Wie schnell gehen wir?

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Titel: Wie schnell gehen wir?
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aus: Die Gartenlaube, Heft 34, S. 580
Herausgeber: Adolf Kröner
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Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[580] Wie schnell gehen wir? Wie schnell geht der Mensch? Eine sonderbare Frage! Der eine läuft, der andere schleppt sich mühsam vorwärts. Das ist wahr, aber der Durchschnittsmensch wird eine gewisse Schnelligkeit im Gehen zeigen, welche man als die normale bezeichnen kann. Einen solchen Durchschnittsmenschen können wir uns schaffen, wenn wir eine große Zahl von Menschen beobachten und den Durchschnitt der gewonnenen Beobachtungsgrößen berechnen. Joseph Kleiber hat solche Beobachtungen in Petersburg angestellt. Er beobachtete in den Straßen der Stadt den Gang von 6672 Personen und bestimmte daraus die mittlere Geschwindigkeit des Fußgängers auf 76,9 m für die Minute oder 4,61 km in der Stunde. Die Stadtstraßen dürften jedoch kein geeignetes Feld zur Beobachtung sein, denn hier wird die Geschwindigkeit der Füße durch viele Hindernisse und Rücksichten gehemmt. Auf der Chaussee kann man die Kraft der Beine besser ausnützen, und die von anderer Seite angestellten Untersuchungen ergaben als Mittel für den Fußgänger 6 Kilometer in der Stunde. Uebung macht den Meister, und so wird auch die Marschfähigkeit des Menschen durch Uebungen bedeutend erhöht. Es giebt Fußgänger, die 8 Kilometer in der Stunde zurücklegen, und ein forcirter Marsch ergiebt nach den Ermittelungen der Gebrüder Weber 9389 m in der Stunde. Die höchste Marschleistung des Menschen an einem Tage (24 Stunden) wird auf 120 km geschätzt, und sonderbarerweise ist sie der Tagesleistung berühmter Schnellläufer gleich, die auch 120 Kilometer erreicht.

Ansnahmen giebt es überall, und es wird auch auf diesem Gebiete von „Kunstleistungen“ berichtet, welche die obengenannten übertreffen; aber diese Ziffern beziehen sich auf ganz außerordentliche Menschen und entbehren zumeist der wissenschaftlichen Bestätigung. *