Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Melnick

Topographia Germaniae
Melnick (heute: Mělník)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 47.
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Melnick.

Dieses ist eine der Königin Städte in Böheim / 4. Meilen von Prag / und an der Elb gelegen / daselbsten nahend die Muldau / so durch Prag rinnet / in solche kompt. Boregk sagt / daß Melnick vorzeiten Bizen geheissen / und eigene Grafen gehabt habe. Anno 1432. hat das Wasser allhie grossen Schaden gethan. Den 12. Wintermonats / deß 1475. Jahrs / ist die Königin Johanna / Königs Georgii Wittib / ein geborne Herrin von Rosmytal (die theils unrecht von Wartenberg nennen) eine eyfferige Liebhaberin der Hussitischen Lehr und Bekäntnuß / allhie zu Melnick / auff ihren Königlichen Gütern / gestorben / und in der Kirchen daselbst begraben worden. Anno 1640. haben die Schwedischen hierumb gar übel gehauset / auch die Stadt Melnick außgeplündert. Bey ihres Generalen / deß Banners Abzug auß Böheim / waren die Strassen sehr tieff / deßwegen er bey Melnick sieben Stück Geschützes / mit vieler Munition / hat stehen / und versencken lassen müssen. Anno 1643. im Brachmonat / ist Melnick von den Schwedisch-Torstensohnischen / so kurtz zuvor diesen Ort mit Beding einbekommen hatten / wieder verlassen / und die Mauren zum theil nidergerissen worden. Anno 1645. nahmen sie / die Schwedischen / Melnick wieder ein.

Von dem obbesagten Wasser der Elb schreibet Schickfusius, im 4. Buch seiner Schlesischen Chronick / im 4. Capitel / unter andern / also: Die Elb entspringt in Schlesien / auff der Mehdel / deß Nevorischen Gebürgs / zwischen zweyen hohen trefflichen Bergen / deren einer die Schneeklippe / in Böheim / der ander in Schlesien ist. Sie kommet aber her / auß eylff Brunnen / deren der erste ist der Elbbrunn / Weißbrunn und Mehdelbrunn. Die eylff Flüßlein kommen alle zusammen oberhalb der grossen Clausen / da man das Wasser zur Holtz-Flösse samlet / nicht weit von der berühmten SilberZeche / S. Peter genant / da ist gegen Morgen der Teuffelsgrund / darein die Elb nicht komt; sintemal der Elb- oder Weißbrunne / sein eigenes Thal gegen dem Abend nimt / welcher der Elbgrund genennet wird. Diese beyde Teuffels- und Elbgründe stossen zusammen ohngefehr 4. Büchsenschüsse von obgenanter S. Peter-Zechen / nicht weit von der alten Clausen. Auß denselben Clausen-Graben gehet der rechte Elb-Strohm / von dem Hohen-Elben Eisen-Bergwerck (Altenberg genant) unten fürüber / nimt etliche Gebürg-Wasser an sich / biß auff das Städtlein Hohen-Elbe / von dannen fleußt sie auff Pelsdorff / Münchsdörfflein / und das alte Closter S. Procopii, und also fortan auff Jaromir / und andere Böhmische Oerter.