Topographia Sueviae: Ranckweyl

Topographia Germaniae
Ranckweyl (heute: Rankweil)
<<<Vorheriger
Popfingen
Nächster>>>
Rastatt
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1643, S. 155.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Rankweil in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[155]
Ranckweyl /

Ein berühmbter Fleck vnter FeldKirch / von welchem in dem erwehnten Text der vorhin gedruckten Topographiae Sueviae, vnnd in Beschreibung der gedachten Statt Feld- oder Veldkirch / im Buchstaben V. Bericht geschehen. Johan. Georg Schlee / in seiner Beschreibung der Landschafft vnderhalb S. Lucis Staig / etc. sagt fol. 51. seqq. daß das grosse Dorff / vnnd Pfarr Ranckweyl / auff vnser Frawen Berg / vnnd solches Gottshauß auff einem schönen runden Felsen gelegen seye / dahin ein grosse Wallfahrt beschehe / deren Pfarr Lehenherr die Herrschafft Veldkirch / vnd Zehendherr das Closter Valdona, (so ein verschlossen Frawen-Closter / ob Ranckweyl / zu Eingang der S. Ainser Claus / S. Clarae Ordens / erstlich Frawenthal / etwan auch bey der Gulden Mülin / (von der dem Closter gehörigen / vnd bey Außlauff deß schönen Valdona Weyers gelegnen Mülin) jetzt aber Valdona genant / vnder der Kastenvogtey der Statt Veldkirch sich befindende / ) für die drey / vnd ein Pfarrer zum Vierten theil. In diesem Dorff Ranckweyl / sey ein Frey Landgericht / das Landgericht zu Ranckweyl in Müsinen genandt / sehr altes Herkommens / welches etwan den Setmar / Arlberg / Bodensee / vnd Walensee / zu Marken seiner Jurisdiction, auch 12. oder mehr Grafen vnd Freyherren / zu Schöpffen / vnd deß Käyserlichen Freyen Landgerichts Beysesser / gehabt habe: Vnd wie der mehrertheil dieser Herren Stammen / vnd Nahmen / gar abgangen / nemlich die Grafen von Mosax / Toknburg / Metsch / Sargans / Werdenberg / Sonnenberg / etc. die Freyherren von Bellmont / Ratzins / Castelwarth / Brandis / etc. Also sey durch Bündnuß der Eydgenossen / vnd Churwalden / wie auch durch erlangte Freyheiten / gemelt Landgericht / zu vnsern Tagen / sehr klein worden / doch noch in Wesen. Sihe auch / wie er allhie S. Fridleins Histori erzehlet / der den verstorbenen Vrsum / wieder seinen Bruder Landolphum / hieher / für den Landgrafen zu Gericht gestellt haben solle.