Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XVII,2 (1937), Sp. [1937 2043]
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Ofellus ist ein italischer Name, von dem der römische Gentilname Ofellius (s. d.) abgeleitet ist, vielleicht ursprünglich Praenomen, dann Cognomen, so bei dem von Horaz gewiß nicht mit einem erdichteten Namen vorgeführten wackern Landmann aus seiner Vaterstadt Venusia. Dieser O. war um und nach 694 = 60 dort ein bekannter wohlhabender Grundbesitzer, hatte zwei bis drei Jahrzehnte später durch die Ackeranweisungen der Triumvirn alles verloren und mußte sich nun auf seinem früheren Eigentum als Pächter im Dienst des neuen Herrn Umbrenus durchschlagen, fand sich aber so gut und tapfer mit seinem Schicksalswechsel ab, daß er von dem Dichter zum Lehrer einer genügsamen und zufriedenen, tüchtigen und ehrenwerten Lebensführung gewählt wurde (sat. II 2, 2f. 53f. 112ff.). Auch Ofella ist Cognomen bei einem Manne (doch s. o. S. 2039).