Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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römischer Maler unter Nero, würdig, streng und doch sehr lebhaft
Band VI,2 (1909) S. 1985
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Famulus. 1) Der vielleicht verderbte Name eines römischen Malers, welcher namentlich für Nero tätig war. Andere, nicht durch Handschriften überlieferte Lesarten sind Fabullus und Amulius. Nach Plinius n. h. XXXV 120 malte er in würdevoller Weise, immer mit der Toga angetan, nur wenige Stunden am Tage. Seine Bilder bezeichnet Plinius als würdig und streng und dabei doch als sehr lebhaft (floridissimus schreibt man am besten mit L. Urlichs für floridis umidus im Bambergensis, floridus et vividus Traube, floridus S. Ummidius, pictor famulus Fröhner, floridis tumidus L. v. Jan). Da F. seine Kunst auf Gerüsten und in dem Goldenen Hause des Nero ausübte, so wird man ihn in erster Linie für einen Dekorationsmaler halten müssen und seine Werke den pompeianischen Wänden des letzten Stiles ähnlich (Mau Dekorative Wandmalerei in Pompeii Taf. 12. 15. 18. 20), die auch in neronische Zeit fallen und deren dekorativer Charakter entschieden floridissimus ist, während die figürlichen Darstellungen etwas Strenges und Würdiges haben. Außer in dem Goldenen Hause, welches Plinius den carcer eius artis nennt, gab es nur wenig Werke von ihm. Nur eine Minerva spectantem spectans, quacumque aspiceretur wird hervorgehoben, also ein optisches Kunststück in der Augenbildung, welches auch die moderne Kunst kennt. H. Brunn Gesch. d. griech. Kstler. II 307. W. Helbig Untersuchungen über die kampan. Wandmalerei 62.