ADB:Michael, Heimann Joseph

Empfohlene Zitierweise:

Artikel „Michael, Heimann Joseph“ von Adolf Brüll in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 21 (1885), S. 673, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Michael,_Heimann_Joseph&oldid=- (Version vom 23. September 2020, 10:48 Uhr UTC)
Allgemeine Deutsche Biographie
>>>enthalten in<<<
[[ADB:{{{VERWEIS}}}|{{{VERWEIS}}}]]
<<<Vorheriger
Michael, Eduard von
Nächster>>>
Michael, Johann
Band 21 (1885), S. 673 (Quelle).
Wikisource-logo.png [[| bei Wikisource]]
Kein Wikipedia-Artikel
(Stand Januar 2019, suchen)
GND-Nummer 137299273
Datensatz, Rohdaten, Werke, Deutsche Biographie, weitere Angebote
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Kopiervorlage  
* {{ADB|21|673|673|Michael, Heimann Joseph|Adolf Brüll|ADB:Michael, Heimann Joseph}}    

{{Normdaten|TYP=p|GND=137299273}}    

Michael: Heimann Joseph M., Bibliophile, geb. am 12. April 1792 in Hamburg, † daselbst am 10. Juni 1846. M., der schon als Knabe geistige Gewecktheit und eifrige Lernbegierde verrieth, war ein Schüler des Hamburger Rabbiners Lazarus Joseph, mit dessen Tochter er sich 1816 vermählte. Ohne als Gelehrter vom Fache gelten zu wollen, hat er sich doch um die Erforschung der jüdischen Litteratur wesentliche Verdienste erworben. Was nur von den zu ihr gehörenden Schriften zu haben war, sowol an Druckwerken als an Manuscripten, suchte er in seiner Bibliothek zu vereinigen, die allmählich auf sechstausend Hebraica (unter welchen 860 Handschriften) anwuchs und außerdem das ganze neuere, die jüdische Litteratur betreffende Schriftthum umfaßte. Aus diesem Bücherschatze, der ihm zunächst zur Bereicherung des eigenen von einem starken Gedächtnisse getragenen Wissens diente, theilte er gelehrten Zeitgenossen, Zunz, Delitzsch, Dukes u. A., mit denen er in Correspondenz stand, vielerlei interessante litterar-historische Daten mit, die ihnen unentbehrliches Material für ihre wissenschaftlichen Studien darboten. Er selbst hat außer einigen Ergänzungen zu Heidenheim’s Verzeichniß der Verfasser synagogaler Poesien (Machasor Ed. Hannover 1839) nichts veröffentlicht. Nach seinem Tode erschien der von ihm verfaßte Katalog seiner Bibliothek nebst einem Register zum Handschriftenverzeichnisse von Steinschneider mit einem biographischen Vorworte Zunz’. Michael’s Bücher befinden sich jetzt in der Bibliothek des British Museum und theilweise in der Oxforder Universitätsbibliothek.

Zunz, Zur Geschichte und Litteratur, S. 244; Ders., Vorw. zu Katal. d. Michael’schen Bibliothek; Ders., Die Monatstage des Kalenderjahres, S. 33.