ADB:Kochen, Albrecht Heinrich Matthias

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Artikel „Kochen, Albrecht Heinrich Matthias“ von Carsten Erich Carstens in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 16 (1882), S. 407–408, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Kochen,_Albrecht_Heinrich_Matthias&oldid=- (Version vom 4. Juli 2022, 08:24 Uhr UTC)
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Band 16 (1882), S. 407–408 (Quelle).
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Kochen: Albrecht Heinrich Matthias K., war geboren in Kiel am 25. März 1776. Vorgebildet in Schulpforte, studirte er erst Jurisprudenz, dann aber Theologie auf den Universitäten zu Kiel, Leipzig und Jena 1797–1800 und promovirte am letztern Orte zum Dr. philos. Diss.: „Annotationes in Joan. Boanergis testamentum“, I. 1801. Er habilitirte sich dann auf der Kieler Universität als Privatdocent in der Philosophie, unterwarf sich aber in demselben Jahr noch der theologischen Staatsprüfung auf Gottorf (1. Charakter), darauf zog er es vor eine Hauslehrerstelle in Altona zu übernehmen, ward aber schon 1802 zum Diaconus an der Stadtkirche in Glückstadt erwählt, von wo er 1806 als Hauptpastor nach Wilster ging. 1816 ward er, nach gehaltener Gastpredigt, zum Hauptpastor an der deutschen Petrikirche in Kopenhagen erwählt. Hier ward er in Folge der eingereichten „Diss. inaug. de finibus extemporalis dicendi facultatis quatenus e certis principiis rationis et eloquentiae iisdem superstructae constitui queant“, Hafn. 1820, bei Gelegenheit des Reformationsjubelfestes [408] von der Universität rite zum Doctor theol. promovirt. 1824 folgte er dem Ruf als Superintendent nach Eutin, wo er zugleich fürstlich lübeckischer Consistorialrath und großherzoglich oldenburgischer Hofprediger ward. Dieser Aemter ward er 1839 auf Ansuchen enthoben mit Pension und lebte dann erst in Plön, nachher in Flensburg bei seinem Schwiegersohn Pastor Valentiner bis zu seinem Tode am 21. Juni 1847. Schon als Student begann K. die Schriftstellerei. Er lieferte seit 1797 Beiträge zu Schiller’s Musenalmanach, nachher zu Vermehren’s 1803, der deutschen Monatsschrift (über Familientheater und Liebhabertheater), 1799. Anonym schrieb er einen „Versuch zu einer neuen Theorie der Religionsphilosophie“, Germanien 1797; ferner „Joannes Boanerges, eine Beglaubigungs- und Ermunterungsschrift für seine Zeitgenossen“, 1800; „Archiv für moralische und religiöse Bildung des weiblichen Geschlechts“, 3 Bde.; „Memorabilien für Religionsgesinnte“, 1801; „Reden über die Bestimmung des Gelehrten“, 1801. – Er übersetzte aus dem Englischen Dr. Gregory’s Charis oder über die Würde und Bestimmung des weiblichen Geschlechts, 1806, später dessen Vermächtniß an seine Töchter, 1820. Hernach waren es meist Predigten, welche er dem Druck übergab. Außer einer ganzen Reihe Einzelpredigten und in Zeitschriften von Löffler, Kleseker etc. erschienen von ihm: „Festpredigten, Casual- und kleine Amtsreden“, Kopenh. 1817; „Christliche Vorträge nach Anleitung der älteren evangelischen Perikopen“, Kopenh. 1825; „Neue Casual- und kleine Amtsreden“, 1832. Diese Predigten sind im Geiste seiner Zeit, d. h. rationalistisch gehalten. 1839 veröffentlichte der Verfasser auch eine Flugschrift „Beleuchtung der jesuitischen Propaganda und ihres Einflusses auf Hamburg und die Umgegend“, Nr. 1, mehr ist jedoch nicht erschienen. Ferner gab er auch „Luther’s kleinen Katechismus“ heraus, 1817, 2. Aufl. 1818, welches Büchlein auch ins Dänische übersetzt worden ist, sowie eine kleine „Liedersammlung zum häuslichen Gebrauch und zum Gebrauch in der Schule“, 1818. Außerdem schrieb er mehrere Abhandlungen aus der geistlichen Praxis, z. B. „Ueber das Beichtgeld“, Löffler’s Magazin 1811, V, 2; „Wie macht sich der Prediger die Geschicklichkett zu eigen nach einem kurzen Entwurf oder ganz aus dem Stegreif zu reden, ohne sich dadurch zu einer Nachlässigkeit in seinem Vortrag und zu einer faden Geschwätzigkeit zu verwöhnen?“ das. Bd. VIII, 2; „Bericht über das deutsche Schulwesen in Kopenhagen“, Schlesw.-Holst.-Lauenb. Provinz.-Ber. 1823, 4; „Ob es zweckmäßig sei Dienstboten und Handwerksgesellen zur Leistung des Armengeldes anzusetzen“, das. 1816; „Ueber das Landwerkhaus in Wilster“, das. 1816 und 1818. Noch in letzter Zeit schrieb er einen Artikel „Grundlage zu einer Christologie, wie dieselbe aus den eignen Aussprüchen Jesu hervorgeht“ in Allg. Kirchenzeitung 1837 Nr. 46 und 47. Die letztgedruckte Predigt von ihm steht in der Sammlung: Predigten und Gelegenheitsreden, 1847: „Wovor wir uns zu hüten haben, um nicht mit Grund für Abgefallene von der evangelisch-protestantischen Kirche angesehen zu werden“, am zweiten Pfingsttag gehalten.

S. Nyerup I, 315. Erslev II, 44. Suppl. II, 76. Schlesw.-Holst.-Lauenb. Prov.-Ver. 1829, 4, 47. N. Staatsb.-Mag. 467. Neuer Nekrolog d. Deutschen 25, 832. Rüder II. Lübker-Schröder 630. Alberti 1084.