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Artikel „Hesekiel, Johann George Ludwig“ von Ludovica Hesekiel in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 12 (1880), S. 270–271, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Hesekiel,_George&oldid=- (Version vom 22. November 2019, 15:18 Uhr UTC)
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Band 12 (1880), S. 270–271 (Quelle).
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Hesekiel: Johann George Ludwig H., wurde am 12. August 1819 zu Halle a. d. Saale geboren, wo sein Vater[WS 1] († am 14. April 1840 als Generalsuperintendent in Altenburg) damals Diaconus an der St. Moritzkirche, dem Gotteshause der Halloren, war. Seine humanistische Bildung erhielt er auf der v. Witzleben’schen Klosterschule zu Roßleben und studirte dann in Halle, Jena und Berlin. Philosophie und Geschichte bildeten sein Hauptstudium; in Halle war er ein Lieblingsschüler Leo’s. Schon auf der Schule beschäftigte er sich mit der Poesie, später wirkte besonders Fouqué, der Dichter der Undine, anregend auf ihn ein. 1839 erschien sein erstes Büchlein: „Der Saga-Saal, eine nordische Dichtung“. Bald wendete er sich ganz der Litteratur zu und wurde zunächst Redacteur der „Rosen“ in Leipzig. Durch seine „Preußenlieder“ wurde der damalige Kriegsminister v. Boyen auf ihn aufmerksam, der ihn Friedrich Wilhelm IV. vorstellte. Der Schüler Leo’s und Fouqué’s brachte dem Königthum von Gottes Gnaden sein ganzes Herz entgegen, die Persönlichkeit des Königs gewann ihn vollends für dasselbe. 1848 siedelte er nach Berlin über und übernahm die Redaction des ausländischen Theils der Neuen Preußischen („Kreuz“-) Zeitung, die er bis an seinen Tod inne gehabt. In seinen legitimistischen Romanen: „Von Turgot bis Baboeuf“ etc., die in der „Berliner Revue“ erschienen, legte er die Früchte seiner Studien französischer Geschichte nieder; – Frankreich, das er früher viel bereist, blieb ihm immer ein interessantes Land, doch bald verdrängte seine Vorliebe für die Mark, die er nach allen Seiten hin studirte, jedes andere Interesse. Willibald Alexis wurde jetzt sein Vorbild und um die Wette mit seinem langjährigen Freunde Fontane eiferte er die Liebe zu der Mark Brandenburg auch in größeren Kreisen wachzurufen. Seine „Vaterländischen Romane“ sind weit über die Grenzen der Mark hinaus populär geworden. Eine kleine Gedichtsammlung „Zwischen Sumpf und Sand“ behandelt speciell märkische Stoffe. Seine gesammten Werke, Romane, Novellen, heraldische und historische Arbeiten, Gedichte und Balladen umfassen über 100 Bände, denn er war von seltenem Fleiß und schuf außerordentlich rasch. Vermählt mit einer Tochter des Hauptmanns Förster[WS 2], dessen unter dem Namen Alexis des Wanderers erschienene Bücher einst viel gelesen wurden, führte er mit dieser und zwei [271] Töchtern ein reich gesegnetes Familienleben, an dem er gern Freunde, selbst politische Gegner theilnehmen ließ, obgleich er den strengen Legitimisten, den evangelischen Pfarrerssohn, nie einen Augenblick verleugnete. In den letzten Jahren erwarb er sich einen besonderen Ruf durch sein Buch vom Fürsten Bismarck, den Grundstock aller späteren Biographien Bismarck’s. – Leider war ihm kein langes Leben beschieden. Von Jugend auf einem schweren Gichtleiden unterworfen, erlag er demselben, noch nicht 55 Jahre alt, am 26. Februar 1874. Eine ausführliche Biographie Hesekiel’s ist bis jetzt nicht erschienen: einen größeren Aufsatz über ihn, sowie ein genaueres Verzeichniß seiner sämmtlichen Schriften wird das Augustheft der „Allgemeinen conservativen Monatsschrift für das christliche Deutschland“ (1880) bringen.


Anmerkungen (Wikisource)

  1. Friedrich Hesekiel (1793–1840), Theologe.
  2. Lebrecht Gotthilf Förster (1788–1846), Schriftsteller.