ADB:Siegfried II.

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Artikel „Sigfrid II. von Eppstein“ von Friedrich Wilhelm Schirrmacher in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 34 (1892), S. 259–260, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Siegfried_II.&oldid=- (Version vom 31. Juli 2021, 02:44 Uhr UTC)
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Sigfrid II. von Eppstein, Erzbischof von Mainz, 1200–1230. Er war Propst zu St. Peter in Mainz, als er nach dem am 4. Juli 1200 erfolgten Tode des Erzbischofs Konrad I. von Wittelsbach, von einigen Anhängern König [260] Philipp’s von Schwaben, zu Bingen dem bereits von der wittelsbachischen Partei zum Erzbischof erhobenen Bischof Lupold von Worms entgegengesetzt wurde. Aus Bingen mußte er zunächst weichen, aber er kehrte nach zu Köln erfolgter Belehnung durch König Otto mit einem Heere zurück und gewann Bingen wieder. Nachdem er das Jahr darauf von dem päpstlichen Legaten Guido zu Köln zum Priester und Bischof geweiht war, erhielt er zu Rom vom Papst Innocenz III. das Pallium. Auf der Seite Otto’s bis zu dessen Absetzung, verkündete er als päpstlicher Commissarius in Gemeinschaft mit dem Bischof Johann von Cambrai am 19. Juni 1205 im Dom zu Köln die Absetzung des Erzbischofs Adolf, vermochte aber nicht nach dem im folgenden Jahre von König Philipp über König Otto bei Wassenberg gewonnenen Siege sich in Deutschland zu halten, flüchtete nach Rom und wurde zum Cardinalbischof von Sta. Sabina ernannt. Nach Deutschland zurückgekehrt, verkündigte er im J. 1211 die Excommunication Otto’s, wirkte nach dem Willen des Papstes unter den Fürsten für die Wahl des jugendlichen Staufers Friedrich, zog, zum päpstlichen Legaten für Deutschland ernannt, mit anderen Fürsten ihm entgegen, als er im Herbst des Jahres 1212 das Reich betrat, empfing von ihm auf dem Hoftage zu Mainz die Lehen, vollzog an ihm, da der erzbischöfliche Stuhl von Köln unbesetzt war, am 25. Juli 1215 zu Aachen die Krönung und nahm an demselben Tage mit dem Gekrönten und vielen Fürsten und Großen das Kreuz. Nach der im April 1220 zu Frankfurt erfolgten Wahl Heinrich’s VII. ist er im Sommer Friedrich II. zur Kaiserkrönung nach Rom gefolgt, aber schon im November nach Deutschland zurückgekehrt und hat unter den Regentschaften des Erzbischofs Engelbert von Köln und des Herzogs Ludwig von Baiern bis zu seinem am 9. September 1230 erfolgten Tode seiner hohen Stellung gemäß an allen wichtigen Reichsangelegenheiten hervorragenden Antheil genommen.