Topographia Braunschweig Lüneburg: Walsrode

Topographia Germaniae
Walsrode
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1654, S. 201.
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[201]
Walsrode.

Ist ein Jungfrawen-Closter / zum Fürstenthumb Lüneburg gehörig / sampt einem Stättlein dabey. Der Ort hat vor Zeiten Rode geheissen. Im Jahr Christi 986. hat ein Fürst von Anhalt / Walo genant / das Closter vnd die Kirche daselbst gestifftet / vnd nach seinem Nahmen genennet. Dessen Bildnuß stehet annoch in der Kirche daselbsten / mit folgender Vberschrifft: Illustris Princeps Walo de Anholt, Comes in Aschania, et dominus in Berneborch est fundator hujus monasterii. Hernachmals ist es von vnterschiedlichen Hertzogen zu Braunschweig vnd Lüneburg / auch vielen Edelleuten reichlich dotiret / vnd an Zehendten vnd Meyern verbessert / auch von etzlichen Pröbsten viele Güter dabey gekauffet worden. Liget an einem lustigen Orte im Thal / mit Bergen vnd kleinen Wäldern fast rings herumb vmbgeben. Halten sich auch noch heutiges Tages Adeliche vnd andere Jungfrawen darin auff / welche ihre gewöhnliche Stunden täglich halten / vnd den Gottesdienst verrichten. In dem Stättlein hat es gute Nahrung / vnd treiben die Einwohner ihre Handthierung mit Tuchmachen / Breuhan brauen / auch mit dem Honig / Wachs / vnd Wollhandel.

[T118]
Walßrode (Merian).jpg