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Artikel „Beck, Heinrich“ von August Förster in: Allgemeine Deutsche Biographie, herausgegeben von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, Band 2 (1875), S. 213, Digitale Volltext-Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/w/index.php?title=ADB:Beck,_Heinrich&oldid=- (Version vom 15. Dezember 2019, 16:14 Uhr UTC)
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Band 2 (1875), S. 213 (Quelle).
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Beck: Heinrich B., geb. 1760 in Gotha, † 1803. Er betrat 1777 das Theater seiner Vaterstadt, welches unter Eckhof’s Leitung nächst Hamburg die wichtigste Pflegestätte der edleren deutschen Schauspielkunst war. Hier schloß er jenes ideale Freundschaftsband mit Beil und Iffland, welches der letztere in seiner Selbstbiographie so frisch und anmuthig geschildert hat. Von gleicher heiliger Begeisterung für ihre Kunst erfüllt, lebten die drei Jünglinge ein herrliches poetisches Studentenleben, in ernsten Studien ihrer Rollen, eifervollen Debatten über Fragen der Kunst und dichterischen Strebungen. Sie hausten mitsammen bei Tag und Nacht und trugen in schönen Sommernächten ihre Begeisterung vom Studirzimmer über Straße und Markt bis in den Siebeleber Wald, in welchem sie gleich Zigeunern sich um das Feuer lagerten und bei ernsten Gesprächen und muthwilligen Scherzen bis zum Morgen verweilten. Als im Jahre 1779 nach Eckhof’s Tode das gothaische Hoftheater aufgelöst wurde, kam B. mit den Freunden nach Mannheim. Dort entwickelte er sich, obwol er in seiner langen Gestalt, seinem nasalen Organ, seiner ausdrucksarmen Miene wichtige Hindernisse zu besiegen hatte, doch durch ausdauernde Bemühung zu einem trefflichen Darsteller in Liebhaber- und Heldenrollen. Er wird gerühmt als edle, reiche Natur, als feiner und sinnvoller Künstler. Mit Schiller trat er, von den drei Freunden der Einzige, in ein näheres Freundschaftsverhältniß. Er war der erste Kosinsky in den Räubern, und bei der Aufführung des Don Carlos am 9. April 1788 gewann er als Posa den ersten Preis. Nach Iffland’s Uebertritt an das Berliner Nationaltheater führte B. als dirigirender Regisseur das Scepter der Mannheimer Bühne mit Ausdauer und Geschick und behauptete in den bewegten Kriegszeiten den künstlerischen Charakter des Mannheimer Theaters und seine edlen Traditionen mit Anerkennung. Im J. 1800 wurde er als Regisseur nach München berufen, wo er 1803 starb. B. ist auch als dramatischer Schriftsteller mit vielem Glück aufgetreten. Seine „Schachmaschine“ und seine „Quälgeister“, eine Bearbeitung des Shakespeare’schen „Much ado about nothing“ haben sich bis in das 5. und 6. Decennium unseres Jahrhunderts auf dem Repertoire der deutschen Bühnen erhalten. Ein Bruder von ihm war in Weimer unter Goethe’s Direction engagirt. Er spielte komische Rollen mit großem Erfolg. Sein Schnaps in den „Beiden Billets“ von Wall hat Goethe zu seinem Bürgergeneral angeregt.