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Topographia Germaniae
Michelstadt
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1648, S. 62–63.
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Michelstadt / Michlenstat.

Im Odenwald / an dem Wasser Mubling / und in der Graffschafft Erpach gelegen / welche Herren Grafen / wie oben im Eingang gesagt worden / ein Stand deß Fränckischen Crayses seyn. Bey den Alten wird das Göw herumb Plumgowe / und der besagte Fluß Mimilingus, Michelstadt aber Michilunstat genennet / wie beym Frehero part. 2. Originum cap. 6. zu lesen / der auch am 23. Blat sagt / daß die Herren Grafen von Erpach / ihre Graffschafft Erpach (so mit der Pfaltz am Rhein / der Graffschafft Hohenlohe / der Graffschafft Wertheim / und über dem Mäyn mit der Graffschafft Hanau / benachbart ist) von Chur-Pfaltz / mit der Würde deß Erbschencken-Ampts / zu Lehen tragen; So ein anderer in seinem geschriebenen Bericht / allein von etlichen Gütern / so in solcher Graffschafft gelegen / außleget / und erkläret: Dann sonsten es eine Graffschafft des Heil. Röm. Reichs ist. Man wil / daß sie / die Herren Grafen / von Eginhardo, deß Käysers Caroli M. Cantzlern / und seiner / deß Käysers / Tochter / Imma / so ihn / den Eginharden / lieb gewonnen / herkommen; und daß entweder Er / der Käyser Carl / selbsten / oder sein Sohn / Käyser Ludwig der Erste / diese Landsgelegenheit / von der wir / zu Eingang der Unter-Pfältzischen Städt-Beschriebung gehandelt / ihme Egenhardo geben habe. Und schreibet Johan. Angel. à Werdenhagen de Rebusp. Hanseat. part. 1. c. 4. foh. 37. b. auß der Lorchischen / oder Laurisheimischen Chronic / daß gedachter Käyser Ludwig dem Einhardo (oder Egenhardo) geben habe / die Landgüter Michlenstadt / mit 14. deß Königs geeigneten Knechten / ihren Weibern / und 13. Kindern. Siehe von dem gedachten Oden- oder Ottenwald / auch Munsterum lib. 5. cap. 307. und G. Schönborner / lib. 1. polit. c. 6. In welchem hochwolgedachte Herren Grafen schöne Güter / und / unter andern Orten / die beyde Schlösser Erpach / und Fürstenau / so beyde vest / auch die dabey gelegene Marckflecken / gleichen Nahmens / mit Wällen umbgeben seyn. Zu Erpach hat im Jahr 1640. H. Graff Ludwig Hoff gehalten / der Anno 43. wie berichtet wird / ohne Kinder / gestorben. Zu Fürstenau hatte sein [63] Herr Bruder / Herr Graff Georg Albrecht / sein Hoffstatt / und damaln allbereit drey Junge Herren: der auch dieser Zeit der einige regierende Herr dieser Graffschafft / und Anno 44. der Herren Graffen von Hanau Vormund / und Statthalter zu Hanau gewest / und vielleicht noch ist. Seiner Gräffl. Gn. Gemahlin ist eine Gräfin von Hohenlohe / Schillingsfürst. Zwischen obgedachten beyden Orten / Erpach / und Fürstenau / so bey ungefehr einer halben Meyl von einander / ligt oberwehntes Städtlein Michelstadt / in der Mitte / allda die Herren Grafen von Erbach / in der schönen Kirchen / darinn die Augspurgische Confession getrieben wird / ihre Begräbnuß haben. In diesem Städtlein haben die Herren Graffen von Erbach (darvon seithero Herr Graff Georg Albrecht dieses zeitliche Leben geendet / aber etliche Herren Söhne hinterlassen hat) die Begräbnuß. Ihr Anschlag zum Römerzug / ist 2. zu Roß / 8. zu Fuß / oder an Geld 56. fl. und zu Unterhaltung deß Cammergerichts Jährlich ordinari 10. fl. und cum augmento 16. fl. 42. Kr. 4. Heller. In der Nürnbergischen Repartition, wegen Satisfaction der Schwedischen Mititz / stehen für 133½. Monat / 7476. fl. so eben das obgedachte Contingent, oder Reichs-Gebühr machen.