ADB:Riederer, Friedrich

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Riederer, Friedrich“ von J. Braun in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 28 (1889), S. 529–530, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Riederer,_Friedrich&oldid=- (Version vom 8. August 2020, 20:58 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
Band 28 (1889), S. 529–530 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Wikipedia-logo-v2.svg Friedrich Riederer in der Wikipedia
GND-Nummer 104096012
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|28|529|530|Riederer, Friedrich|J. Braun|ADB:Riederer, Friedrich}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=104096012}}    

Riederer: Friedrich R., einer der beiden ersten Buchdrucker zu Freiburg in Breisgau, woselbst im J. 1493 Friedrich R. und Kilian Piscator (Fischer) gleichzeitig zu drucken begonnen haben. Während einerseits des Letzteren erster Druck: „S. Bonaventurae perlustratio in IV libros sententiarum“ als das früheste in dieser Stadt gedruckte Buch bezeichnet wird, ist nach anderer Angabe der bei R. gleichfalls im J. 1493 erschiene „Spiegel der waren Rhetoric“ als erster Freiburger Druck anzusehen. Dieses Werk, das er in der Vorrede nach damaliger alemanischer Mundart auch „leer briefen scherpractic“ genannt hat, kann als eines der ersten deutschen geschichtlichen Formularbücher betrachtet werden. R. scheint sich auf dieses von ihm selbst „vß M. Tullio C. und andern getütschten mit Iren glidern cluger reden Sandbriefen und fromen menicher contract, seltsam Reguliertes Tutschs vnd nutzbar exemplirt mit fugen uff göttlich und kaiserlich schrifft vnd rechte gegründet“, viel zu gute gethan zu haben, denn im J. 1499 gab er noch zwei Schriften: „Francisci Nigri opusculum scribendi epistolas“ und Thome Murner Tractatus perutilis de phytonico contractu“ heraus. Sein Spiegel der Rhetorik enthält fünf Holzschnitte, wovon der größte das Zeichen des Matthes Maler trägt. Das Buch wurde übrigens später mehrfach nachgedruckt, so 1505 und 1509 von Johann Prüß in Straßburg, 1517 von Paul Götz [530] und Johann Knobloch daselbst, und 1535 von H. Steiner in Augsburg, der seiner Ausgabe sechs Holzschnitte beifügte, die vermuthlich von Hans Burgkmaier herrührten, wenigstens zeigt der Titelholzschnitt die Buchstaben dieses Künstlers. Piscator druckte 1494 und 1495 noch einige lateinische Werke, wie z. B. „Augustinus, de civitate Dei, de trinitate etc.“, scheint dann aber Freiburg verlassen zu haben, sodaß nun R., der Stadtbuchdrucker, ohne Concurrenz war. Auch scheint er sich im J. 1499 oder 1500 wo anders hin gewandt zu haben, oder aber gestorben zu sein, denn von diesem Zeitpunkte ab fehlen Nachrichten über ihn vollständig.

Vgl. H. Schreiber, Leistungen der Universität und Stadt Freiburg im Breisgau für Bücherdruck. 1840. S. 15. – K. Falkenstein, Geschichte der Buchdruckkunst. 1840. S. 199. – F. Kapp, Geschichte. 1886. S. 179, 332. – L. Hain, Repertorium. 1826. Nr. 13914. – Th. Graesse, Trésor de livres. 1869. VI, 120. – G. Brunet, Suppl. II, c. 682. – Nagler, Monogramm. IV, 1999.