Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Attischer Lokalheros und Eponymos der Akademie
Band I,1 (1893) S. 1137 (IA)–1138 (IA)
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Akademos (Ἀκάδημος), attischer Localheros und Eponymos der Akademie. Als die peloponnesischen Tyndariden in Attika einfielen, um ihre von Theseus geraubte Schwester Helena zu befreien, verriet ihnen A. den Ort, wo dieselbe geborgen war. Infolgedessen wurden ihm von den Tyndariden hohe Ehren erwiesen, und die Lakedaemonier sollen wegen dieser That bei allen Einfällen, die sie in das attische Land in der Folgezeit unternahmen, die Akademie verschont haben. Plut. Thes. 32. Diog. Laert. III 9. Schol. Aristoph. Nub. 1005. Schol. Demosth. XXIV 114. Steph. Byz. s. Ἑκαδήμεια. Suid. Hesych. s. Ἀκαδήμεια. Nach Dikaiarch bei Plut. Thes. 32 sollen Echemos und Marathon aus Arkadien mit den Tyndariden nach Attika gezogen sein. Nach dem ersteren habe die Akademie den Namen Ἐχεδημία erhalten. Dieselbe Nachricht findet sich bei Steph. Byz. s. Ἑκαδήμεια. Wir kennen von dem Heros Ἔχεμος zwei Genealogien. Nach der einen ist er ein Sohn des Arkaders Aëropos und König von Tegea (Herod. IX 26. Paus. VIII 5, 1), nach der anderen ein Sohn des Kolonos, Bruder des Leos und Bukolos (Plut. quaest. Gr. 40. E. Maass Gött. gel. Anz. 1889, 815). Da die Akademie am Fusse des Kolonos Hippios lag, werden wir ihren Eponymos vom Sohne des Kolonos nicht trennen können. Dagegen bringt die Sage die Akademie mit dem Arkader in Verbindung [1138] und lässt sie von ihm ihren Namen erhalten. Dieser Umstand weist darauf hin, dass beide Gestalten ursprünglich wohl identisch waren. Über die Sagenbeziehungen zwischen Attika und Arkadien vgl. Toepffer Att. Geneal. 103. Auch Theseus und Peirithoos, die Räuber der Helena, haben am Kolonos alte Kultstätten. Soph. O. C. 1594 u. Schol. Paus. I 30, 4. Über den Fundort der Grabschriften zweier Angehörigen des Demos Περιθοῖδαι vgl. A. Milchhöfer Text z. d. Karten v. Attika II 16. Auch die Lage des Ortes, wo Theseus und Peirithoos den Beschluss fassten, die Helena zu entführen, ist in diesem Zusammenhang beachtenswert. Paus. I 18, 4. G. Kirchner Attica et Peloponnesiaca (Greifsw. Diss. 1890) 58.