann. Von seinen Genrebildern verdient noch der „Zahnarzt“ in Amsterdam (1654), der „Gemüsemarkt“ in der Six’schen Sammlung, die „Rast vor der Scheune“ in der Universitätssammlung zu Göttingen und die „Bauernhochzeit“ in Antwerpen, genannt zu werden. Ein ausgezeichnetes Gemälde von seiner Hand ist endlich das Portrait des Amsterdamer Bürgermeisters Appelmann im Haarlemer Museum (1661). – Jan V. darf nicht, wie das häufig geschehen ist, mit Jacomo Victor (auch Fictor) verwechselt werden, mit dem er allerdings aller Wahrscheinlichkeit nach verwandt war. Dieser Jacomo Victor, dessen Geburts- und Todesjahr unbekannt sind, war ein tüchtiger Hühnermaler; er ist in den Galerien zu Dresden, Berlin und Kopenhagen gut vertreten. Er lebte um 1663 in Venedig, und etwa seit 1670 in Amsterdam, wo Jacob van Ruisdael mehrfach die Hintergründe seiner Bilder malte.

Vgl. Oud Holland IV, p. 219, 220. – H. Riegel, Beiträge zur niederländischen Kunstgeschichte II, 270–272. Berlin 1882. – A. Woltmann und K. Woermann, Geschichte der Malerei III, 716, 770. Leipzig 1888.

[399] **) Zu Bd. XXXIX. S. 677.