Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Guhr

Topographia Germaniae
Guhr (heute: Góra)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 149–150.
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Guhr / Guhra / Guhrau.

Dieser im Hertzogthum Groß-Glogau / und 4. Meilen von der Haupt-Stadt Glogau / an den Polnischen Gräntzen / gelegener Stadt Name heisset auff Teutsch ein Berg. Dann sie auff einer Höhe stehet. Hat gegen Mitternacht etliche Heiden / mossichte / und kotichte Hecken / deren feuchte Dünste der Nord-Wind Trockne und Schärffe / erkühlen. Die Aecker umher sind sandicht und steinicht / doch ziemlich [150] fruchtbar. Ist älter / als Freystatt / deren sie nicht viel ungleich ist / und möchte zun Zeiten Hertzogs Henrici Barbati, so gern hierum gejaget hat / aufkommen seyn; wiewol ihrer erst Anno 1309. in den Brieffen gedacht wird. Sie hat wegen der unvermögenden Glogauischen Fürsten / viel Herren gehabt / und ist letztlich unter die Hertzogen von Teschen kommen / Frau Margaretha / geborne von Cilli / Uladislai Hertzogs zu Glogau Wittib / hat sie wider Hertzog Hansens zu Sagan Gewalt / und Tyranney / in dem Guhrischen Krieg / geschützet / ihr viel Freyheiten geben / und sie mit den Ober- und Nieder-Gerichten / in ihrem Revier / begnadet. Sie ist / nach besagtem Krieg im Jahr 1480. geführet / in diesem Jahr allhie gestorben / und / zu Glogau / in die Thum-Kirch / gelegt worden. Anno 1457. den 6. Herbstmonat / brante diese Stadt Guhra / samt der Kirchen / gantz ab. Folgends / Anno 1478. die Nacht vor der Himmelfahrt / brante sie / biß auff 40. Häuser und die Kirchen / wieder gar auß. Anno 1640. war sie noch mit Schwedisch-Stalhansischen besetzt. Anno 1642. nahm sie der Käiserliche General / Herr Frantz Albrecht / Hertzog von Sachsen / Lauenburg / auff Gnad und Ungnad / ein / und stellete das Volck unter. Aber / nachdem der Schwedische Feld-Marschall Torstensohn Groß-Glogau erobert; so haben seine Leute auch Guhra / nach dem andern Sturm / wieder einbekommen / und übel darinn gehauset.