Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Feldherr u. König d. Tegeaten
Band V,2 (1905) Sp. 19131914
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Echemos (Ἔχεμος), Sohn des Aëropos, Enkel des Phegeus (Herodot. IX 26) oder des Kepheus, Urenkel des Aleos (Pausanias arkadische Königsliste VIII 5, 1), Feldherr und König der Tegeaten, tötet Hyllos, den Sohn des Herakles, im Zweikampf am Isthmos und entscheidet damit auf Grund der vorangegangenen Abmachung den Krieg; die Herakliden müssen auf 100 (Herodot) oder 50 (Diod. IV 58) Jahre die Rückkehr in den Peloponnes aufschieben. Das Grab des Hyllos wurde in Megaris beim Orte Rhus gezeigt (Paus. I 41, 2), während der Ort des Zweikampfes selbst nach Pausanias I 44, 10 an der Grenze von Megaris und Korinth, aber noch auf megarischem Gebiet lag. In Tegea sah Pausanias das Grab des E. und eine Stele, deren Relief seinen Kampf mit Hyllos darstellte (VIII 53, 10). Pindar nannte ihn auch unter den Siegern im ersten, von Herakles gestifteten, olympischen Agon (Οl. X 66). Wenn E. somit eine Lieblingsfigur der Tegeaten ist, die lange Zeit ihre Unabhängigkeit gegen die spartanische Suprematie behaupteten, so hat auf der anderen Seite früh die dorische Sage ihn herabgezogen. Das Hesiodische Epos stellte die drei Töchter der Leda zusammen, von denen Klytaimestra den Agamemnon, Helena den Menelaos verließ; Timandra aber ging von Echemos fort zu Phyleus, dem Freund der Götter (Hesiod. frg. 114. 117 Rz., vgl. Paus. VIII 5, 1. Apollod. III 126 W.). Stesichoros dichtete im gleichen [1914] Sinne (Schol. Eur. Or. 249. C. Robert Bild u. Lied 189).

Eine merkwürdige Abzweigung des Mythos ist in Attika durch Dikaiarchos (FHG II 239, 13) bezeugt (bei Plut. Thes. 32): als die Tyndariden Aphidna in Attika eroberten, zogen E. und Marathos aus Arkadien mit und gaben der Akademie (von Ἔχεμος = Ἐκάδημος) und der Ortschaft Marathon die Namen. Aus Dikaiarch schöpft Steph. Byz. s. Ἑκαδήμεια nach Kirchner Attica et Peloponnesiaca 57, wo die Etymologie Ἔχεμος–Ἐχεμήδειος(–Ἐχεμήδεια)–Ἑκαδήμεια näher ausgeführt war. Es ist schwer zu sagen, was dieser philologisch sicher unmöglichen Zusammenstellung von Tatsächlichem zu Grunde gelegen hat. Es gab auch eine rein attische Genealogie des E. von Kolonos, Plut. quaest. gr. 40, o. Bd. I S. 1138.