ADB:Kolp, Engelbert

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Artikel „Kolp, Engelbert“ von Hyacinth Holland in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 491–492, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kolp,_Engelbert&oldid=- (Version vom 20. Oktober 2020, 09:58 Uhr UTC)
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Kolp: Engelbert K., Bildhauer, geb. am 28. Octbr. 1840 zu Fliersch im Oberinnthale (Tirol); seine Eltern übersiedelten jedoch schon ein Jahr darauf nach Holzgau im Lechthal, weshalb auch dieses als Kolp’s Heimath angegeben wird. Die Anlage zum Schnitzen trat bald hervor, der lernbegierige Knabe erhielt deshalb den ersten Unterricht im Zeichnen zu Elbigenalp, wohin Anton Falger, nachdem er 30 Jahre am topographischen Büreau zu München gearbeitet hatte, sich zurückzog und eine unentgeldliche Zeichenschule gründete. Dann kam K. zu einem Kunsttischler nach Reute, wo er sich mit Altarbauten und Industriearbeiten beschäftigte und 1859 nach München, wo er bei Sickinger und Knabl in Arbeit trat und endlich 1864–68 seine Studien unter Prof. Widnmann an der Akademie abschloß. Schon frühe erhielt K. eigene Aufträge, darunter auch die Altäre für die Kirche seiner Heimath; sie mehrten sich so, daß er seine Landsleute Jos. Kopp und J. Guggenbichler als Gehülfen annahm. Seine Darstellungen, Gruppen und Figuren zeugen von einer wohlthätigen Wärme der Empfindung, einer gleichmäßig anmuthenden, sorgfältigen Durchbildung; man sah an jeder seiner Arbeiten, wie er es als seine Aufgabe betrachtete, nach Möglichkeit das Beste zu thun und unermüdlich vorwärts zu streben. So entstanden 1870 fünf Statuen für einen Altar der Augsburger [492] Diöcese; bald kamen Aufträge von auswärts, darunter ein „Kreuzweg“ für Nancy, eine Gruppe der „Anbetung der Hirten“ für Birmingham (photographirt von J. Albert), ein großer Altar für Erding, eine Kreuzigungsgruppe nach Ustersbach (Schwaben). Neben vielen kleineren Arbeiten lieferte K. für Innsbruck das Grabdenkmal und die Büste des 1874 verstorbenen Componisten M. Nagiller, ein Hautrelief mit „Walther von der Vogelweide“ als Geschenk für die Liedertafel zu Innsbruck (photographirt von J. Albert, vgl. Nr. 139 des Boten für Tirol und Vorarlberg, vom 22. Juni 1875) und eine große Kreuzigungsgruppe (aus Eichenholz) für den Friedhof daselbst. In rastlosem Ringen und edelstem Streben überarbeitete er seine Kräfte und starb, als Opfer seines Fleißes, schon am 21. August 1877 zu Innsbruck. Er berechtigte zu den schönsten Erwartungen; seine Leistungen sichern ihm ein bleibendes, ehrendes Gedächtniß.

Vgl. Nr. 193 des Boten f. Tirol und Vorarlberg, 24. August 1877. Beil. 68. Augsburger Postztg., 8. Sept. 1877 und die Biographie im Tiroler Kalender f. 1880, S. 64 ff.