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Topographia Germaniae
Scagen
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 151.
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[151] Scagen / Scaga, zwischen Alckmar und Medenblick / in Holland gelegen / ein vornehmer und stattlicher Holländ. Marcktfleck / so Statt-Recht und Freyheiten / An. 1415. von Guilh. Hannonio erlanget hat. Wird wegen seiner Schöne und Lustbarkeit / vor andern in Holland gerühmet. In der Kirch haben die Herren dieses Orts ihre prächtige Begräbnüß / welche von Hertzog Albrechten in Bäyern / Käyser Ludwigs deß Vierdten Sohn / Graffen in Hennegöu / Holl- und Seeland / herkommen / welcher seinen unehelichen Sohn Guilhelm, den Pabst Nicolaus legitimirt / zum Herrn zu Scagen allhie gemacht / und ihme solchen Titel geben. Und haben seine Nachkommen / auß denen Anno 1632. Albertus gelebt / in diesem gantzen Scagischen Gebieth / die hohe und niedere Obrigkeit; und seyn schon längsten unter dem Ritterstand / zu den Holländischen Landtägen gezogen worden. Es hat allhie einen grossen Marckt / daran das Rahthauß gelegen. Ist auch allhie ein Waisenhauß. Das Schloß darinn die Herrschafft wohnet / ligt nahend beym Flecken / so deß Prospects und bequemen Lagers halber / nicht allein sehr lustig / sondern auch vest ist. Der Boden herumb ist fast der fruchtbariste in gantz Europa / wie Zuerius p. 369. seines Theatri Hollandiae schreibet. An. 1570. hat das Wasser hierumb / als es die Thämm / damit die Zipp / oder ein gut Theil Landes darbey versehen gewesen / zerrissen / an Leuthen / Vieh und Häusern / grossen Schaden gethan.