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Topographia Superioris Saxoniae: Reinhartsbrunn

Topographia Germaniae
Reinhartsbrunn (heute: Reinhardsbrunn)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 157–158.
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Reinhartsbrunn / Reinhartsborn.

Ein weyland vornehmes Closter in Thüringen / beym Thüringer Wald. Christophorus Brounerus[1] lib. 1. Annal. Fuldens. p. 97. nennets Rheinersborn vnnd sagt / daß solches von Graff Ludwigen (nemblich dem Springer) gebawen / vnd / auß dem Closter Hirsau / Benedictiner Mönch hieher gebracht worden / vnnd es den alten Landgraven in Thüringen / vnd Hessen / insonderheit lieb / vnd angenehmb gewesen sey. Ein geschriebene Thüringische Chronick meldet / es habe dieses Closter seinen Nahmen von einem Töpffer / oder Hafner / Reinhardt genant / welcher in dem Wald / an einem Born / oder Brunn / so tieff seye / vnd starck außfliesse / daselbsten seine Wohnung hatte; vnnd were das Closter Anno 1085. (Bange sagt 1089.) gebawet worden; darein sich auch gemelter Stiffter / Graff Ludwig von Thüringen / so Pfaltzgraff Friederichen zu Sachsen erstochen / zur Buß / begeben / vnd darzu sein Schloß Schawenburgk (das von dem ersten Mäyntzischen Bitzdumb / vnnd Graven in Thüringen / Ludwigen mit dem Bart / nahend Friederichroda / erbawet worden / welche Burg / oder Schloß (so Bange Schöneburgk / andere Schönburg nennen /) auch sein erste eygne Wohnung im Lande zu Döringen gewesen seye /) gewidmet habe; vnnd seyen hernach viel seiner Nachkommen / Landgraven in Thüringen / allhie begraben worden. Es habe auch deß besagten Graff Ludwigs Gemahlin Adelheid / vmb deren willen gedachter Pfaltzgraff erstochen worden / ihr Leibgeding Oldersleben / zu einem Closter / vnnd Abbtey gemacht. Siehe vnden Sachsenburg. Vnd ist gemelter Stiffter Anno 1124. im 73.Jahr seines Alters / gestorben wie ernanter Bänge schreibet. Es liegt aber Reinhartsbrunn (so jetzt / sampt dem Stättlein Friedrichroda / ein Fürstlich Weymarisch Ampt ist /) zwischen den Aemptern Tennenberg / vnd welches letztere auch ein Closter / An. 1142. (Bange sagt 1150.) [158] von den Graven von Kefernburg erbawet / gewesen; darin solche ruhen / vnnd welches Anno 1385. als der letzte Graff auff seiner Reyse zum H. Grab / gestorben / an den Landgraven zu Thüringen / als Lehenherren / sampt der Graffschafft / kommen ist. Die obangedeute Histori von Graf Ludwigen / wird in einer geschriebenen Thüringischen Chronick also erzehlet: Vmbs Jahr 1065. (Andere sagen von 63. vnd 64.) hielte Pfaltzgraff Friederich zu Sachsen Hoff zu Schiplitz / dessen sehr schönes Weib Adelheit / ein geborne Marggrävin zu Staden / heimlich mit Graff Ludwigen dem Andern in Döringen / zugenant Springer / bulte / welcher einsmahls vor dem Schloß Schiplitz jagte / das ihme besagter Pfaltzgraff / auff vermahnen seiner gedachten Gemahlin / wehren wolte / aber darüber / vom gemelten Ludwigen / erstochen / vnd in dem Closter Goissigk an der Sala / so er gestifftet hatte / begraben ward. Besagter Graff Ludwig / vnd die gedachte Adelheid /haben hernach zusammen geheuratet / endlich aber Buß gethan; vnd hat er das Closter Reinhartsborn / sie aber zu Schiplitz auch eines gebawet / vnnd ward zu diesem letzten das Schloß Schiplitz / sampt seiner Zugehör / im Osterland gelegen / gegeben / vnnd sie allda die erste Abbtissin. Biß hieher diese Chronick.


  1. Vorlage: Brouuerus