ADB:Riederer, Johann Friedrich

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Artikel „Riederer, Johann Friedrich“ von Franz Brümmer in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 28 (1889), S. 530, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Riederer,_Johann_Friedrich&oldid=- (Version vom 9. August 2020, 12:02 Uhr UTC)
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Riederer: Johann Friedrich R., geboren zu Nürnberg am 20. Februar 1678, besuchte das Gymnasium seiner Vaterstadt und beabsichtige, sich den Studien zu widmen, als der frühzeitige Tod seines Vaters, welcher Diakon an der Egidienkirche war, die Ausführung dieses Planes verhinderte. Mit 14 Jahren wandte sich der junge R. daher dem kaufmännischen Berufe zu und machte in Nürnberg eine sechsjährige Lehrzeit durch. Dann begab er sich 1698 über Frankfurt, Köln, Düsseldorf nach Amsterdam, von da nach London, wo er anderthalb Jahre blieb, dann nach Paris und endlich nach Lyon, wo er in ansehnlichen Comptoirs diente. Von 1703 bis 1708 war er in Wien thätig und ließ sich darauf in seiner Vaterstadt als Kaufmann nieder. Schon 1710 wurde er Mitglied des größeren Raths und 1713 nach Erscheinen seiner „Leichen-, Hochzeit-, vermischte und geistliche Gedichte. Erster Theil“ (1711) Mitglied des Pegnesischen Blumenordens, in welchem er den Namen „Iriflor“ führte. Im J. 1720 ging er wieder nach Paris und brachte einige Jahre in verschiedenen französischen Städten mit Handelsgeschäften zu, aber ohne besonders vom Glück begünstigt zu sein. Er kehrte deshalb auch wieder nach Nürnberg zurück. In den letzten Jahren beschäftigte er sich damit, jungen Leuten im Holländischen, Englischen, Französischen, Italienischen und Spanischen Unterricht zu ertheilen. Er sprach alle diese Sprachen nicht nur fertig, sondern machte auch in sämmtlichen fünf Sprachen Gedichte. R. übersetzte manches aus dem Französischen, schrieb verschiedene Broschüren satyrischen Inhalts und hinterließ eine große Zahl deutscher Gedichte. Von seinem „Geistlichen Gesängen auf allerhand Gelegenheiten an der Zahl 2500“ ist nur der Anfang in einigen Bogen erschienen. R. war auch einer der ersten, der die Aesopische Fabel wieder bearbeitete und „Aesopi Fabuln, in teutsche Reimen nach ietziger Art und möglichster Kürze gekleidet“ (1717) herausgab. Er starb am 25. Juni 1734.

Cl. Baader, Lexikon verstorbener bairischer Schriftsteller I, 2. Teil, 171.