Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Ohlau

Topographia Germaniae
Ohlau (heute: Oława)
<<<Vorheriger
Oderberg
Nächster>>>
Oelß
aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 167–168.
Wikisource-logo.png [[| in Wikisource]]
Wikipedia-logo.png Oława in der Wikipedia
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du unter Hilfe
Link zur Indexseite


[167]
Ohlau / Olau.

Ein bevestigte Stadt / an dem Wasser Ola / vier Meil von Breßlau / und auch so viel von Grodkau / im Hertzogthum Brig / gelegen. Es wird dieses Orts allbereit im Jahr 1331. gedacht / in welchem er dem König Johanni in Böheim zu Lehen / vom Hertzog Boleslao, und seinen 2. Söhnen / Wenceslao und Ludovico, Hertzogen in Schlesien / zur Lignitz; und Brig / auffgetragen worden. Obbesagtes Wasser Ola / oder Olau / entspringet bey Münsterberg / und besucht das Kloster-Gestifft Henrichau / (so Anno 1633. die Schwedisch- und Chur-Sächsischen eingenommen) Strehlen / Wansen / und die Stadt Ohlau; von darauß gehet sie auff Breßlau / tringet durch die Stadt / und fällt auß der Stadt in die Oder. Anno 1429. ward vorgedachte Stadt Olau wieder von den Breßlauern erobert / nachdem solche zuvor die Hussiten einbekommen hatten. Anno 1474. lägerte sich König Casimirus [168] auß Polen / wider König Matthiam auß Ungarn / bey Olau / und geschahe daselbst / den 12. Weinmonat / ein ziemlich Treffen. Anno 1601. den 27. May / ist die schöne Mühle / mit 8. Gängen / und einem grossen Vorrath an Getreide / allda gantz abgebronnen. Anno 1632. kam dieser Ort in Chur-Sächsische Gewalt. Hat / hernach / sonderlich als die Schweden / in diesem Land mächtig worden / noch mehr außgestanden / und liesse Anno 1646. zu Ende deß Wintermonats / Herr General Wittenberg das Schloß allhie bevestigen; dessen Gemahlin auch allhie Todes verfahren; wie in Tomo V. Theatri Europaei, fol. 1256. und hernach fol. 1273. b. seq. gesagt wird / daß Anno 1647. der Schwedisch-Wittenbergische General Stab sich allhie befunden; woselbsten der Obriste Guhn zum Commendanten ernennet / ein starckes Magazin angerichtet / ein Real Fort von 4. Bollwercken auffgebauet / und die Stadt in die Fortification eingeschlossen; hingegen das Schloß / so an den Wercken hinderlich / demolirt / oder abgebrochen worden seye.