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Topographia Superioris Saxoniae: Freyburg

Topographia Germaniae
Freyburg
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 85.
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Freyburg.

Ein Stättlein / vnnd Superintendentz / in Thüringen / an dem vornehmen Wasser der Vnstrut / aber etwas hoch gelegen / darzu ein Ampt / vnd vnder dasselbe / die Stättlein Laucha / vnd Mücheln: Item die Voigthey Schmohen / gehörig seyn; wie Melchias Nehel p. 227. meldet. Ist Chur-Sächsisch / vnd kompt besagtes Wasser / dir Vnstrut / nit fern davon / vnd bey der Statt Naumburg vber / in die Sal. Von welchem Wasser in einer geschriebnen Thüringischen Chronic also stehet: Anno 1194. ward die Vnstrut also gar zu Grnnd trocken / daß man in 2. gantzen Monaten nirgend kein Wasser darinnen fand / vnd das geschah an andern Wassern nicht. In einer andern geschriebenen Chronic wird gelesen / daß man damals in vielen Tagen nirgend kein Wasser darin gefunden. Also schreibet Becherer in der Thüringischen Chronic p. 580. daß die Vnstrut den 8. Martij An. 1575. bey Freyburg außgeblieben / vnd vertrucknet / daß man die Fisch mit den Händen hat greiffen können. Der ander Graff in Thüringen vnnd Hessen / Ludwig der Springer / hat / nach dem er Pfaltzgraff Friederichen vmbgebracht / Freyburg erbawt. Ward mit der Zeit / nemblich im Jahr 1293. vom Keyser Adolphen belagert / vnd mit Verrähterey eingenommen; welcher den armen Hauffen zwar vnbeschädigt abziehen lassen; aber Männer / vnnd Jungegesellen / hat er alle vmbgebracht; wie Dresserus in seinem Stättbuch / p. 267. schreibet. Laurentius Peccenstein sagt part. 2. Theatr. Saxon. fol. 38. daß dieser Orth in Anno 1260. außgebronnen / vnnd es ein feines Schloß / vom Churfürst Augusto renoviret / da habe. Daher auch theils solchen Orth nur vor ein Schloß halten: weilen aber gemelter Dresserus ihn vnder die Stätte gesetzt; vnd auch die Vmbstände / daß noch ein Stättlein darein ein Superintendens wohnet / dabey / es geben; So haben wir solches auch hieher bringen wollen. Wie dann in der Frankfurter HerbstRelation deß 1642. Jahrs stehet / daß in solchem / vnd zwar im Mayen / das Stätttein Freyburg / darin Keyserische lagen / von der Schwedischen Besatzung zu Erfurt / vberfallen worden seye. Also wird in der außgangenen Klag-Schrifft / wie es der Zeit im Lande zu Meissen / vnd der Nachbarschafft stehe / auch Freyburg vnder die jenige Stätte gezehlet / deren Gottes- Rahts- Bürger- oder gemeiner Statt Häuser / in diesem Krieg / darauff gangen seyn. Wie dann Anno 1631. den 29. Augusti / dieser Orth außgeplündert / vnd verbrant worden. So sagt ein Thüringische geschriebne / Chronic / so deß HartungkCammermeisters seyn solle / außdrucklich / daß gemelter Graf Ludwig / der Springer / auß Vergünstigung deß Keysers / vnd deß Bischoffs zu Mäyntz / erstlich allhie einen Burgfrieden auffgeschlagen / Graben vnnd Plancken darumb gebawet / darnach / als er Pfaltzgraff Friederichen zu Sachsen bey Schiplitz erstochen / in dem andern Jahr / neben dem Berge / im Grund ein Stättlein / so er Freyburg genant / erbawet habe: vnd heisse das Schloß allda Naumburg / so er Anno 1075. vber dem Stättlein gar vollendet. Obgedaehter Keyser Adolph habe das Stättlein / nach dem er das Wehrhaffte Volck getödtet / verbrent; das Schloß Naumburgk aber / auff welchem er Edel vnd Vn-Edel erschlagen / zerbrochen / vnd zerstöret.