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Topographia Circuli Burgundici: Sichenen

Topographia Germaniae
Sichenen (heute: Scherpenheuvel-Zichem)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 73–74.
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[73] Sichenen / ein altes Städtlein / und Schloß in Brabant / dessen oben bey Scherpenbeuuel gedacht worden / und welcher Ort sonsten erblich zu dem Haus Nassau gehörig ist. Wird Lateinisch vom Divaeo, und Gramaye, Sichenae, und Zichenae, insgemein aber Sichemium, und Sichem heutigs Tags genannt / so ein feine Herrschafft hat. Es ist allda ein Thurn / den Merien Toorn / oder Marien Thurn genannt / dessen Mauer sehr hoch / und daher nicht leichtlich zu gewinnen; deswegen auch die Leute / wann sonsten alles verlohren gewest / in den Kriegszeiten / dahin ihre Zuflucht genommen haben. Gegen Mitternacht ist dieses Städtlein von Natur und wegen der Wasser / sonderlich im Winter / sehr vest; auf den andern Seiten hat sie tieffe Gräben. Und seyn da 3. Thor. Durch Sterben / Erdbiden / Wasser / Feuer und Krieg / hat dieser Ort viel Unfals erlitten; wie er dann Anno 1572. vom Printzen von Oranien / bald [74] darauff von Hertzog von Alba / und Anno 78. vom Hertzog von Parma eingenommen / und dieses mal mit der Besatzung im Schloß grausamlich verfahren worden. Anno 1581. begab sich die Stadt wieder zu ihrem Herrn; ward aber Anno 83. abermals von den Spanischen erobert; wie auch das Schloß Westerloh. Auf die letzt ist sie Anno 1599. den 17. Octobr. bey der Nacht / von den Holländern überrumpelt / geplündert / deß Viehs über 200. stück hinweg getrieben / und gantz und gar darauff durchs Feuer verwüstet / und einem Dorff ehnlicher / als einer Stadt / gemacht worden. Hat ein einige Pfarrkirch zu S. Eustathio; Item ein Closter / und ein Hospital; wie besagter Gramaye in Brabantia ultra Velpam pag. 43. seqq. schreibet.