ADB:Oeler, Ludwig

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Artikel „Oeler, Ludwig“ von l. u. in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 24 (1887), S. 286, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Oeler,_Ludwig&oldid=- (Version vom 30. Mai 2020, 12:54 Uhr UTC)
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Oeler: Ludwig Oe. oder Oler lebte um 1520 als Karthäusermönch in Freiburg im Breisgau und mußte, weil er gegen einen Barfüßermönch gepredigt hatte, im J. 1522 fliehen. Er wandte sich nach Straßburg, wo er Bürger ward, um unter dem Schutze der Stadt vor weitern Nachstellungen sicher zu sein. Hier trat er auch entschieden auf die Seite der Reformation. Wir haben von ihm eine gereimte deutsche Uebersetzung der acht ersten Psalmen, alle im gleichen Versmaße, nach der Melodie „Ach Gott vom Himmel sieh darein“ zu singen. Sie finden sich alle acht im andern Theil des „teutsch Kirchenampts“, Straßburg 1525 bei Wolff Köpphel gedruckt; einige von ihnen sind dann in niederdeutscher Bearbeitung in niederdeutsche Gesangbücher übergegangen, so z. B. die Bearbeitung des 7. Psalmes: „Auf dich, Herr, ist mein trauen steif“, in das Rostocker Gesangbuch vom J. 1531 (von Joachim Slüter): „Vp dy, Here, ys myn truwent styff“. Eben dieses Lied hat in seiner ursprünglichen hochdeutschen Fassung Aufnahme gefunden in dem 2. Theil des Valentin Babst’schen Gesangbuches vom J. 1545. Von Oe. ist auch eine Satire über das päpstliche Jubeljahr aus dem Jahre 1525 in 192 gereimten Versen (Reihen). Er wird um das Jahr 1530 als Canonicus am Thomasstift in Straßburg erwähnt.

Koch, Geschichte des Kirchenlieds, 3. Aufl., II, S. 519. – Goedeke, Grundriß, 2. Aufl., II, S. 179 und 279 f. – Wackernagel, Bibliographie, S. 73 b, und Kirchenlied I, S. 94 ff.; am letzten Orte sind alle 8 Psalmen abgedruckt. – Fischer, Kirchenliederlexikon, 2. Hälfte S. 461 a, und unter den hier angeführten Liederanfängen. – Schade, Satiren und Pasquillen aus der Reformationszeit, 2. Ausg., I, S. 38 ff., und (wegen des Verfassers) III, S. 332 a.