Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band X,1 (1918), Sp. 1034
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72) Iunius Damasippus. Ein Damasippus erscheint sowohl bei Cicero (fam. VII 23, 2. 3) im J. 705 = 49 (nach Marx Festschr. f. Benndorf [Wien 1898] 41ff.) und wiederum (ad Att. XII 29, 3. 33, 1) im J. 709 = 45 als Geschäftsvermittler beim Kaufe von Statuen und Kunstwerken, Häusern und Gärten, als auch bei Horat. sat. II 3. 20–25 im J. 721 = 33 als eine bekannte und etwas lächerliche Persönlichkeit, die früher diese Maklergeschäfte eifrig betrieben hatte, sich aber schließlich damit ruinierte und nun den Stoiker spielte. Das Bild wird, was bisher nicht bemerkt zu sein scheint, ergänzt durch die Anekdote bei Macrob. Sat. II 3, 2, die Damasippus im Verkehr mit Cicero in ganz ähnlichem Lichte zeigt, wie etwa Hor. sat. II 8, 16ff. den Nasidienus im Verkehr mit Maecenas (vgl. auch Petron. 34, 6f.). Bei Cic. fam. VII 23, 3 wird der zweimal als Damasippus bezeichnete Mann einmal Iunius genannt (vgl. Marx a. O.), und diesen Gentilnamen geben ihm auch Pseudo-Acro und der Commentator Cruquianus zu Hor. a. O. 1. Vielleicht ist dieser Iunius Damasippus ein Sohn von Nr. 58, der ebenso wie die Söhne der von Sulla Geächteten (vgl. Mommsen St.-R. I 493) sich von der politischen Laufbahn ausgeschlossen sah und deshalb seinen Lebensunterhalt auf andere Weise erwerben mußte. Daß seine Eigenschaften und Schicksale nur die Grundzüge zu der von Horaz entworfenen Karikatur boten, versteht sich wohl von selbst.