Topographia Bohemiae, Moraviae et Silesiae: Grünberg

Topographia Germaniae
Grünberg (heute: Zielona Góra)
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aus: Matthäus Merian (Herausgeber und Illustrator) und Martin Zeiller (Textautor):
Merian, Frankfurt am Main 1650, S. 149.
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Grünberg.

Vom Joachimo Cureo Parsiae Elysiorum genant / ist die allerneueste Stadt im Glogauischen Fürstenthum / 7. Meilen von Groß-Glogau / nahend Wartenberg / auff Crossen zu / gelegen. Die Teutschen haben sie nach dem Jahr Christi 1320. erobert. Sie ligt in einem sehr lustigen und mit vielen herrlichen Bequemlichkeiten gezierten Thal. Es seyn da auch die allerschönste lautere Brunnquellen und klare Bächlein. So gibt es viel Wildpret und Vögel in denen darum gelegenen Wäldern; Item / gute Fisch auß der Oder / welche ein Meil Wegs davon fleußt; und viel Teiche / und Fischereyen / umher: Item / seyn daselbst lustige Gärten und Weinberge / darinn ein ziemlicher Wein wächst. Die Lufft allda ist kalt und feucht. Es ist Grünberg / an der Grösse / der Stadt Sprottau gleich. Anno 1582. den 26. Heumonats / ist die Stadt / samt dem Rathhause / Kirchen / Schulen / und der einen Vorstadt / gantz außgebronnen; folgends aber wieder schön / zier- und reinlich erbauet worden. Besagte Feuersbrunst ist bey einem alten Weibe / über den Kirschen abrühren (massen dann diese Nahrung daselbst starck getrieben worden) im erhitzten leimen Häußlein / außkommen. Anno 1627. als damaln über 800. Tuchmacher allda gewohnet haben sollen / ist sie wieder / biß auff Kirchen und Schulen / gantz abgebronnen. Durch Krieg hat sie auch nicht wenig erlitten. Dann zu geschweigen / was bey deß oben bey Glogau gedachtem Hertzog Hansen von Sagan Zeiten vorgeloffen / deme König Matthias in Ungarn dieses Grünberg anfangs auff sein Leibs Lebenlang gelassen; hernach aber ihme wieder entzogen / und die Stadt / durch seine Ungarn / einnehmen lassen: So hat sie auch in diesem Teutschen Krieg wol etwas außgestanden. Anno 1640. lagen die Schwed-Stalhansischen allhie / die aber den Käiserlichen das folgende Jahr weichen musten. Hergegen Anno 1642. die Schwedisch-Torstensohnischen diesen Ort wieder einbekamen.