Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VI,1 (1907), Sp. 459
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Eriphanis (Ἠριφανίς), nach Klearch (ἐν πρώτῳ ἐρωτικῶν, FHG II 315) bei Athen. XIV 619 c eine μελοποιός, die sich in den spröden Jäger Menalkas verliebte und in Wäldern und Bergen umherirrte, ὥστε … καὶ τῶν θηρῶν τοὺς ἀνημερωτάτους συνδακρῦσαι τῷ πάθει (eine Situation wie bei Theokr. I. Verg. Ecl. X); sie habe dabei gedichtet und gesungen τὸ καλούμενον νόμιον, ἐν ᾧ ἐστιν ‚μακραὶ δρύες, ὦ Μενάλκα‘ (carm. pop. 24 Bgk.). Wie schon Ribbeck (Reden u. Vorträge 193) hervorgehoben hat, ist E. eine Sagenfigur (über ähnliche Legenden s. Rohde Gr. Rom.¹ 57f. 78ff.); auch der Name wird Schöpfung der Poesie sein (wie die meisten mit Ἠρι- beginnenden Personennamen: Fick-Bechtel 137). Ribbecks Deutung auf das ‚von Baum zu Baum fliegende Sonnenlicht‘ muß freilich auf sich beruhen bleiben. Klearch wird uns die ὑπόθεσις einer volkstümlichen Dichtung überliefern.