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Artikel „Lenz, Robert“ von Johannes Klatt in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 18 (1883), S. 279, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Lenz,_Robert&oldid=- (Version vom 26. Januar 2020, 15:41 Uhr UTC)
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Lenz: Robert L., Sanskritphilologe, Bruder des Physikers Heinr. Friedr. Emil L., geboren zu Dorpat am 23. Januar 1808, † zu St. Petersburg am 30. Juli 1836, studirte zuerst an der Universität Dorpat Theologie, bekleidete darauf eine Lehrerstelle an der Domschule zu Reval. Seit 1830 widmete er sich in Berlin unter Bopp dem Studium des Sanskrit, mit solchem Eifer und Erfolg, daß er schon nach drei Jahren die „Urvaçî“, ein Drama des Kâlidâsa herausgab, eine für die damalige Zeit und bei seinen geringen Hülfsmitteln vortreffliche Leistung („Urvasia fabula Calidasi. Textum sanscritum ed., interpret. lat. et notas illustrantes adj. R. L.“, Berol. 1833, XXV, 238 p., 4°. Vgl. die Rec. v. Rückert, Jahrb. f. wiss. Kritik, 1834, Juni, Sp. 969–1006). Mit Unterstützung der russischen Regierung ging er nach England, verglich die dortigen Handschriften der Urvaçî („Apparatus criticus ad Urvasiam …“, Berol. 1834, 36 p., 4°), copirte u. a. den Lalitavistara, von welchem er eine Inhaltsübersicht als Vorläufer einer (nicht erschienenen) Uebersetzung veröffentlichte („Analyse du Lalita-vistara-pourana, l’un des principaux ouvrages sacrés des Bouddhistes de l’Asie centrale, contenant la vie de leur prophète, et écrit en sanscrit: Bull. scientifique de l’Acad. de St. Pétersb.“, T. I, No. 7–13, 1836, 4°), sammelte überhaupt Materialien, die, wie er aus London schrieb, für ein ganzes Leben der Arbeit genügen würden. Leider verhinderte ein früher Tod dieses vielversprechende Talent an der Ausführung seiner Pläne. Im Juli 1835 nach Petersburg zurückgekehrt, wurde er zum Adjuncten der Akademie ernannt und eröffnete an der Universität Vorlesungen über Sanscrit und Sprachvergleichung, starb aber schon am 30. Juli des folgenden Jahres. Außer den genannten Schriften hat er noch veröffentlicht: „Bericht über eine im Asiatischen Museum der kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg deponirte Sammlung Sanskrit-Manuscripte“: St. Petersburger Zeitung, 1833, Nr. 219 bis 223 (auch sep.); in abgekürzter Uebersetzung: Nouv. Journ. asiat. XII., 548–67, Dec. 1833; und „Account of the Sabda Kalpa Druma, a Sanskrit Encyclopaedical Lexicon, publ. in Calcutta by Rádhákánta-Deva“: Journ. of the R. Asiat. Soc. II. 188–200, 1835 (auch sep. – Einige Excerpte daraus Journ. asiat., 1836, I. 90–92).

Vgl. den Nekrolog: Recueil des actes des séances publ. de l’Acad. imp. des sc. de St. Pétersb., 4°, 1836, p. 11–14.